Vorerst Auslieferungsstopp 19.02.2014, 12:38 Uhr

Mehrere Porsche 911 GT3 ausgebrannt

Porsche hat die Auslieferung seines 911 GT3 gestoppt. Der Grund: Innerhalb kürzester Zeit gingen zwei neue Sportwagen in der Schweiz und Italien in Flammen auf. Aus bislang ungeklärter Ursache. Auch einen Rückruf des neuen Modells wollte ein Unternehmenssprecher nicht ausschließen. „Es ist gegebenenfalls ein Schaden an bestimmten Chargen“, sagte Thomas Haag.

Der von der Kantons-Polizei St. Gallen fotografierte Porsche GT3 brannte nur wenige Minuten, nachdem der Fahrer des Sportwagens merkwürdige Geräusche im Motorraum registriert hatte und von der Autobahn A1 abgefahren war. 

Der von der Kantons-Polizei St. Gallen fotografierte Porsche GT3 brannte nur wenige Minuten, nachdem der Fahrer des Sportwagens merkwürdige Geräusche im Motorraum registriert hatte und von der Autobahn A1 abgefahren war. 

Foto: Kantonspolizei St. Gallen

Zum ersten Vorfall kam es am 5. Februar 2014 in der Schweiz. Nach Angaben der Kantonspolizei St. Gallen fuhr der Porsche-Fahrer aufgrund merkwürdiger Geräusche im Motorenbereich von der Autobahn ab und stoppte das Fahrzeug. Er stellte auslaufendes Öl und austretenden Rauch aus dem Heckmotor fest. Nur kurze Zeit später hatte das Fahrzeug Feuer gefangen und brannte vollständig aus. Ein Totalschaden im Wert von rund 160.000 Euro

Der zweite Brandschaden dieser Art ereignete sich vergangene Woche in Süditalien. Ein Fahrer des Porsche-Clubs Campania war ebenfalls mit seinem nagelneuen Porsche GT3 unterwegs, als ein Warnsignal wegen niedrigen Öldruckes aufblinkte. Wenig später fing auch dieses Fahrzeug aus mysteriösen Gründen Feuer und brannte komplett aus. Die Autofahrer kamen nicht zu Schaden. Nach Angaben des Porsche-Clubs war es bereits der fünfte GT3, der in Europa ausbrannte.

Keine Warnung an alle Porsche GT3-Besitzer

Porsche sieht die Brandfälle derzeit noch als Einzelfälle an und hat daher keine Warnung an alle Porsche GT3-Besitzer abgegeben. Der Vorfall betreffe nur einzelne Wagen. Das Problem sei eingrenzbar, erklärte der Automobilbauer gegenüber der Zeitung „Die Welt“, da es sich in beiden Fällen um Neuwagen handele.

Die Fahrzeuge wurden zur Porsche Zentrale transportiert, wo Porsche-Techniker das vergangene Wochenende mit der Suche nach den Brandgründen verbrachten. Möglicherweise verursacht ein gerissenes Pleuel in einem Zylinder, das die Kolben mit der Kurbelwelle verbindet, das Problem. Neben einem Motorschaden würde dabei nach Angaben eines Porsche-Sprechers auch heißes Öl auslaufen, das einen Motorbrand auslösen kann. Der Stuttgarter Automobilhersteller hofft noch in dieser Woche die Ursache der Brände genau benennen zu können.

Dieses Jahr hat der Stuttgarter Autobauer bereits 322 Luxuswagen des Modells 911 GT3 verkauft. Das Modell ist seit August 2013 auf dem deutschen Markt erhältlich und das sportlichste 911-Modell, das es bisher gab. Der GT3 kann extrem schnelle Fahrleistungen erbringen. Dafür hat er einen 3,8-Liter-Saugmotor, der bei einer Höchstdrehzahl von 9.000 U/min liegt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 315 km/h. Der Preis für diesen Supersportwagen beginnt bei 137.303 Euro.

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