AUSSENEINSATZ AUF ISS 02.03.2014, 08:00 Uhr

Defekte Pumpe ließ Astronaut im All beinahe ertrinken

Ein verstopftes Pumpensystem war der Grund dafür, dass Astronaut Luca Parmitano in seinem Raumanzug fast ertrunken wäre. Das meldeten jetzt die Ermittler der US-Weltraumbehörde NASA. Woher das Aluminiumsilikat stammt, das zur Verstopfung führte, soll vor dem nächsten Außeneinsatz auf der Internationalen Raumstation ISS im Juli geklärt sein. 

ESA-Astronaut Luca Parmitano kam im Sommer 2013 bei einem Außeneinsatz auf der ISS nur knapp mit dem Leben davon. Durch eine defekte Pumpe in seinem Raumanzug stieg das Wasser so hoch, dass es über Mund und Nase stand. Das Bild zeigt Parmitano am 17. Juli 2013, einen Tag nach dem Außeneinsatz, und deutlich sichtbar erfreut, dass er den Einsatz überlebt hat.

ESA-Astronaut Luca Parmitano kam im Sommer 2013 bei einem Außeneinsatz auf der ISS nur knapp mit dem Leben davon. Durch eine defekte Pumpe in seinem Raumanzug stieg das Wasser so hoch, dass es über Mund und Nase stand. Das Bild zeigt Parmitano am 17. Juli 2013, einen Tag nach dem Außeneinsatz, und deutlich sichtbar erfreut, dass er den Einsatz überlebt hat.

Foto: NASA

Am 16. Juli 2013 wäre der italienische Astronaut Luca Parmitano im All beinahe ertrunken. Während seines Außeneinsatzes bemerkte er nach 44 Minuten außerhalb der Internationalen Raumstation ISS plötzlich Wasser in seinem Helm. Da die Bodencrew nur einen Fehler im Trinkbeutel vermutete, wurde der Einsatz zunächst weitergeführt.

Parmitano erreichte Luftschleuse in letzter Sekunde

Doch das Wasser im Helm stieg an: Zum Zeitpunkt des Einsatzabbruches befand es sich schließlich über Nase, Mund, Ohren und Augen. Glücklicherweise schaffte es Parmitano, sich in letzter Sekunde blind zur Luftschleuse zu hangeln und rettete somit sein Leben. Auch seine Funkverbindung funktionierte zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr richtig.

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Wie sich erst jetzt herausstellte, war die Bodencrew der US-Weltraumbehörde NASA schon vorgewarnt. Denn bereits eine Woche vor dem katastrophalen Außeneinsatz bemerkte der Astronaut Wasser in seinem Anzug. Doch die Bodencrew war der Meinung, dass kleine Mengen an Flüssigkeit im Raumanzug normal seien. Daher wurde nicht nach Fehlern gefahndet. 

Verstopftes Pumpensystem führte zum Wasseranstieg im Helm 

„Von allen Problemen, die bislang bei Außeneinsätzen aufgetreten sind, war das wohl das gravierendste“, sagt Christopher Hansen, ISS-Technikchef bei der NASA und Leiter des Untersuchungsausschusses. Am Mittwoch gaben Hansen und seine vier Kollegen die Ergebnisse der Ermittlungen bekannt.

Während seines Außeneinsatzes stieg das Wasser im Helm des Raumanzugs langsam an. Als Parmitano schließlich in letzter Sekunde die Luftschleuse erreichte, stand ihm das Wasser schon bis zur Nase. 

Während seines Außeneinsatzes stieg das Wasser im Helm des Raumanzugs langsam an. Als Parmitano schließlich in letzter Sekunde die Luftschleuse erreichte, stand ihm das Wasser schon bis zur Nase. 

Quelle: NASA

Der Anzug muss aufgrund der Außentemperaturen wassergekühlt werden. Grund für den Wasseranstieg waren mit Aluminiumsilikat verstopfte Löcher im Pumpensystem. Das Wasser staute sich und floss schließlich durch das Lüftungssystem ins Anzugsinnere.

Anzug ist seit 30 Jahren im Einsatz

Woher das Aluminiumsilikat stammt, ist bislang unbekannt, soll aber bis zum nächsten ISS-Außeneinsatz im Juli geklärt sein. „Wir haben die Verpflichtung, ungewöhnliche Situationen niemals abzuhaken, bevor wir sie nicht vollständig verstanden haben und künftig verhindern können“, erklärt NASA-Administrator Charles Bolden.

Besonders verwunderlich war der Vorfall, da die NASA dieses Modell des Raumanzugs bereits seit drei Jahrzehnten verwendet. „Es ist einerseits verständlich, dass der Trinkbeutel von den Teams als wahrscheinlichste Fehlerquelle betrachtet worden ist“, sagt NASA-Direktor William Gerstenmaier. „Doch gerade bei uns vertrauten Systemen müssen wir stets tiefer und tiefer nach möglichen Fehlern graben.“  

Ein Beitrag von:

  • Petra Funk

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