Fahrräder aus Bambus und Holz 13.04.2013, 08:00 Uhr

Zum Schutz der Umwelt: Ökoräder aus nachwachsenden Rohstoffen

Fahrrad fahren ist gut für die Umwelt. Das wissen wir alle. Doch die Produktion eines Fahrrades verbraucht Rohstoffe und Energie. Berliner Studenten haben jetzt Fahrräder aus Holz und Bambus hergestellt.

Studenten der TU Berlin haben Räder aus Holz und Bambus gebaut und auf der Hannover Messe vorgestellt.

Studenten der TU Berlin haben Räder aus Holz und Bambus gebaut und auf der Hannover Messe vorgestellt.

Foto: TU Berlin/Nawaro-Initiative

Holz oder Bambus sind nachwachsende Rohstoffe, aus denen die Studenten der Technischen Universität (TU) Berlin ihre Öko-Räder bauen. In ihrer Projektwerkstatt „Nawaro-Fahrrad“ bauen sie neuartige Fahrradteile, die keine Schadstoffe produzieren und das Klima schützen.  „Ziel ist, das Fahrrad zu 90 Prozent aus biologischen Rohstoffen herzustellen“, erklärt Thomas Finger von der TU Berlin dem Portal Golem.de.

Prototypen auf der Hannover-Messe

Die Fahrräder der angehenden Ingenieure fallen wirklich aus dem Rahmen und zogen auf der Hannover Messe staunende Blicke auf sich. Der üblicherweise aus Stahl oder Aluminium gefertigte Rahmen besteht bei den Nawaro-Rädern aus Bambus oder Holz. Selbst der Lenker ist aus Holz gefertigt, die Griffe bestehen aus Kork. Auch der Gepäckträger besteht aus Holz. Die Stützstreben aus Bambus. Die Schutzbleche wurden aus gepressten Flachsfasern hergestellt. Diese seien jedoch mit dem umweltschädlichen Epoxidharz laminiert, kritisiert Finger.

Kautschuk aus Löwenzahn

Umweltfreundlich ist auch der Antrieb des Fahrrades: Ein Zahnriemen aus einer synthetischen Kautschuk-Kunstfaser-Mischung wird anstelle einer Kette eingesetzt. Der Kautschuk lässt sich aus dem heimischen Löwenzahn produzieren. Es sei auch denkbar, die Reifen aus Löwenzahn-Kautschuk herzustellen, meint Finger.

Dieses Rad ist vorwiegend aus Bambus gefertigt.

Dieses Rad ist vorwiegend aus Bambus gefertigt.

Foto: TU Berlin/Nawaro-Initiative

Für die Herstellung der Sättel suchen die Berliner Studenten noch nach einer Lösung. Möglicherweise könne Rinde oder Weidengeflecht verwendet werden. Leder kommt nicht in Frage, da die TU-Studenten nur Rohstoffe pflanzlicher Natur verwenden wollen.

Erstaunlich ist, dass die Räder mit 12 bis 13 Kilogramm sogar leichter sind als ein konventionelles Trekkingrad aus Aluminium. Der Rahmen wiegt fünf Kilogramm, erklärt Finger. Doch die Holzkonstruktion soll noch abspecken: Derzeit werde an einem leichteren Rahmen in Schichtbauweise gearbeitet, um etwa ein bis zwei Kilo einzusparen.

Öko-Radtour im Sommer geplant

Im Sommer wollen die Berliner Studenten ihr Öko-Rad bekannt machen. Ihr Plan ist, von Freiburg über Berlin nach Kopenhagen zu fahren. Jedoch fehlen ihnen noch Räder. Daher suchen sie nach Sponsoren, die den Bau der Holz- und Bambusvelos unterstützen wollen. Pro Velo muss mit 800 Euro gerechnet werden.

Auch in der Mitarbeit wird noch Unterstützung benötigt. Teilnehmen können alle Studenten der TU Berlin und anderer Hochschulen. Das Projekt kann im Rahmen des Bachelor- oder Masterstudiengangs im freien Wahlbereich belegt werden. Die TU Berlin hat bereits im Jahr 1985 „Projektwerkstätten für sozial und ökologisch nützliches Denken und Handeln“ errichtet. Eine Projektwerkstatt hat in der Regel eine Laufzeit von zwei Jahren.

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