Bitkom Umfrage 07.07.2021, 15:59 Uhr

Blockchain: Deutschland bekommt es nicht auf „die Kette“

Die deutsche Wirtschaft kommt bei der Blockchain nicht voran. Bitkom belegt diese Aussage mit Fakten, die Deutschland als Blockchain-Nachzügler outen.

Abbildung Chains Blockchain Ketten

Blockchain ist in der deutschen Wirtschaft noch nicht angekommen, so Bitkom.

Foto: panthermedia.net/monsit

Blockchain gilt als wichtige Zukunftstechnologie – das sieht eine Mehrheit der deutschen Unternehmen so. Doch zum Einsatz kommt die Technologie kaum. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Bitkom Research.

59 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die Blockchain-Technologie eine der wichtigsten Zukunftstechnologien ist und dennoch stark unterschätzt wird. Je größer der Konzern, desto höher wird der Nutzen der Blockchain angesehen. 82 Prozent der Unternehmen ab 2.000 Beschäftigten geben an, dass die Technologie in Zukunft eine tragende Rolle spielen wird. Lediglich 25 Prozent empfinden Transaktionen über Blockchain als praxisuntauglich. Befasst haben sich aber nur wenige Unternehmen mit den Möglichkeiten.

Deutsche Unternehmen befassen sich kaum mit Blockchain

43 Prozent der befragten Firmen geben an, dass sie sich generell mit der Blockchain-Technologie beschäftigen. Konkrete Einsätze oder Interesse bekunden aber nur 26 Prozent. 32 Prozent sehen die Technologie, über die auch Bezahlungen in Form von Kryptowährungen abgewickelt werden, kritisch.

„Die Blockchain ist eine Basistechnologie, die Chancen für neue Produkte und neue Geschäftsmodelle in den unterschiedlichsten Branchen eröffnet, vom Finanzwesen über die Logistik bis zur Energieversorgung“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Diese Erkenntnis ist in der Wirtschaft durchaus angekommen. Ihren Weg in die praktische Umsetzung muss sie in den Unternehmen aber erst noch finden.“

Was kann man mit Blockchain machen?

Die Anwendungsfelder der Blockchain sind vielfältig. Die Blockchain ist eine verschlüsselte aber auf tausende Servern aufgeteilte Datenbank, wo jeder Eintrag verifizieren und verschlüsseln kann. Vor allem in der Finanzwelt ergeben sich Optionen, zum Beispiel internationale Zahlungen in Bitcoin . Die Möglichkeit auch Kapitalmärkte mit Hilfe der Technologie abzuwickeln, ist für Grossbanken spannend. Für Versicherer bietet die Blockchain ebenfalls ein großes Feld. Verträge und Policen können virtuell und sicher versendet werden. In letzter Zeit haben Künstler, Musiker und Medien die Blockchain für sich entdeckt. Durch Raubkopien wird es zunehmend schwerer online mit Liedern, Bildern und Texten Geld zu verdienen. Mit Hilfe der Blockchain-Technologie könnten die Inhalte verteilt und sofort bezahlt werden sobald man diese nutzt.

Wie weit sind Kryptowährungen in der Industrie?

Wissen über Blockchain-Technologie nimmt zu

Der Bitkom hat festgestellt, dass das Wissen über die Begrifflichkeiten bei deutschen Unternehmen im Vergleich zu 2018 zugenommen hat. 38 Prozent haben schon mal von Coins oder Token Sales gehört. Vor drei Jahren lag der Wert bei 20 Prozent. Smart Contracts sind 56 Prozent ein Begriff (2018: 46 Prozent). Am bekanntesten sind verteilte Netzwerke (von 88 Prozent auf 93 Prozent) und Kryptowährungen (unverändert 99 Prozent).

Das Wissen ändert aber nichts an der Tatsache, dass die praktische Anwendung fehlt. Jeweils gerade einmal 1 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie Blockchain-Technologie im Einsatz haben oder die Implementierungs- oder Testphase erster Projekte gestartet haben (2018: jeweils 2 Prozent). Magere 3 Prozent diskutieren über die Einsatzmöglichkeiten.

„Die Blockchain-Technologie eignet sich nicht für jedes Anwendungsszenario. Etablierte, klassische Technologien können für viele Aufgaben geeigneter sein“, sagt Rohleder. „Auch wenn die Blockchain nicht überall die Technologie der Wahl ist, kann sie in einigen Bereichen eine echte Revolution lostreten.“

Im Bereich Finanzen, Buchhaltung und Controlling finden die meisten Überlegungen statt (73 Prozent).

Blockchain-Experten fehlen in Deutschland

Fachkräftemangel betrifft viele Branchen – so fehlen laut den befragten Unternehmen auch im Bereich Blockchain Experten, die Know-how mitbringen und weitergeben. Fehlendes eigenes Know-how ist für 87 Prozent der Umfrageteilnehmer ein Bremser. 81 Prozent sehen Hürden im Mangel an qualifiziertem Personal. Doch auch rechtliche Unsicherheiten und fehlende Standards machen den Firmen zu schaffen. Für 73 Prozent ist das ein Hindernis. Nur 52 Prozent haben nicht das nötige Geld, um eine Blockchain einzusetzen.

Alles in allem sorgt es dafür, dass sich 9 von 10 Unternehmen (86 Prozent) selbst als Blockchain-Nachzügler sehen. Das Urteil über die deutsche Wirtschaft fällt als Ganzes ernüchternd aus. Als weltweit führend e sieht Deutschland niemand. 49 Prozent ordnen Deutschland im Mittelfeld der Blockchain-Landschaft ein. Jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) nennt den Begriff Nachzügler.

Blockchain legt Herkunft von Rohstoffen offen

Blockchain-Nutzung international

2017 beliefen sich die weltweiten Venture Capital-Investitionen in Blockchain-Technologien auf eine Summe von rund 645 Millionen US-Dollar. In den USA ist die Technologie schon lange angekommen. Der US-Währungshüter erlaubt nationalen Banken sogar die Nutzung von öffentlichen Blockchain-Netzwerken. Der ehemalige Coinbase-Mitarbeiter Brian Brooks ist seit Mai 2020 offizieller US-Währungshüter.

T-Mobile in den USA, UBS Zürich in der Schweiz und Tencent aus China gehören laut Forbes zu den bekanntesten Unternehmen, die 2020 Blockchain eingesetzt haben.

Im Podcast „Technik aufs Ohr“ berichtet Investor und Kryptomarkt-Experte Jascha Samadi, welche Möglichkeiten Blockchain und Kryptowährung bieten.

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Der Digitalverband Bitkom hat eine repräsentative Umfrage unter 652 Unternehmen ab 50 Beschäftigten in Auftrag gegeben.

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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