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25.01.2016, 11:21 Uhr | 0 |

Tourismus ins All Triumph: Blue Origin lässt Recycling-Rakete erneut sicher landen

Können wir schon bald einen Kurztrip ins All machen? Das Unternehmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos gibt Grund zur Hoffnung: Es hat die Recycling-Rakete New Shepard zum zweiten Mal in Folge sicher auf der Erde landen lassen. Das hat noch niemand geschafft!

Landung der Rakete New Shepard
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Landung der New Shepard: Eine neue Landesoftware glich Winde in Bodennähe aus. Die Recycling-Rakete landete dadurch nicht ganz in der Mitte der Plattform, dafür aber wesentlich eleganter und sicherer. 

Foto: Blue Origin

Der Tourismus ins Weltall, ein möglicherweise milliardenschwerer Zukunftsmarkt, hängt besonders von einem Faktor ab: von Raketen, die nach ihrem Einsatz nicht in einem teuren Feuerwerk verglühen, sondern sicher zur Erde zurückkehren. Amazon-Gründer Jeff Bezos hat jetzt mit seinem Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin einen Meilenstein auf diesem Weg erreicht.

Rund zwei Monate nach dem ersten erfolgreichen Versuch hat sein Unternehmen Blue Origin die Recycling-Rakete New Shepard erneut an den Rand des Weltalls gebracht. Und erneut sicher auf der Erde landen lassen. Damit ist es den Ingenieuren erstmals gelungen, eine recyclebare Rakete tatsächlich wiederzuverwenden. Der historische Moment der Weltraumgeschichte ereignete sich schon am 22. Januar 2016.

Allerdings ließ Bezos den Termin geheim halten – offenbar war er sich nicht sicher, dass Start und Landung gelingen. Erst nachträglich wurde ein Video ins Netz gestellt.

Neue Software lässt New Shephard elegant landen

New Shepard hob auf einem Testgelände im US-Bundesstaat Texas ab und stieg in 101,7 km Höhe auf. Dort setzte die Rakete eine Kapsel aus, in der später Touristen sitzen könnten. Die Kapsel schwebte später an Fallschirmen zum Boden zurück. Das Ziel von Blue Origin: Wohlbetuchte Weltraumtouristen sollen zukünftig einige Minuten Schwerelosigkeit und einen einmaligen Blick auf den Blauen Planeten genießen können – für einen sechsstelligen US-Dollar-Betrag.

New Shepard selbst hingegen, das zeigt das Video, schoss wie ein Stein zur Erde zurück. Kurz vor dem Aufprall zündeten Bremsraketen, sodass die Rakete unbeschadet auf einer Plattform aufsetzen konnte. Die Landung war im Vergleich zum ersten Flug sogar noch eleganter. Denn Priorität der Landesoftware war es nicht mehr, New Shepard genau in der Mitte der Plattform landen zu lassen. Vielmehr sollte sich die Rakete im Anflug flexibel zeigen, Windverhältnisse ausgleichen und dadurch stabiler landen. Und das hat sie zur Freude von Blue Origin auch geschafft.

Recycling-Rakete Falcon-9: Konkurrent SpaceX kämpft mit Pechsträne

Doch freut sich auch Elon Musk über diesen Erfolg? Der milliardenschwere Tesla-Gründer ist Bezos Konkurrent bei Recycling-Raketen. Sein Unternehmen SpaceX versucht ebenfalls, Raketen wieder sicher auf der Erde landen zu lassen. Und muss dabei zahlreiche Rückschläge hinnehmen: So ist eine Falcon-9-Rakete Mitte Januar bei der Landung umgekippt und explodiert – zum vierten Mal in Folge. Die einzige erfolgreiche Rückkehr gelang SpaceX im Dezember 2015.

Allerdings ist ein direkter Vergleich zur Technologie von Blue Origin nicht ganz fair. Denn die Recycling-Rakete New Shepard ist nicht nur deutlich kleiner als die Falcon-9 von SpaceX. Sie ist außerdem nur für suborbitale Flüge an die Grenze des Weltalls in rund 100 km Höhe ausgelegt. Falcon-9 hingegen ist für technisch anspruchsvollere Raumfahrtmissionen vorgesehen. 

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Von Patrick Schroeder
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