04.04.2016, 14:17 Uhr | 0 |

Oculus Rift VR-Brillen: Warum sie bei vielen Menschen Seekrankheit auslösen

Kaum ist Oculus Rift auf dem Markt, häufen sich Klagen der Nutzer: Die Virtual Reality Brille führt offenbar bei vielen zu Übelkeit, Kopfschmerzen und Augenzucken. Lesen Sie hier, wie die sogenannte Simulatorkrankheit zustande kommt.

Nutzer der Oculus Rift
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Nutzer der Oculus Rift: Während sich das Auge durch virtuelle Welten bewegt, bleibt der Körper in der Realität ruhig sitzen. Das führt zu einem Sinneskonflikt und zur Simulatorkrankheit. 

Foto: Daniel Naupold/dpa

Zocker haben sehnsüchtig darauf gewartet, seit Anfang der Woche ist es so weit: Das Unternehmen Oculus liefert die Virtual Reality Brille Oculus Rift an Vorbesteller aus. Sie können sich endlich das knapp 700 € teure Gerät wie eine Taucherbrille vor die Augen setzen und sich dann beim Gaming mit Kopfbewegungen in den virtuellen Landschaften neuer Computerspiele umsehen. Möglich machen das unter anderem integrierte Bewegungssensoren, die Kopfdrehungen messen. Doch ist der menschliche Körper tatsächlich auf diese VR-Erfahrung ausgelegt? 

Anwender klagen über Kopfschmerzen und Augenzucken

Einige Tester der Oculus Rift klagen über Nebenwirkungen. „Als ich mich zwang, 45 Minuten lang nonstop Eve:Valkyrie zu spielen, musste ich hinterher Aspirin gegen meine Kopfschmerzen nehmen“, zitiert die Bild einen Bericht des Wall Street Journal. Unschöne Randerscheinungen stellt auch ein Tester der New York Times fest: „Die Rift wirkt sich auf Geist und Körper aus. Nach einer 20-minütigen Sitzung fühlte ich mich mental erschöpft. Meine Augen waren nach einer halben Stunde gereizt und nach einer Woche entwickelte ich ein nervöses Augenzucken.“

Gleichgewichtsorgan und Auge stehen im Sinneskonflikt 

Wie kommen diese Symptome der sogenannten Simulatorkrankheit zustande? Dadurch, dass der Anwender beispielsweise bei einer Achterbahnsimulation in eine virtuelle Welt mit viel Bewegung eintaucht, in der Realität aber fast bewegungslos am Schreibtisch sitzt. Dabei stehen das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und das Auge im Sinneskonflikt. Und dieser Konflikt kann zur Motion Sickness führen, die einem Alkoholrausch ähnelt.

15 bis 20 % aller Menschen sind von der Motion Sickness betroffen, zitiert die Süddeutsche Zeitung den Psychologen Heiko Hecht, der das Phänomen an der Universität Mainz erforscht. Frauen wird dabei eher schlecht als Männern – vermutlich, weil sie ein weiteres Sehfeld haben –, und älteren Menschen eher als jüngeren. Die gute Nachricht: Laut Medienberichten kam es bislang nur in rund einem Prozent der Fälle zum Erbrechen.

Tipp gegen Seekrankheit: Computer sollte leistungsstark genug sein

Die Motion Sickness verstärkt sich übrigens, wenn der Computer nicht leistungsstark genug ist. Dann braucht er für die Aktualisierung der Perspektiven zu lange, sodass der Nutzer seine Kopfbewegung in der virtuellen Welt verzögert wahrnimmt. Man sollte daher darauf achten, dass der PC die offiziellen Systemanforderungen von Oculus erfüllt. Sie setzen eine GTX-970 oder AMD-290-Grafikkarte und einen Intel Core i5-4590 Prozessor voraus, also im Grunde einen leistungsstarken Gaming-PC.

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Von Patrick Schroeder
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