Streit um Java und SAP-Deal 06.04.2021, 11:00 Uhr

Google-Streit mit Oracle: Heftige Auswirkungen auf Branche und SAP

Das Urteil im Rechtsstreit zwischen Google und Oracle ist wegweisend für die gesamte Softwarebranche. Derweil zeigen Berichte über einen SAP-Deal erste Auswirkungen.

Google hat einen wegweisenden Rechtsstreit gegen den Software-Konzern Oracle gewonnen. Die Marktmacht von Google werde so noch größer, heißt es bei Oracle. Derweil sorgen Berichte über einen Deal für einen Kurssprung von SAP an der Börse. Foto: Google

Google hat einen wegweisenden Rechtsstreit gegen den Software-Konzern Oracle gewonnen. Die Marktmacht von Google werde so noch größer, heißt es bei Oracle. Derweil sorgen Berichte über einen Deal für einen Kurssprung von SAP an der Börse.

Foto: Google

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Der Dritte ist in diesem Fall SAP, die beiden Streithähne heißen Google und Oracle. Nach einem heftigen Rechtsstreit, dessen Konsequenz ein wegweisendes Urteil für die gesamte Softwarebranche ist, hat die Google-Mutter Alphabet sich jetzt teilweise vom US-Unternehmen Oracle abgewandt – um sich dem baden-württembergischen Software-Riesen SAP zu nähern: Die internen Finanzoperationen von Google werden von Oracle weg und zur SAP-Software hin migriert. Das berichtet unter anderem der US-Nachrichtensender CNBC. Demzufolge ist vor allem Software zur Nachverfolgung der eigenen Finanztransaktionen betroffen. Andere Datenbank-Dienste von Oracle will Alphabet wohl weiterhin nutzen. Details sind zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sicher.

Die Trennung von Oracle war wohl der nächste logische Schritt nach dem jahrelangen Urheberrechtsstreit um das Smartphone-System Android. Den hat das Oberste Gericht der USA jetzt zu Gunsten von Google entschieden. Das Urteil könnte es für Programmierer künftig einfacher machen, bestehende Software-Schnittstellen wiederzuverwenden. Oracle hatte von Google rund neun Milliarden Dollar an Entschädigungszahlungen gefordert. Jetzt geht der Konzern leer aus – und verliert zudem einen überaus wichtigen Großkunden.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Tagueri AG-Firmenlogo
Teamleitung im Bereich Diagnose (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Tagueri AG-Firmenlogo
(Junior) Consultant Funktionale Sicherheit (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Tagueri AG-Firmenlogo
Consultant Systems Engineering (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieure - Schwerpunkt konstruktiver Ingenieurbau für die Bauwerksprüfung nach DIN 1076 (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamburg Zum Job 
Funkwerk AG-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur im Engineering Vertrieb (m/w/d) Funkwerk AG
deutschlandweit Zum Job 
ITW Fastener Products GmbH-Firmenlogo
Technische:r Vertriebsingenieur:in für VW ITW Fastener Products GmbH
Creglingen-Münster Zum Job 
Framatome GmbH-Firmenlogo
Senior Project Quality & OPEX Manager (m/w/d) Framatome GmbH
Erlangen Zum Job 
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Elektronikentwickler (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Kältemittelverdichter (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
Ingenieur für Gebäudeausrüstung / Versorgungstechnik (w/m/d) Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich bei Köln Zum Job 
Diehl Aerospace GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Entwicklungsingenieur (m/w/d) Avionik (System) Diehl Aerospace GmbH
Nürnberg, Überlingen, Frankfurt am Main, Rostock Zum Job 
Rheinmetall Electronics GmbH-Firmenlogo
Projektmanager technische Entwicklungsaktivitäten (m/w/d) Rheinmetall Electronics GmbH
Neckarsulm Zum Job 
Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH-Firmenlogo
Teamleitung Haltestellen und Stationen (d/m/w) Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH
Frankfurt am Main Zum Job 
Lahnpaper GmbH-Firmenlogo
Leitung Entwicklungslabor (m/w/d) Lahnpaper GmbH
Lahnstein Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur - Fernsteuerung Energienetze (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Riedel Bau-Firmenlogo
Energieberater / Auditor (m/w/d) Riedel Bau
Schweinfurt Zum Job 
SWM Services GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur*in im digitalen Messwesen (m/w/d) SWM Services GmbH
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) Elektro- / Kommunikationstechnik Die Autobahn GmbH des Bundes
Frankfurt am Main Zum Job 
RENOLIT SE-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) für Automatisierungstechnik RENOLIT SE
Frankenthal Zum Job 
BREMER Bremen GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) BREMER Bremen GmbH

Google: Streit mit Oracle führt zu wegweisendem Urteil

Google hatte für das Android-System etwas mehr als 11.000 Zeilen Software-Code der Programmiersprache Java verwendet. Dabei geht es um Schnittstellen, die zur Ausführung bestimmter Funktionen dienen. Diese Schnittstellen können Programmierer nutzen, um nicht jedes Mal neuen Software-Code schreiben zu müssen. Oracle hatte Java 2010 mit der Übernahme von Sun Microsystems gekauft und Google noch im selben Jahr verklagt. In einem ersten Urteil hieß es, die Java-Schnittstellen seien grundsätzlich nicht urheberrechtlich schützbar gewesen. Doch das Urteil wurde im Berufungsverfahren gekippt.

Google, Alexa und Co.: Hat uns die KI schon im Griff? 

Am Montag entschieden die Richter des Supreme Courts nun aber mit sechs zu zwei Stimmen, dass Google keine Urheberrechtsverletzung begangen habe. Die Verwendung der Schnittstellen sei als „fair use“ (also als faire beziehungsweise angemessene Nutzung) rechtens gewesen, heißt es im Urteil. Demnach habe Google nur das Nötigste kopiert, um es Entwicklern zu ermöglichen, in einer neuen Computer-Umgebung arbeiten zu können, ohne auf Elemente bekannter Programmiersprachen wie Java verzichten zu müssen, begründete der Supreme Court seine Entscheidung. Würde man das als Urheberrechtverletzung definieren, würde das die Kreativität künftiger Programme einschränken.

Oracle: „Marktmacht von Google noch größer geworden“

Die zwei Gegenstimmen kamen von den als sehr konservativ bekannten Richtern Clarence Thomas und Samuel Alito. Thomas kritisierte, dass Urteil widerspreche der Maßgabe, dass Software-Code schützbar ist. Die Richterin Amy Coney Barrett, die erst im vergangenen Herbst in den Supreme Court berufen wurde, enthielt sich. Das Oberste Gericht hatte sich des Falls bereits 2019 angenommen.

Harmony OS: Eine Gefahr für Googles Andorid? 

Google-Manager Kent Walker begrüßte die Entscheidung als einen „großen Sieg“ für Innovationen und die Kompatibilität von Computer-Systemen. Oracle kritisierte in einer Stellungnahme nach dem Urteil, die Marktmacht von Google sei nun noch größer geworden.

Berichte über SAP-Deal treiben Aktien nach oben

Das Urteil und die ersten Berichte über den SAP-Deal wirkten sich sogleich an der Börse aus: Am Dienstagmorgen stiegen die Aktien von SAP im vorbörslichen Handel auf Tradegate um 3 % auf 109,71 Euro.

Lesen Sie auch:

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.