17.09.2014, 16:22 Uhr | 1 |

Lebensmittelversorgung in Singapur Spanische Architekten entwickeln Hochhäuser für den Salatanbau

Sie haben eine geschwungene Form und stehen mitten im Wasser: Hochhäuser, in denen Lebensmittel wachsen. Die Idee eines spanischen Architekturbüros soll Singapur in Zeiten der Bevölkerungsexplosion eine neue Perspektive für die Lebensmittelversorgung bieten. Im kleinen Maßstab experimentiert auch Frankreich mit vertikaler Landwirtschaft. 

Hochhäuser des Architekturbüros Forward Thinking Architecture
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Hochhäuser des Architekturbüros Forward Thinking Architecture: Sie sind so geformt, dass jede Etage optimal mit Sonnenlicht versorgt wird. 

Foto: Forward Thinking Architecture

Bodenverarmung, Klimawandel und stetig steigende Bevölkerungszahlen führen zu einem Umdenken in der Lebensmittelversorgung in Singapur. Dort werden derzeit etwa 90 Prozent aller Nahrungsmittel importiert, da nicht genügend Platz zum eigenen Anbau vorhanden ist.

Architekten des spanischen Architekturbüros Forward Thinking Architecture haben sich eine Art schwimmendes Hochhaus ausgedacht. Darunter kann man sich einen mehrere hundert Meter hohen Wolkenkratzer vorstellen, der am Rand eines Flusses ins Wasser gebaut wird und ausschließlich für die Nahrungsproduktion für Stadtbewohner genutzt wird. Er ist geschwungen geformt, sodass die Pflanzen in jeder Etage die optimale Dosis Sonne abbekommen.

Auch Frankreich experimentiert mit vertikaler Landwirtschaft

Nicht ganz so hoch wie in Singapur geht es beim innovativen Gartenbau des Städteplaners Philippe Audubert in Lyon hinaus. Das Projekt Fermes Urbaines Lyonnaises (FUL) verbindet vertikale Landwirtschaft mit der sogenannten Hydroponik. Diese Technik verwendet für die Pflanzenzucht keinerlei Erde, sondern ernährt die Pflanzen mit einer flüssigen Nährstofflösung.

Das Gewächshaus besteht aus verschiedenen Etagen, in denen künstliches Klima herrscht. Im Erdgeschoß werden Salatsetzlinge angebaut. Sie durchlaufen für jede Wachstumsphase auf einem Fließband verschiedene Etagen, bis sie im Obergeschoss beim natürlichen Sonnenlicht ankommen und dort auch geerntet werden. Verglichen mit der konventionellen Produktion von Gemüse und Obst, werden bei dieser Methode etwa 90 Prozent weniger Wasser und Pflanzenschutzmittel benötigt. Da die Salatköpfe direkt in der Stadt wachsen, reduzieren sich auch die CO2-Emissionen, die durch lange Transportwege verursacht werden. 

Auf diese Weise sollen in Frankreich etwa 600.000 Salatköpfe jährlich geerntet werden. Die ersten Anbauversuche sollen im Sommer 2016 starten.

Reisanbau in China in 187,5 Metern Höhe

Auch das spanische Architektenbüro Javier Ponce Architects (Japa) hat eine Idee für die vertikale Landwirtschaft in China und dafür den FuturArc-Preis 2013 erhalten. In China können nur etwa 15 Prozent der Ackerfläche landwirtschaftlich kultiviert werden, obwohl das Land die größte Ackerfläche weltweit hat. Das Konzept der Spanier sieht ein 187,5 Meter hohes Hochhaus mit acht Liften vor, das komplett mit Photovoltaik-Glas ausgestattet ist. Der Reisanbau erfolgt auf Hydrokultur und profitiert von natürlichem Sonnenlicht. 

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Von Petra Funk
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kommentare
26.09.2014, 15:18 Uhr Salatkopf
So what? Zumindest die Idee ist nicht neu. Die Technik dazu (Hydroponic etc) ist in Fachkreisen ein alter Hut (Aquaponic ist da etwas neuer und fortschrittlicher, Urban farming auf Hochhäusern wurde auch schon einge Male gebaut, insb in NL gibt es ein paar schöne Dakakker) Was haben die nun hier entwickelt? Ein Pappmodel und ein paar Renderings als Werbung für die eigene Planungsbude bestenfalls.
Denn bauen wird es so (noch lange) niemand. es ist (leider) immer noch billiger den Regenwald in Malysia, Indonesien und sonst wo abzuholzen um Lebensmittel für Singapur und sonstwo zu produzieren (oder Palmöl für uns alle), als sowas auf die Betonbeine zu stellen.
Irgendwann werden sowas vielleicht mal bauen... Besonders schwer ist das nicht.

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