23.05.2016, 12:19 Uhr | 0 |

Patent für Google Klebeschicht am Auto soll Fußgänger bei Kollision auf Motorhaube festhalten

Google hat sich jüngst eine Idee patentieren lassen, die den Straßenverkehr insbesondere für Fußgänger sicherer machen soll. Landet ein Fußgänger bei einem Unfall auf der Motorhaube eines Autos, wird dort eine Klebeschicht aktiviert. Der Mensch bleibt haften und wird so vor dem Abrutschen und weiteren Kollisionen geschützt.

Google-Auto im Silicon Valley unterwegs
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Google hat vergangene Woche das Patent für eine „klebende Fahrzeugfront zur Verminderung des sekundären Fußgängeraufpralls“ zugesprochen bekommen. Das autonom fahrende Google-Auto (vorne im Bild) soll durch die Klebeschicht für Fußgänger sicherer werden.

Foto: Google

Der Vergleich zwischen einem neuen Google-Patent und einer großen fahrenden Fliegenfalle liegt auf der Hand, wenngleich die Absicht hinter der Fliegenfalle natürlich eine andere ist. Das Google-Patent soll Fußgänger bei einer Kollision im Straßenverkehr vor schweren Verletzungen schützen. Die Idee hört sich simpel an: Wenn ein Fußgänger bei einem Unfall auf die Front eines Autos prallt, soll die Klebeschicht einen Rückprall und somit einen möglicherweise noch schwereren zweiten Aufprall verhindern und damit die Person vor weiteren Verletzungen bewahren.

Schutzschicht zerbricht bei Aufprall „wie eine Eierschale“

Das Patent einer „klebenden Fahrzeugfront zur Verminderung des sekundären Fußgängeraufpralls“, das Google letzte Woche zugesprochen wurde, könnte die selbstfahrenden Autos, die der Konzern seit Jahren entwickelt, sicherer machen. Allerdings betont Google, dass die Technik nicht nur für die eigenen Google-Autos angewendet werden kann, sondern im Grunde für alle Fahrzeuge, die eine Motorhaube haben, auf der ein Fußgänger landen könnte.

Dafür würde die gesamte Front des Autos, auch die Seiten, mit einer Klebeschicht – über deren Zusammensetzung ist noch nichts bekannt – überzogen. Damit man aber nicht mit einem selbst-klebenden Auto durch die Gegend fährt, würde diese Schicht mit einer Schutzschicht überzogen, die erst bei einem Aufprall „wie eine Eierschale“ zerbricht.

Kleben bleiben, bis Wagen zum Stehen kommt

Der Fußgänger klebt blitzschnell am darunterliegenden Kleber fest und kann nicht mehr fortgeschleudert werden. „Diese Klebetechnik wird die Bewegung des Fußgängers abbremsen, der durchaus solange an der Front des Fahrzeugs transportiert werden kann, bis es zum Stehen kommt“, heißt es in der Patentschrift.

Ob Google nun tatsächlich an der Umsetzung der Patentidee arbeiten wird, bleibt vorerst offen. Vor der Realisierung müssten noch einige Fragen geklärt werden. Zum Beispiel die nach der Zusammensetzung der Klebeschicht, die ja den Mensch nach einiger Zeit auch wieder freilassen sollte. Unter Umständen könnte sich der Fußgänger nach dem Aufprall tatsächlich wie an einem Fliegenfänger vorkommen, wenn er hilflos an einem Auto klebt, das womöglich gegen ein Hindernis rast.

Volvo und Jaguar haben federnde Motorhauben als Aufprallschutz entwickelt

Google ist nicht der erste Autohersteller, der sich Gedanken um die Sicherheit von Fußgängern macht. So hat Jaguar bei einigen Modellen ein „pyrotechnisches Fußgänger-Schutzsystem PDBS (Pedestrian Deployable Bonnet System) eingebaut. Dabei erkennen Sensoren, wenn es zu einem Aufprall kommt und lösen über ein Steuergerät eine Vorrichtung an der Motorhaube aus. Diese hebt sich in kürzester Zeit um bis zu 17 cm an und schafft mehr Deformationsraum zwischen Motorhaube und Motor. Das Verletzungsrisiko wird durch dieses Luftkissen vermindert.

Auch Volvo hat in seinem V40 serienmäßig eine neue Technik zum Schutz für Passanten eingebaut. Der Fußgänger-Airbag ist zwischen Motorhaube und Windschutzscheibe platziert und im Stadtverkehr bei Geschwindigkeiten von 20 bis 50 km/h aktiv. Fährt das Auto einen Fußgänger an, lösen sieben Beschleunigungssensoren in der vorderen Stoßstange den Airbag aus. Der hebt die Motorhaube um etwa zehn cm an und breitet sich innerhalb von 50 Millisekunden auf dem unteren Drittel der Windschutzscheibe und an deren Seiten aus.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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