30.09.2015, 14:57 Uhr | 0 |

Für Kurierdienste Elektroroller Tripl will im Lastverkehr dem Auto Konkurrenz machen

Jetzt gibt es keine Ausrede mehr dafür, größere oder empfindliche Lasten mit dem Auto statt mit dem Rad zu transportieren. Ein Lastenrad mit Elektroantrieb und einem großen, wettergeschützten Laderaum stellen der Münchner Elektroroller-Spezialist Govecs und der dänische Energiekonzern Trefor auf der Post-Expo in Paris vor – ein optimales Zustellfahrzeug für Innenstädte.

Der elektrisch angetriebene Lastenroller Tripl
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Klein und wendig ist das Tripl. Trotzdem punktet der elektrisch angetriebene Lastenroller vorne mit einem wettergeschützen Stauraum von 750 Litern. 

Foto: Govecs

So etwas kommt heraus, wenn sich der deutsche Elektroroller-Spezialist Govecs und der dänische Energiekonzern Trefor zusammentun. Mit dem Tripl, einem dreirädrigen Elektrolastenroller, wollen beide Unternehmen den Zustellern, die mit ihren Transportern und Kombis die Innenstädte verstopfen, mächtig Konkurrenz machen. Denn das Tripl kann nicht nur 200 kg zuladen, sondern es ist gleichzeitig so beweglich wie ein Fahrrad und fährt an jedem Stau vorbei.

„Vollwertige Alternative für das Automobil

„Mit Tripl haben Govecs und Trefor die perfekte Beförderungslösung für Zustelldienste aller Art entwickelt, sei es für Postsendungen und Pakete, eilige Medikamentenlieferungen oder das Food-Delivery“, sagt Govecs-Chef Thomas Grübel. „Ich wage sogar zu sagen, dass Tripl in der Transportbranche eine vollwertige Alternative für das Automobil darstellt.“

Der Firmenchef sieht sein Fahrzeug dank seiner Effizienz, Ergonomie, der niedrige Gesamtbetriebskosten und null Emissionen im Vorteil. Es werde „neue Maßstäbe im Transportwesen setzen“. Deshalb steht er auch bis 1. Oktober auf der Post-Expo, der Messe der Post-, Kurier- und Expressdienstbranche, an der Porte de Versailles in Paris. Und dort hofft er auf positive Resonanz der Logistiker.

Transportbox mit 750 Liter Fassungsvermögen

Das Tripl punktet mit einem enormen Fassungsvermögen, ein gerade in der Transportbranche enorm wichtiger Faktor. 750 Liter fasst die Transportbox an der Front. Zum Vergleich: Ein Passat von Volkswagen verfügt gerade einmal über gut 600 Liter Kofferraumvolumen. Die Transportbox des eleganten Lastenrollers Tripl kann mit bis zu 200 kg beladen werden. Zudem lässt sich das flexible Lademodul mit wenigen Handgriffen individuell in seiner Größe an das jeweilige Transportgut anpassen.

Die abschließbare Ladebox bietet einen völlig neuen Diebstahl-, Wind- und Wetterschutz. Zudem bleibt die Fracht in der Box sicher trocken und ist vor neugierigen Blicken geschützt. Ein wichtiges Argument für Lieferservices mit mehreren Fahrern: Der Fahrersitz kann individuell an die Körpergröße des aktuellen Ausfahrers angepasst werden.

Prototyp wird zum Serienmodell weiterentwickelt

Das Tripl ist zunächst einmal ein Prototyp. Doch Govecs in München und Trefor in Kolding wollen das Projekt weiter vorantreiben. Govecs will das Fahrzeug nun optimieren und plant eine Vorserie, die in eine Serienfertigung münden soll. „Das Tripl ist ein in Dänemark entworfenes Elektromobil und der beste Beweis dafür, dass innovatives Design und umweltfreundliche Energietechnologie Hand in Hand gehen können“, so Trefor-CEO Knud Steen Larsen.

Tripl schafft 100 km Reichweite mit 45 km/h

Bei allen elektrisch betriebenen Lösungen steht immer auch die Frage nach Gescwhindigkeit und Reichweite im Fokus. Da braucht das Tripl keinen Vergleich zu scheuen. Das Dreirad erreicht bis zu 45 km/h und schafft dabei eine Reichweite von 100 km. Der 8-kWh-Akku ist in vier bis acht Stunden wieder voll aufgeladen. Einen Preis für den Lastenroller nennt Govecs noch nicht.

Allerdings gibt es längst elektrische Konkurrenz zum Tripl. So rollen in Berlin elektrisch angetriebene Lastenräder durch die Straßen, die sogar eine Europalette transportieren können. Und es dürften demnächst ganz viele dieser Lastenräder auf den Straßen unterwegs sein. Denn das Potential, Transporte in chronisch verstopften Großstädten vom Auto und Transporter aufs Rad zu verlagern, ist enorm. Bis zu 85 Prozent der Autokurierfahrten ließen sich durch Fahrräder ersetzen, so das Ergebnis einer Studie des Instituts für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Also auch gute Aussichten für das Tripl.

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Von Detlef Stoller
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