Globales Frühwarnsystem 16.10.2013, 16:45 Uhr

Unterwasser-Internet soll Menschen vor Tsunamis schützen

Seit der Tsunamikatastrophe im Jahr 2004 kommen überall auf der Welt neue Warnsysteme zum Einsatz. Doch diese ermöglichen keinen Datenaustausch untereinander. Ein neues drahtloses Unterwassernetzwerk soll dies nun ändern.

Bei einem Experiment haben die Forscher zwei Kommunikationsknoten im Eriesee ins Wasser gelassen. Sie konnten nachweisen, dass ein Austausch von Sofortnachrichten ebenso funktioniert wie eine FTP-Übertragung.

Bei einem Experiment haben die Forscher zwei Kommunikationsknoten im Eriesee ins Wasser gelassen. Sie konnten nachweisen, dass ein Austausch von Sofortnachrichten ebenso funktioniert wie eine FTP-Übertragung.

Foto: Douglas Levere

Seit der verheerenden Tsunami-Katastrophe an den Küsten des Indischen Ozeans im Dezember 2004 forschen Wissenschaftler weltweit an besseren Frühwarnsystemen. Dabei kommen schallwellenbasierte Übertragungsmethoden zum Einsatz, da Drahtlos-Technologien wie WLAN und 3G-Signale vom Meeresboden nicht übertragen werden können. Das Problem: Viele Systeme ermöglichen keinen Datenaustausch untereinander, weil Entwickler meist in sich geschlossene Infrastrukturen konzipieren. Und das ist ein Hemmschuh bei der Erschaffung eines globalen Tsunami-Frühwarnsystems.

Neues Protokoll soll Kommunikation zwischen Frühwarnsystemen standardisieren

An der Lösung dieses Problems arbeiten derzeit Forscher der University of Buffalo: Ein neues TCP/IP-kompatibles Protokoll soll die Kommunikation zwischen schallwellenbasierten Frühwarnsystemen standardisieren. „Ein drahtloses Unterwasser-Netzwerk wird uns eine bisher nicht dagewesene Möglichkeit bieten, Daten aus den Meeren in Echtzeit zu sammeln und zu analysieren“, erklärt Projektleiter Tommaso Melodia. Und das könnte für Regierungen bei weiteren Tsunamis einen lebensrettenden Informationsvorsprung für Evakuierungen bedeuten.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Rheinmetall AG-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) Rheinmetall AG
Düsseldorf Zum Job 
-Firmenlogo
W2-Professur mit dem Fachgebiet Technischer Klimaschutz
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen-Firmenlogo
Sachbearbeiter/in für Elektrotechnik (m/w/d) im Baubereich Bundesbau Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen
Bernau, Prenzlau, Strausberg Zum Job 
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen-Firmenlogo
Ingenieur/in (m/w/d) für Gebäude- und Energietechnik für den Landesbau Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen
Cottbus, Neuruppin Zum Job 
Technische Universität Braunschweig-Firmenlogo
W3 Professur für "Bioverfahrenstechnik" Technische Universität Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Hochschule Düsseldorf-Firmenlogo
Professur "Robotik und Computer Vision" Hochschule Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
Hochschule Mannheim-Firmenlogo
Professur "Maschinenbau in der Verfahrenstechnik" (m/w/d) Hochschule Mannheim
Mannheim Zum Job 
Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart-Firmenlogo
Professur für Elektrotechnik (m/w/d) Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart
Stuttgart Zum Job 
Technische Universität Braunschweig / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)-Firmenlogo
W3 Professuren und Co-Direktionen des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik Technische Universität Braunschweig / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)
Braunschweig Zum Job 
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau-Firmenlogo
W3-Professur für Energiesysteme und Energiemanagement (m/w/d) Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau
Kaiserslautern Zum Job 
Hensoldt Sensors GmbH-Firmenlogo
Produktmanager*in Radarwarner und R-ESM / ELINT im Bereich Spectrum Dominance (w/m/d) Hensoldt Sensors GmbH
Hensoldt Sensors GmbH-Firmenlogo
Technische*r Projektleiter*in für Airborne Electronic Warfare Solutions (w/m/d) Hensoldt Sensors GmbH
Hensoldt Sensors GmbH-Firmenlogo
Head of Digital Electronics Excellence (w/m/d) Hensoldt Sensors GmbH
HENSOLDT Sensors GmbH-Firmenlogo
Governmental Business Development Manager Naval Solutions Germany (w/m/d) HENSOLDT Sensors GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
Hensoldt Sensors GmbH-Firmenlogo
Technische*r Projektleiter*in für Airborne Electronic Warfare Solutions (w/m/d) Hensoldt Sensors GmbH
HENSOLDT Sensors GmbH-Firmenlogo
Junior Systemingenieur*in Produktentwicklung (w/m/d) HENSOLDT Sensors GmbH
HENSOLDT Optronics GmbH-Firmenlogo
SAP Consultant EWM / Logistics / TM (w/m/d) HENSOLDT Optronics GmbH
Oberkochen, Ulm Zum Job 
HENSOLDT AG-Firmenlogo
Corporate Finance und Treasury Risk Manager*in (w/m/d) HENSOLDT AG
Ulm, München/Taufkirchen Zum Job 
Hensoldt Sensors GmbH-Firmenlogo
Systemingenieur*in Sekundärradar / IFF (m/w/d) Hensoldt Sensors GmbH
München/Taufkirchen Zum Job 
HENSOLDT Sensors GmbH-Firmenlogo
Head of N&G Radar Planning & Cables (w/m/d) HENSOLDT Sensors GmbH

Testerfolg: Austausch von Sofortnachrichten und FTP-Übertragung funktioniert

Melodia hat das System jetzt erstmals gemeinsam mit seinen Doktoranden getestet. Dazu entwickelte das Team im ersten Schritt für ein kommerzielles Unterwasser-Modem einen speziellen Linux-Treiber. Der zweite Schritt führte die Experten dann an den nordamerikanischen Eriesee. Dort ließen sie zwei sogenannte Kommunikationsknoten ins Wasser, die Daten austauschen sollten. Mit Erfolg: Die Wissenschaftler konnten beweisen, dass über das neue Protokoll ein Austausch von Sofortnachrichten ebenso funktioniert wie eine FTP-Übertragung. Ein möglicher Durchbruch auf dem Weg zu einem globalen Frühwarnsystem.

So funktioniert ein Tsunami-Frühwarnsystem

Nach der Tsunamikatastrophe im Jahr 2004 hat das deutsche Geo-Forschungs-Zentrum Potsdam gemeinsam mit internationalen Partnern ein Frühwarnsystem entwickelt, das die indonesische Regierung seit 2008 in Echtzeit vor drohenden Tsunamis warnt. Dabei kommen 300 Sensorstationen zum Einsatz, die mit GPS- und Pegelmess-Systemen ausgestattet sind. Ein Simulationsprogramm in der Zentrale ermittelt für die betroffenen Küstenabschnitte Höhe und Ankunftszeit der Wellen, so dass Verantwortliche sofort Alarm auslösen können. Laut Bundesforschungsministerium konnte man mit diesem System bisher mehr als zehn Tsunami-Ereignisse frühzeitig erfassen.

 

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitete während seines Studiums der Kommunikationsforschung bei verschiedenen Tageszeitungen. 2012 machte er sich als Journalist selbstständig. Zu seinen Themen gehören Automatisierungstechnik, IT und Industrie 4.0.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.