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Zwei Autobahnen bekommen Oberleitungen für Hybrid-Lkw

30. Januar 2017

Zwei Autobahnen bekommen Oberleitungen für Hybrid-Lkw
Dieses Bild wird sich demnächst auch auf zwei deutschen Autobahnen bieten: elektrische Lastwagen, die angedockt an eine Oberleitung fahren, die sie mit Strom versorgt. Im Juni 2016 ging der erste eHighway auf einer öffentlichen Straße in Betrieb. Auf einem zwei Kilometer langen Autobahnabschnitt der E16 nördlich von Stockholm. Die Teststrecken in Deutschland werden 12 km lang sein.
Bald wird sich auf zwei deutschen Autobahnen ein merkwürdiges Bild bieten: Lastwagen mit Elektromotoren fahren angedockt mit einem Stromabnehmer unter einer Oberleitung. Sieht so die Brummi-Zukunft aus? 
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Oberleitungen auf Autobahnen, die Hybrid-Lkw mit Strom versorgen und damit riesige Batterien überflüssig machen, sind nach Meinung von Siemens, einem der führenden Entwickler dieser Technik, die Zukunft. Und auch Lkw-Hersteller sehen das Potential dieser Technik. Volvo und Scania testen das System bereits auf jeweils zwei Kilometer langen öffentlichen Strecken, Volvo in Kalifornien, Scania in Schweden.

Zwölf Kilometer lange Strecken

Länger sollen die Teststrecken in Deutschland ausfallen. Jeweils zwölf Kilometer lang sollen sie sein. Siemens wird sie nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in Zusammenarbeit mit den Bundesländern Schleswig-Holstein und Hessen bauen. Im Februar sollen die ausgewählten Strecken offiziell bekannt gegeben werden.

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Auch der Deutsche Umweltrat, das von der Bundesregierung eingesetzte Sachverständigengremium für Umweltfragen, sieht in den elektrisch betriebenen Lastwagen eine Zukunftstechnologie. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt. Ende 2018 sollen die Strecken in Betrieb genommen werden.

Der eHighway ist laut Siemens im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so effizient. Die Versorgung der Lkw über eine Oberleitung mit Strom soll nicht nur eine Halbierung des Energieverbrauchs bringen, sondern auch eine Verringerung der lokalen Luftverschmutzung.

Der Praxistest soll zeigen, ob sich der Aufwand lohnt, Straßen zu elektrifizieren. Und der ist enorm: Schon 2012 schätzten Experten die Kosten für einen Kilometer Oberleitung auf bis zu 2,5 Millionen Euro. Dafür würde laut Siemens ein 40-Tonner auf 100.000 Kilometern rund 20.000 Euro an Spritkosten sparen.

Wachsender Güterverkehr

Hintergrund des Projektes ist der wachsende Güterverkehr: Eine Prognose der Bundesregierung geht von knapp 40 % mehr Güterverkehr bis zum Jahr 2030 aus. Ziel ist es, dieses Wachstum möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Und die Bahn kann laut der Schätzung nur ein Fünftel davon übernehmen. Auch hier fielen bei einem Netzausbau enorme Kosten an. Würden 30 % des Lkw-Verkehrs abgasfrei per Öko-Strom aus der Oberleitung angetrieben, fielen sechs Millionen Tonnen weniger CO2 an, rechnet Siemens vor.

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Koordiniert wird der Testbetrieb auf der Autobahn von VDI/VDE Innovation+Technik. Der Dienstleister gilt als Experte für Projekte rund um die Entwicklung der Elektromobilität. Bund, Länder und Industrie arbeiten mit dem Berliner Unternehmen zusammen. Die benötigten Infrastrukturen werden von den Bundesländern ausgeschrieben. Darauf können sich interessierte Unternehmen bewerben.

Rückgewinnung der Bremsenergie

Bei den Lastwagen, die die Strecken testen sollen, handelt es sich um Hybridfahrzeuge. Der Wechsel zwischen den Antrieben erfolgt automatisch. Sobald der Transporter über die Oberleitung mit Strom versorgt wird, schaltet sich der Dieselmotor ab. Ein eingebauter Akku speichert überschüssigen Strom. Die Elektromotoren der eHighway-Lkw ermöglichen eine Rückgewinnung der Bremsenergie, so dass kurze Strecken beim Verlassen der Oberleitung noch elektrisch gefahren werden können.

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Der Stromabnehmer auf dem Dach des Lkw ist beweglich und gleicht die Abweichungen durch das Lenken des Fahrers in der Spur automatisch aus. Elektrifiziert ist maximal Tempo 90 möglich. Siemens erprobt solche Hybridfahrzeuge mit Volvo und Scania seit Jahren auf einem Gelände in Groß Dölln, nördlich von Berlin.

Nur stark und oft benutzte Strecken im Visier

Dass in Deutschland das gesamte Autobahnnetz mit Oberleitungen am Fahrbahnrand der rechten Spur aufgerüstet wird, ist illusorisch. Auch Siemens hat vor allem Strecken mit hohem Transportaufkommen und regelmäßigem Lkw-Pendelverkehr im Visier. Eine erste Strecke könnte nach Einschätzung des Unternehmens in 10 bis 15 Jahren in den Normalbetrieb übergehen. Das hält auch Projektträger VDI/VDE Innovation+Technik für realistisch.

Vision X von Bosch: Der Lkw ist voll vernetzt und fährt auf der Autobahn autonom, während sich der Fahrer um die Logistik kümmert.

Wie sich Bosch das Transportwesen 2026 vorstellt, können Sie hier nachlesen. Und über Lkw-Konvois, die fast automatisch nach Rotterdam gefahren sind, können Sie sich auf dieser Seite informieren. Auch haben wir bereits über den schweren Serien-Lkw von Mercedes berichtet, der rein elektrisch fährt. Mit einer Reichweite von 200 km soll der neue Urban eTruck vor allem im Lieferverkehr in den Städten eingesetzt werden.

 



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