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09.05.2016, 13:14 Uhr | 0 |

Super App fürs Reisen Bahn macht’s möglich: Ein Ticket für Leihrad, Taxi, Zug und Flugzeug

Die Deutsche Bahn will die Digitalisierung nutzen, um Reiseangebote von Tür-zu-Tür zu vermitteln. Fahrgäste sollen künftig über eine neuartige Bahn-App auch Fahrräder, Leihwagen und Anschlussfahrten aus einer Hand buchen. Sogar eine Flotte autonom fahrender Autos will die Bahn aufbauen.

ICE-Züge im Hauptbahnhof München
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ICE-Züge im Hauptbahnhof München: Die Bahn arbeitet an einer Fahrkarte, die auf einer Strecke in allen Verkehrsmitteln gilt.

Foto: Uwe Miethe/Deutsche Bahn

Bahn-Chef Rüdiger Grube hat am Wochenende im Interview mit der WirtschaftsWoche eine nationale Mobilitätskarte gefordert, mit der Kunden Zug fahren, Räder ausleihen, Busse und Taxis nutzen und auch bezahlen können. „Am Monatsende gibt es dann eine Rechnung wie fürs Telefon. Und der Kunde hat die Garantie, dass das System stets den günstigsten Tarif abrechnet.“

Allerdings wäre der frühere Daimler-Manager nicht ein guter Bahn-Chef, wenn er sein Unternehmen nicht selbst als Anbieter sehen würde. „Meine größte Befürchtung ist, dass sich zwischen den Kunden und uns als Bahn eine digitale Plattform dazwischenschaltet, die mit uns gar nichts zu tun hat und den Buchungsprozess für unsere Kunden managt. Uns bliebe salopp gesagt, noch die Rolle des Lohnkutschers."

Bahn entwickelt bundesweite Mobilitätskarte

Die Bahn sei deshalb längst dabei, solch eine Mobilitätskarte und entsprechende digitale Angebote wie Apps zu entwickeln. „Wir entwickeln eine App, mit der Sie suchen und zugleich buchen können – über alle Verkehrsträger hinweg.“

Längst sind einzelne Elemente solcher Angebote in der Erprobung. So hat die Bahn vor zwei Jahren Qixxit gestartet. Auf dem Portal und mit der App kann man die Möglichkeiten durchspielen, wie man am schnellsten oder günstigsten oder am umweltfreundlichsten von A nach B kommt. Wie man verkehrsmittelübergreifend Verbindungen sucht, weiß die Bahn also längst. 15 verschiedene Verkehrsmitteln sind in der Qixxit-Software integriert, vom zu Fuß gehen über das Fahrrad, die Bahn, den Leihwagen bis zum Flugzeug. Nur ein Ticket buchen, das für alle Verkehrsmittel gilt, das kann auch Qixxit noch nicht.

Bahn will auch eigene Flotte mit autonom fahrenden Autos aufbauen

Auch das Autonome Fahren elektrisiert die Bahn. „Wir arbeiten an Projekten und werden mit Sicherheit in Zukunft Flotten mit fahrerlosen Autos betreiben“, kündigt Grube an. Denn eine Flotte autonom fahrender Elektroautos wäre ideal, um beispielsweise Fahrgäste mit ähnlichen Reisezielen in kleinen Gruppen nach Hause zu bringen, wenn Busse und Anschlusszüge nicht mehr fahren. Genau das macht das Start-up Clever Shuttle, an dem sich die Bahn beteiligt hat.

Beta-Tests sind in München und Leipzig angelaufen, im Juni folgt Berlin. Allerdings fahren die Autos noch nicht autonom, sondern haben einen Fahrer, der sich per App rufen lässt.  „Für die letzte Meile bringen wir künftig Kunden mit Elektrofahrzeugen nach Hause“, so Grube in der WirtschaftsWoche. „Es ist günstiger als ein Taxi, weil der Fahrer unterwegs weitere Fahrgäste mitnehmen darf.“ Und man darf sicher sein, dass auch dieses neue Verkehrsmittel in der künftigen Bahn-MobilApp integriert wird.

Bahn will auch Mitfahrgelegenheiten vermitteln

Mit einem weiteren Pilotprojekt denkt die Bahn auch an den ländlichen Raum, wo ohne Auto derzeit Mobilität oft sehr schwierig ist. So hat die Bahn das Portal und die App Flinc entwickelt. Sie funktioniert wie die gute alte Mitfahrzentrale und bringt Fahrer und Mitfahrer zusammen, erleichtert also das Bilden von Fahrgemeinschaften auf dem Land.

Dabei hat die Bahn besonders diejenigen im Blick, die regelmäßig beispielsweise zu einem Bahnhof fahren, um zur Arbeit oder zur Uni zu kommen. Aber die Bahn denkt da weiter. Wenn sie über eine eigene Fahrzeugflotte verfügt, könnte sie auch Pendler im Schwarzwald einsammeln und von autonom fahrenden Autos zum Bahnhof bringen. Das allerdings wäre dann wirklich die Einlösung des alten Slogans: Die Bahn macht mobil.

Sie verstehen nur Bahnhof? Hier lesen Sie, wie Ingenieure dafür sorgen wollen, dass man Durchsagen auf dem Bahnhof auch versteht.

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Von Axel Mörer-Funk
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