Reparatur gelungen 18.01.2016, 12:58 Uhr

ISS-Astronauten mussten Außeneinsatz wegen Wasser im Helm abbrechen

Kein netter Weltraumspaziergang war am Wochenende der Außeneinsatz der Astronauten Tim Peake und Tim Kopra. Wegen eines defekten Raumanzuges mussten die Männer früher als geplant in die  schützende Internationalen Raumstation ISS zurückkehren. 

ESA-Astronaut Tim Peake bei der Reparatur der ISS: Der Einsatz musste nach viereinhalb Stunden abgebrochen werden.

ESA-Astronaut Tim Peake bei der Reparatur der ISS: Der Einsatz musste nach viereinhalb Stunden abgebrochen werden.

Foto: Nasa

ESA-Astronaut Tim Peake bei der Reparatur der ISS: Der Einsatz musste abgebrochen werden, weil Kollege Tim Kopra in seinem Helm einen Wassertropfen entdeckte.

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Sechs Stunden waren für den Außeneinsatz am vergangenen Freitag eingeplant, bei dem auch eine defekte Solareinheit an der ISS ausgetauscht werden musste. US-Astronaut Tim Kopra fühlte sich offenbar schon relativ früh nicht ganz wohl bei der Sache. Laut Nasa-Video meldete er zunächst, dass die Kohlendioxidanzeige bei ihm höher war als sonst üblich. Wie sich später herausstellte lag dies an einem defekten Sensor seines Raumanzuges – der ansonsten beim Außeneinsatz zunächst normal funktionierte.

Kopra bemerkte einen Wassertropfen im Helm

Doch nach etwa viereinhalb Stunden registrierte Kopra auch noch einen Tropfen Wasser im Helm, der möglicherweise aus dem Kühlkreislauf im Anzug stammte. Eine undichte Stelle also. Die Nasa reagierte prompt und ordnete die Rückkehr in die Raumstation an: „Safety first“, twitterte die amerikanische Raumfahrtbehörde, nachdem ihr das Problem gemeldet worden war.

US-Astronaut Tim Kopra beim Reparatureinsatz am Freitag: Er entdeckte in seinem Helm einen Wassertropfen. Das ist ein Hinweis auf eine Undichtigkeit im Raumanzug.

US-Astronaut Tim Kopra beim Reparatureinsatz am Freitag: Er entdeckte in seinem Helm einen Wassertropfen. Das ist ein Hinweis auf eine Undichtigkeit im Raumanzug.

Foto: Nasa

Aus gutem Grund. Schon einmal hatte 2013 ein ISS-Astronaut Wasser im Helm. Allerdings mehr als einen Tropfen. Was den Italiener Luca Parmitano beinahe das Leben gekostet hätte. Etwa eineinhalb Liter Wasser hatten sich damals in seinem Helm angesammelt, so dass er fast darin ertrunken wäre.

So dramatisch war es diesmal nicht, der Vorfall zeigt aber noch einmal das Risiko eines Weltraumspaziergangs auf. Scott Kelly hatte erst im November 2015 mit seinem Kollegen Kjell Lindgren eine kniffelige Situation zu überstehen. Durch ausströmendes Ammoniak wurde Lindgrens Handschuh beschädigt.

Selfie im All: ESA-Astronaut Tim Peake.

Selfie im All: ESA-Astronaut Tim Peake.

Foto: Nasa

ISS kann wieder alle Solarmodule nutzen

Beim aktuellen Außeneinsatz konnten die Astronauten trotz des abgebrochenen Aufenthaltes die Reparatur der Solareinheit noch abschließen. Und damit steht die ISS auch wieder „voll unter Strom“.

In den vergangenen zwei Monaten musste sich die Crew auf der ISS wegen eines defekten Reglers mit einem Achtel weniger Energie begnügen. Was kein Problem war. Doch wollte die Nasa so schnell wie möglich wieder 100-Prozent-Leistung für den Fall, dass es an anderer Stelle zu einem weiteren Ausfall kommt. Und wie schnell sich ein technischer Defekt einschleichen kann, zeigt der Vorfall mit dem Helm einmal mehr. 

Nicht nur am Sonnensegel, sondern auch an anderen Stellen der ISS mussten die Astronauten Tim Peake und Tim Kopra Reparaturen ausführen.

Nicht nur am Sonnensegel, sondern auch an anderen Stellen der ISS mussten die Astronauten Tim Peake und Tim Kopra Reparaturen ausführen.

Foto: Nasa

An Bord der ISS unterstützte US-Astronaut Scott Kelly seine Kollegen beim Außeneinsatz. Mit Kelly war Kopra kurz vor Weihnachten auch schon mal im All und hatte das Andocken eines Sojus-Moduls an der Außenseite der ISS vorbereitet. Derzeit arbeiten zudem drei Russen auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde. Für Kopra ist es der zweite Aufenthalt auf der ISS. Er war 2009 schon einmal dort.

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