Kryptowährung 06.08.2021, 15:04 Uhr

Ethereum: Nach London-Update wird massenweise Geld verbrannt

Das jüngste Update bei der Krypto-Plattform führt dazu, dass Ether-Coins vernichtet werden. Das wirkt sich auf die Preise aus.

Nach dem London-Update von Ethereum wird die Gesamtmenge neuer Ether-Coins begrenzt. Foto: Panthermedia.net/sorapop

Nach dem London-Update von Ethereum wird die Gesamtmenge neuer Ether-Coins begrenzt.

Foto: Panthermedia.net/sorapop

Bitcoin? Nein, Ethereum ist die Krypto-Währung, auf die jetzt alle schauen. Experten hatten den Durchbruch schon vor Wochen prophezeit, und tatsächlich stieg der Wert von Ethereum zwischenzeitlich rapide.

Jetzt hat die Ethereum-Blockchain ein wichtiges Update bekommen. „EIP 1559“ ist das kryptische Zauberwort, das für die Preissteigerung von Ether mitverantwortlich ist: Die Abkürzung steht für das Ethereum Improvement Protocol, das nun eine Aktualisierung erfahren hat, das sogenannte London-Update. Eine Folge: Massenweise Ether wird ab jetzt automatisch vernichtet.

Was ist Ethereum überhaupt?

Die Kryptowährung Ethereum ist vergleichbar mit dem noch bekannteren Bitcoin, ist aber nicht allein ein digitales Zahlungsmittel. Vielmehr ist Ethereum auch eine Plattform, die weitergehende Möglichkeiten bietet, zum Beispiel die Schließung sogenannter Smart Contracts.

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Dabei können Vorgänge, zum Beispiel Überweisungen, an bestimmte Ereignisse oder Bedingungen verknüpft werden. Zum Beispiel könnte bei Ankunft einer bestimmten Ware beim Empfänger automatisch der entsprechende Gegenwert ins Wallet des Verkäufers transferiert werden.

Neben den Smart Contracts können auf der Plattform Ethereum auch dezentrale Anwendungen ausgeführt werden, sogenannte DApps. Diese sind für jeden Nutzer, der über ein Ethereum-Wallet, über das die Währung verwaltet wird, verfügt, zugänglich. DApps sind häufig Finanzanwendungen, ein Klassilker ist „Uniswap“, über das Mitglieder des Netzwerks untereinander Token tauschen können. Aber es gibt auch Computerspiele wie das Weltraumspiel „Dark Forest“.

Was ist Ether?

So heißt das eigentliche digitale Zahlungsmittel der Plattform Ethereum. Die Menge ist begrenzt, jährlich kommen maximal 18 Millionen neue Ether auf den Markt. Die Ether-Coins werden durch digitales Mining erzeugt oder geschürft. Ähnlich wie beim Bitcoin stellen Nutzer dabei Rechenkapazität für die Verschlüsselung von Transaktionen zur Verfügung und können im Gegenzug dafür unter Umständen Ether erhalten.

Was ist nach dem Update neu bei Ethereum?

Die wichtigste Neuerung des London-Updates und der Aktualisierung von EIP 1559 bezieht sich auf die Transaktionskosten. Diese sollten deutlich transparenter werden. Denn die Kosten waren bislang sehr volatil und entsprechend starken Schwankungen ausgesetzt, was wiederum damit zusammenhängt, dass Ethereum auf einer Art von Auktionssystem beruht.

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Mit dem Update hat Ethereum eine Art neues Gebührensystem eingeführt, was letztlich dazu führt, das Ether-Token vernichtet werden. Denn ein bestimmter Teil der neu entstehenden Ether werden nicht mehr an die Miner ausgeschüttet, sondern schlicht verbrannt. Damit kommen deutlich weniger frische Ether auf den Markt, was die Preise wiederum in die Höhe steigen lässt.

Gehören NFT zu Ethereum?

NFT steht für den Begriff “Non-Fungible Tokens”. Übersetzt meint das: nicht ersetzbare (oder austauschbare) Token. Die Non-fungible Tokens sind gewissermaßen digitale Echtheitszertifikate. Sie sorgen dafür, dass unter einer Vielzahl identischer Kopien nur eine Datei (signiertes) Original gilt.

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Bei den meisten aktuellen NFT wird die Echtheit mithilfe der Blockchain-Datenkette der Krypto-Währung Ethereum abgesichert.

Was ist eine Blockchain?

Die Blockchain ist eine Datenbank, die alle Transaktionen mit einem digitalen Artikel speichert und auf viele Rechner im Netz verteilt ist. So soll sie fälschungssicher sein:

  • Eine Blockchain setzt sich also aus Blöcken zusammen, die aneinandergehängt sind. Jeder Block enthält einerseits die eigentlichen Daten, die gespeichert werden sollen.
  • Zum anderen ist ein eindeutiger und fälschungsicherer Hash-Wert hinterlegt, der sicherstellen soll, dass der Dateninhalt unverändert bleibt.
  • Jedes Kettenglied, also jeder Block, kennt den Hash-Wert des direkt vor ihm liegenden Blocks. Wie in einer Kettenreaktion authentifiziert sich die Blockchain so selbst. Wird an irgendeiner Stelle in der Kette ein Hashwert verändert, funktioniert die Kette nicht mehr – sie wird gewissermaßen gesprengt.

Der Begriff Token kann im Zusammenhang mit einer Blockchain zum Beispiel für einen Vermögenswert oder für die digitale Entsprechung eines realen Guts stehen. Bei einer Währung, wie etwa dem Bitcoin, sind diese Token austauschbar: Denn jeder Token steht für denselben Vermögenswert. Bei NFT ist das nicht der Fall, sie sind “non-fungible”, also nicht austauschbar. Dadurch wird die Sache, die der NFT repräsentiert, nachvollziehbar einzigartig.

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Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben ist Content Manager und verantwortlicher Redakteur für ingenieur.de. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs. Er schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen.

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