Memminger Roadster 2.7 18.04.2018, 13:05 Uhr

So wird der VW Käfer zum offenen Sportwagen

Geht der klassische VW Käfer als gemütliche Tuckerkiste in die Geschichte ein? Nicht, wenn es nach Georg Memminger geht. Nach 20 Jahren Käfer-Tuning hat der Restaurator den Roadster 2.7 entwickelt – einen Sportwagen im Käfer-Look.

So wird der VW Käfer zum offenen Sportwagen

Von Tuckerkiste keine Spur: Der Super-Käfer hat einen Heckantrieb mit 210 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h.

Foto: Memminger

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Markantes Heck: Memminger Käfer.

Foto: Memminger

So wird der VW Käfer zum offenen Sportwagen

Im Vergleich zum klassischen Käfer ist der Roadster von Memminger etwas flacher und breiter.

Foto: Memminger

So wird der VW Käfer zum offenen Sportwagen

Eine Kleinserie von 20 Roadstern ist im Gespräch, die Memminger bauen will.

Foto: Memminger

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Der VW Käfer hat Automobilgeschichte geschrieben. Kaum ein anderes Auto brachte es zu vergleichbarer Beliebtheit. 21,5 Millionen Exemplare hat VW zwischen 1938 und 2003 verkauft – das machte den Buckelporsche eine Zeit lang zum meistverkauften Auto der Welt. Nur eines war der Käfer nie: schnell. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei gemütlichen 140 km/h. Ändern will das Georg Memminger, der seit 20 Jahren in Reichertshofen bei Ingolstadt alte Käfer restauriert.

Sein Traum: Den Flair der Ikone am Leben halten, ihr aber technisch einen sportlicheren Anstrich verleihen. „Wir wollen zeigen, dass wir in der Lage sind, ein neues Auto zu bauen, das die Gene des Käfers noch in sich hat“, unterstreicht Firmengründer Georg Memminger. Es hört auf den Namen Memminger Roadster 2.7. „Mit unserem Projekt schreiben wir die 80-jährige Geschichte des Käfers weiter.“

Käfer-Roadster bringt nur 800 kg auf die Waage

Der Memminger Roadster 2.7 erinnert optisch an den klassischen Käfer, bringt aber auch neue Elemente ein. Basis ist ein originales Käfer-Chassis mit einem serienmäßigen Radstand von 2,4 m – die typische Motorhaube und die süßen runden Scheinwerferaugen inklusive. Der Roadster liegt allerdings flacher, hat weit ausladende Kotflügel, verbreiterte Schwellerbereiche, große Sporträder, eine gekürzte Frontscheibe und zwei Airdomes hinter den beiden Sitzen. Auf die Waage bringt er rund 800 kg. Ein wahres Leichtgewicht, genau wie die Klassiker, die zwischen 730 und 930 kg wiegen.

Käfer im Sportwagen-Look: Der Roadster hat weit ausladende Kotflügel, verbreiterte Schwellerbereiche und große Sporträder.

Käfer im Sportwagen-Look: Der Roadster hat weit ausladende Kotflügel, verbreiterte Schwellerbereiche und große Sporträder.

Quelle: Memminger

Und im Inneren? Da verzichtet Memminger auf moderne EDV. Es gibt einen Tacho, einen Drehzahlmesser, ein Öldruckthermometer, eine Uhr und einen Schalthebel. Technischer Schnick-Schnack wie ein Infotainmentsystem haben keinen Platz.

Neuer Käfer bringt 210 PS auf die Straße

Der Heckantrieb des Käfers hat es auch in den Memminger Roadster 2.7 geschafft. Allerdings hat sich das Unternehmen nicht mit den alten Ottomotoren zufriedengegeben, die maximal 50 PS auf die Straße gebracht haben. Die Alternative: ein selbstentwickelter luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor, der es mit 2,7 Liter Hubraum auf 210 PS bringt. Er beschleunigt den Roadster über ein Fünf-Gang-Getriebe auf eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h. Das dürfte dem stolzen Fahrer den einen oder anderen staunenden Blick bescheren. Schließlich ist man beim Anblick eines Käfers doch eher gemütliche Sonntagsfahrten gewohnt.

Der letzte Käfer wurde am 3. Juli 2003 im VW-Werk in Puebla in Mexiko produziert.

Der letzte Käfer wurde am 3. Juli 2003 im VW-Werk in Puebla in Mexiko produziert.

Quelle: Volkswagen

Wie teuer ist der Super-Käfer?

Zwar ist der Roadster bislang nur ein Konzeptfahrzeug. Doch Memminger könnte sich vorstellen, bei Interesse eine Kleinserie mit maximal 20 Exemplaren aufzulegen. Schon heute fertigt der Restaurator viele Käfer-Teile selbst. Wie teuer der Spaß wird? Das verrät Memminger nicht. So günstig wie ein Käfer, der 1985 für rund 11.000 Mark zu haben war, wird der Roadster auf jeden Fall nicht sein. Die Preise für Restaurationen liegen zwischen 95.000 und 175.000 Euro.

Übrigens hat es der Käfer auch schon zum Kunstobjekt gebracht – kunstvoll zu einer Kugel gepresst.

Eine runde Sache: die Käferkugel in gelb.

Eine runde Sache: die Käferkugel in gelb.

Quelle: Ichwan Noor

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

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