IAA Nutzfahrzeuge 21.09.2016, 08:59 Uhr

VisionX: So stellt sich Bosch das Transportwesen 2026 vor

Der Lkw der Zukunft fährt auf der Autobahn automatisch im Konvoi und wacht über die Ruhezeiten des Fahrers. Der wird aber keineswegs arbeitslos. Vielmehr mutiert er vom Fahrer zum Logistikmanager, plant die nächste Route und bearbeitet Frachtpapiere. So stellt sich Bosch das Transportwesen von morgen in seiner Studie VisionX vor.

VisionX: So stellt sich Bosch das Transportwesen 2026 vor

Seine Vision X des Lkw der Zukunft stellt Bosch auf der IAA Nutzfahrzeuge vor. Der Lkw ist voll vernetzt und fährt auf der Autobahn autonom, während sich der Fahrer um die Logistik kümmert.

Foto: Bosch

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Je nach Verkehr und Straßenverhältnissen soll der VisionX mit dem passenden Antrieb fahren, mit dem Dieselmotor oder elektrisch.

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Per Cloud sind die Kunden stets informiert, wo ihre Ware gerade unterwegs ist.

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„Viele sprechen über die Zukunft, dieser Truck ist sie.“ So vollmundig kommt das Präsentationsvideo von Bosch über die Truck-Konzeptstudie VisionX daher. Mit diesem Blick in den Warentransport von morgen will der Automobilzulieferer Bosch auf der IAA Nutzfahrzeuge vom 22. bis 29. September 2016 in Hannover punkten. „Der Trucker wird in Zukunft vom Fahrer zum Logistikmanager“, glaubt Markus Heyn, Mitglied der Bosch-Geschäftsführung.

„40-Tonnen-Smart Device auf Rädern“

„Der Lkw der Zukunft ist ein 40-Tonnen-Smart Device auf Rädern“, sagt Heyn. „Wir wollen eine Bedienoberfläche schaffen, die so einfach ist wie ein modernes Smartphone.“ Die frei programmierbaren Displays stellen die jeweils relevanten Informationen variabel und situationsabhängig dar.

Der Touchscreen gibt dem Benutzer beim Bedienen dabei eine haptische Rückmeldung. Die dargestellten Tasten auf dem Bildschirm fühlen sich wie realistische Knöpfe an, so dass die Bedienung auch ohne hinzusehen möglich ist. Der Blick des Fahrers bleibt auf die Straße gerichtet.

Der VisionX denkt auch an die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten. Ist diese erreicht, so sucht der Lkw automatisch nach einen freien Stellplatz und reserviert diesen über die Cloud.

Durch die Vernetzung des Lkw hat der Spediteur laufend Zugriff auf alle Informationen, kennt die Route, erfährt auch, wenn der Laster im Stau steht, kennt die Ladekapazität und die geladenen Waren. Jeder Zeit können Fahrer und Spediteur die Route je nach Verkehrsbelastung ändern und optimieren, neue Zwischenstopps einplanen und zusätzliche Warentransporte programmieren.

Je nach Verkehr und Strecke wählt der Lkw sogar die optimale Antriebsart und kann zwischen Diesel- und Elektromotor wählen.

Platoon als Güterzug von Lastwagen

Das Steuer übernimmt 2026 der Lkw vor allem auf der Autobahn selbst . Kaum ist der Truck auf der Autobahn angekommen, gliedert er sich in einen Platoon ein, das ist eine Art Güterzug aus Lastwagen. In diesem Platoon fahren die beteiligten Trucks in einem Abstand von nur 10 bis 15 m elektronisch vernetzt im Konvoi.

Die Gas-, Brems- und auch die Lenkeingriffe der Platoon-Partner sind synchronisiert, was die Sicherheit gegenüber der Alleinfahrt deutlich erhöht. Zudem profitieren alle Partner im Platoon-Konvoi durch eine Ersparnis beim Kraftstoff von bis zu 10 %. Das gilt natürlich nicht für den Konvoi-Führer. Deshalb erhält das vorausfahrende Fahrzeug automatisch über die Cloud einen Ausgleich von allen im Windschatten mitfahrenden Partnern.

Dass Platooning funktioniert, haben erst im April sechs Konvois verschiedener Lkw-Hersteller gezeigt, die quer durch Europa nach Rotterdam gefahren sind.

Ohne Außenspiegel, aber mit Kamera unterwegs

Verzichten will Bosch in Zukunft auch auf große Außenspiegel. Die Spiegel sind derzeit viel zu groß, stören die Aerodynamik und haben trotzdem das Problem des toten Winkels, der Radfahrern in der Stadt oft zum Verhängnis wird. Für Bosch ist die Zukunft des Außenspiegels daher digital. Auf der IAA präsentiert Bosch eine kamerabasierte Lösung, die die beiden Außenspiegel komplett ersetzt.

Das Mirror Cam System reduziert den Luftwiderstand des Trucks und reduziert den Spritverbrauch um ein bis zwei Prozent. Die Anzeige der Videobilder erfolgt über Displays innerhalb des Führerhauses. Durch die Digitalisierung ist auch eine Darstellung der Bilder möglich, die verschiedene Verkehrssituationen berücksichtigt.

Bei der monotonen Autobahnfahrt geht der Kamerablick weiter nach hinten, während im wuseligen Verkehr in der Stadt ein möglichst großer Blickwinkel erfasst wird. Bei Fahrten im Dunkeln der Nacht verbessert zudem ein erhöhter Kontrast die eingeschränkte Sicht.

Diese Design-Studie zeigt, wie faszinierend Lkw sein können.

 

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