Beratung 24.10.2016, 00:00 Uhr

Praktika bringen Pluspunkte

Stellenanzeigen sind für Unternehmen Wunschlisten. Darin taucht meist das Wort Praxiserfahrung auf. Studenten sollten sie sich aneignen, denn Praktika bringen Punkte im Bewerbungsverfahren und dienen der beruflichen Orientierung.

So viel Praxiserfahrung wie möglich sammeln!

So viel Praxiserfahrung wie möglich sammeln!

Foto: iStock / Thinkstock

Stellenangebote und die hohen Anforderungen

In Stellenanzeigen formulieren Unternehmen extrem hohe Anforderungen. Und das ganz bewusst: Sie wollen unnötige Post vermeiden. Bewerbungen zu bearbeiten ist zeitaufwendig; Absagen zu erteilen, eine unangenehme Sache. Allerdings sollten Bewerber die Worte in einer Annonce nicht auf die Goldwaage legen, denn die Inhalte der Ausschreibungen orientieren sich am Idealbild des Kandidaten. Die Wünsche an ihn listen sie in der Anzeige auf, und in fast allen wird Praxiserfahrung erwartet.

Reinhard Scharff ist Geschäftsführer der Personalberatung „Die Stellenbesetzer“ in Stuttgart. Das Unternehmen sucht im Auftrag von Firmen neue Mitarbeiter, häufig Ingenieure. „Bei uns Personalberatern gibt es den Spruch: Unsere Auftraggeber wollen 35-Jährige mit der Erfahrung eines 45-Jährigen zum Preis eines 25-Jährigen.“ Fehlende Praxiserfahrung ist ein grundsätzliches Thema, das es vor allem Berufseinsteigern schwer macht, Fuß zu fassen.

Praktische Erfahrungen sind Unternehmen extrem wichtig bei der Mitarbeiterauswahl, und das aus einem triftigen Grund: Wer den Arbeitsalltag bereits kennengelernt hat, wird beim Berufseinstieg keinen Praxisschock erleiden. Praktische Erfahrungen können Studenten in Praktika, Werkstudenten- und Nebenjobs, im Rahmen einer Abschlussarbeit im Unternehmen, als wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte an der Hochschule oder durch soziales Engagement in Ehrenämtern sammeln. Das alles bringt Pluspunkte im Auswahlprozess. „Man sollte allerdings keine Blümchenpraktika machen, sondern bewusst ausgewählte Karriereschrittchen in Richtung Zielberuf“, sagt Scharff.

Bei der Praktikums Auswahl sorgfältig sein

Mit einem Praktikum schlägt ein Student gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Er kann bei der Bewerbung punkten und das Praktikum dient zugleich der beruflichen Orientierung. Was will ich nach meinem Abschluss arbeiten? Insbesondere bei Studierenden von interdisziplinären Fächern prägen Praxiserfahrungen das eigene berufliche Profil und durch Praktika finden die Studenten heraus, welche Spezialisierung für sie das Richtige ist. In manchen Studiengängen sind Praktika Pflicht, in anderen nicht.

Wenn es zwischen Praktikant und Unternehmen passt, treffen die beiden in vielen Fällen wieder aufeinander. Etwa in der Abschlussarbeit. In dem Fall ist es in der Folge üblich, dass daraus eine Festanstellung wird. Ein Praktikum im Ausland ist aus vielerlei Gründen eine bereichernde Erfahrung. Man knüpft nicht nur Kontakte und sammelt praktische Erfahrungen. Auslandspraktikanten lernen eine andere Kultur kennen und verbessern ihre Sprachkenntnisse. Das gibt Sonderpunkte, weil viele Unternehmen global tätig sind. „Im Grunde erwarten wir von Absolventen keine Praxiserfahrung“, sagt Ralf Sturm, Personalleiter bei ebm-papst in Mulfingen, nahe Künzelsau. Rund 650 Ingenieure und Techniker entwickeln dort Ventilatoren und Elektromotoren. „Wenn praktische Erfahrungen vorliegen, werden sie natürlich gesehen und gewertet.“

In Anzeigen steht immer 120 %

Aber auch wenn die Berufserfahrung einem Kandidaten fehlt, hat er Chancen auf den Job, weil er mit anderen Qualifikationen dieses Manko ausgleichen kann. „Dies ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass auch Absolventen auf Stellen kommen, bei denen in der Ausschreibung mehrere Jahre Berufserfahrung verlangt werden“, sagt Sturm. Wenn kein Professional gefunden wurde, der die geforderten Erfahrungen hat, wird abgewogen, welche Erfahrungshintergründe, Kompetenzen und vor allem Potenzial der Absolvent hat.

In Stellenanzeigen packen Personaler 120 % Anforderungen, dann trifft das Ganze auf den Markt und der gibt eben nur ein bestimmtes Potenzial in fachlicher, persönlicher, regionaler und zeitlicher Hinsicht her. „Aus den realen Profilen arbeiten gute Personaler oder Personalberater nun gemeinsam mit dem Fachvorgesetzten das Profil heraus, das akzeptabel und machbar ist“, sagt Scharff.
Schlussendlich werden bei der Personalauswahl meist Kompromisse gemacht, weil die Stelle sonst unbesetzt bleibt.

Tipp:
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