China-Auto 03.09.2026, 15:30 Uhr

Xiaomi startet 2027 in Deutschland, acht große Autohändler sind dabei

Xiaomi bereitet seinen Deutschlandstart für 2027 vor. Acht Händlergruppen sollen den Aufbau von Vertrieb und Service unterstützen.

Xiaomi-Logo auf rotem Lack

Xiaomi will seine Autos ab 2027 auch in Deutschland verkaufen und bereitet dafür derzeit den Aufbau eines Vertriebs- und Servicenetzes vor.

Foto: picture alliance / CFOTO | CFOTO

Xiaomi bereitet den Verkauf seiner Autos in Deutschland vor. Der chinesische Technologiekonzern will 2027 in den europäischen Markt einsteigen und baut dafür ein Vertriebs- und Servicenetz auf. Auf der IFA in Berlin hat Xiaomi Auto nun Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen unterzeichnet. Welche Modelle bei ihnen stehen werden und zu welchen Preisen, ist allerdings noch offen.

Diese acht Händlergruppen sind dabei

Absichtserklärungen hat Xiaomi mit folgenden Unternehmen unterzeichnet:

  • Ernst Dello GmbH & Co. KG
  • Autohaus Dinnebier GmbH
  • Emil Frey Germany
  • Fett & Wirtz Automobile GmbH & Co. KG
  • Hahn Automobile GmbH + Co. KG
  • LUEG Mobility GmbH
  • Penske-Jacobs Innovation GmbH
  • SPT Avior SE & Co. KG

Damit wird der angekündigte Deutschlandstart erstmals konkret. Allerdings handelt es sich noch nicht um endgültige Händlerverträge. Auch konkrete Standorte oder Vertriebsgebiete nennt Xiaomi bislang nicht.  Nach Angaben des Unternehmens ist die Zusammenarbeit der erste Schritt zum Aufbau eines europäischen Vertriebs- und Servicenetzes. Weitere Händler sollen hinzukommen.

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Xiaomi entwickelt bereits in München

Der Einstieg in Deutschland wird nicht erst seit der IFA vorbereitet. Bereits im September 2025 eröffnete Xiaomi in München sein erstes Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektrofahrzeuge außerhalb Chinas.

Dort arbeiten Ingenieurinnen, Ingenieure und Designer unter anderem an Fahrzeugdynamik, Elektrofahrzeugtechnik, automatisiertem Fahren und neuen Fahrzeugplattformen. Gleichzeitig sollen die Fahrzeuge an europäische Anforderungen bei Sicherheit, Qualität und Fahrverhalten angepasst werden.

Xiaomi hat damit einen ähnlichen Weg eingeschlagen wie andere chinesische Hersteller, die Entwicklung und Vertrieb zunehmend näher an ihre europäischen Absatzmärkte rücken. Der Wettbewerb dürfte 2027 entsprechend größer werden. Auch der chinesische Hersteller Chery will im ersten Halbjahr 2027 in Deutschland starten. Anders als Xiaomi setzt Chery zunächst allerdings vor allem auf Vollhybride und Plug-in-Hybride.

Xiaomi SkyNomad N70: Das knapp fünf Meter lange SUV mit Range Extender gehört zu Xiaomis neuer Familienbaureihe. Ob das Modell 2027 auch nach Deutschland kommt, ist bislang offen. Foto: picture alliance / CFOTO | CFOTO

Mehr als 700.000 Xiaomi-Autos ausgeliefert

Im Autogeschäft ist Xiaomi erst seit gut zwei Jahren aktiv. Das erste Fahrzeug wurde im März 2024 ausgeliefert. Seitdem ist die Sparte schnell gewachsen. Bis zum 30. Juli 2026 hat Xiaomi nach eigenen Angaben mehr als 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Den Anfang machte die elektrische Limousine SU7, später folgte das SUV YU7.

Mit seinen leistungsstarken Modellen nutzt Xiaomi auch den Nürburgring als technische Bühne. Im April 2025 umrundete ein serienmäßiger SU7 Ultra mit Track-Paket die Nordschleife in 7:04,957 min und stellte damit damals den offiziellen Rekord in der Kategorie der elektrischen Oberklasse auf. Seit April 2026 liegt in dieser Kategorie allerdings wieder ein Porsche Taycan Turbo GT mit Manthey-Kit vorne.

Auch beim automatisierten Fahren nutzt Xiaomi die Nordschleife. Im Juni 2026 absolvierte ein YU7 GT mit Track-Paket die 20,8 km lange Runde ohne menschlichen Fahrer in 10:29,483 min. Der Nürburgring führt die Fahrt als ersten offiziellen Eintrag in seiner neuen Rekordkategorie „Autonomous Driving“.

Welche Xiaomi-Modelle kommen nach Deutschland?

Das ist weiterhin offen. Xiaomi hat weder bestätigt, dass SU7 oder YU7 regulär in Deutschland verkauft werden, noch Preise oder Ausstattung für den europäischen Markt genannt. Bereits Ende 2025 hatten Berichte über weitere geplante Xiaomi-Modelle und einen möglichen Europastart für Aufmerksamkeit gesorgt. Damals fehlte allerdings noch eine konkrete Vertriebsstruktur.

Die Situation ist heute eine andere: Xiaomi nennt Deutschland ausdrücklich als einen der Märkte für 2027 und hat mit dem Aufbau eines Händlernetzes begonnen. Welche Fahrzeuge tatsächlich in den deutschen Showrooms stehen werden, dürfte der Hersteller erst näher am Marktstart bekannt geben.

Quellen

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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