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Kleinster Feuerlöscher der Welt soll E-Autos endlich sicherer machen

08. April 2022

Animation eines E-Autos mit Trennschalter
Das Unternehmen Job Gruppe hat sich einen Trennschalter patentieren lassen, der die Sicherheit von E-Autos im Falle eines Brandes deutlich erhöhen soll.
Foto: Job Gruppe
Ein kleiner Feuerlöscher für ein E-Auto? Das Unternehmen Job Gruppe hat einen besonderen Trennschalter entwickelt, der bei Brandgefahr ein Elektroauto sicherer machen soll. Erste Automobilhersteller sollen Interesse bekundet haben, diesen in künftige Serienproduktionen zu integrieren.
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Die von der Bundesregierung erwünschte und unterstützte Verkehrswende nimmt weiter Fahrt auf. Gut 14% aller neu zugelassenen Fahrzeuge sind Elektroautos. Bei den Plug-In-Hybriden liegt der Marktanteil bei etwas mehr als 11%. Betrachtet man ihren Anteil allerdings im Vergleich zur Gesamtzahl aller Autos, die in Deutschland zugelassen wurden, kommt man nur auf jeweils 1,3% – für E-Autos und Plug-In-Hybride. Neben der Reichweite gibt es ein weiteres Thema, das immer wieder diskutiert wird und viele Verbraucher zögern lässt: die Sicherheit solcher Fahrzeuge im Fall eines Brandes.

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Es gab schon einige Brände, bei denen zum Glück keine Personen zu Schaden kamen. Dennoch entstand wohl ein erheblicher Sachschaden. Dadurch kommt immer wieder die Frage auf: Wie sicher sind Elektrofahrzeuge überhaupt? Die Automobilhersteller geben darauf einhellig die Antwort: Sie sind sehr sicher. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass die Antriebstechnik noch nicht so lange erprobt ist wie die von Verbrennungsmotoren. Ein solcher Vergleich ist deshalb auch eigentlich gar nicht sinnvoll. Bei der Sicherheit gibt es offensichtlich noch Potenzial zur Verbesserung. Anders lassen sich die Brände aus der jüngsten Vergangenheit kaum deuten.

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Mehr Sicherheit im E-Auto durch elektromechanischen Trennschalter

Bei E-Autos kommt es vor allem darauf an, die Ausfallsicherheit der Batterien zu gewährleisten. Ziel sei es, auf jeden Fall eine Überhitzung zu vermeiden. Sie könne eine Kettenreaktion, auch Thermal Runaway genannt, auslösen. Dadurch entsteht dann möglicherweise ein Brand, der sich nicht mehr stoppen lässt. Aktuell ist es in den meisten Elektrofahrzeugen so geregelt: Ermittelt das Batteriemanagement eine Überhitzung des Lithium-Ionen-Akkus, wird in der Regel die Systemspannung daraufhin gesenkt. So soll Schlimmeres verhindert werden.

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Das Unternehmen Job Gruppe aus Ahrensburg hat nun mit dem Partner Intercable eine alternative Lösung entwickelt: Ein autarker thermomechanischer Trennschalter soll nach ihren Angaben die beschriebenen Risiken beherrschbar machen. In Kombination mit einem elektronischen Abschaltsystem seien laut der beiden Partner hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit möglich. Der Hochvolt-Trennschalter öffne sich selbstständig, sobald eine festgelegte Temperatur innen im Energiespeicher überschritten wird. Dieser Vorgang lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Die Technik dahinter ist eine besonders robuste Glasampulle, die als sogenannter Aktuator genutzt wird – vergleichbar mit der bei einer Sprinkleranlage. Diese stellt die Job Gruppe her und nennt sie E-Bulb.

E-Auto wird sicherer dank kleinstem Feuerlöscher der Welt

„Das Wirkungsprinzip der E-Bulb packt das Problem an der Wurzel und unterbricht sicher den Strom, indem mögliche Brände oder Lichtbögen bei der Stromtrennung direkt gelöscht werden“, erklärt Markus Fiebig, Senior Product Manager der Job Gruppe. Den sogenannten E-Bulb hat sich das Unternehmen bereits als feuerlöschende Sicherung zertifizieren lassen. Er sei gerade einmal so groß wie eine 1-Euro-Münze. „Nicht ohne Grund nennen wir den E-Bulb den kleinsten Feuerlöscher der Welt“, ergänzt Fiebig.

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Die beiden Partner befänden sich nach eigenen Angaben bereits in Gesprächen mit Automobilherstellern und die ersten würden bereits einen Einsatz der Hochvolt-Trennschalter in ihre Serienproduktionen in Erwägung ziehen. „Das macht die Anschaffung von Elektrofahrzeugen noch attraktiver, da Brandrisiken weiter minimiert werden können“, sagt Christoph Baumgartner, Projektleiter im Bereich Applied Research bei Intercable.

Idee für sicherere E-Autos stammt aus Sprinkleranlagen

Die Firma Job Gruppe mit Sitz in Ahrensburg bei Hamburg gibt es bereits seit 50 Jahren. Gegründet wurde sie 1971 von Eduard Job. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb von thermisch auslösenden Glasampullen. Sie kommen in automatischen Sprinklern zum Einsatz, die seit einiger Zeit Standard in der Sprinklerindustrie sind. Das Unternehmen beschäftigt sich auch mit Löschkonzepten, um vor allem Schäden zu mindern. Dabei legen sie den Fokus darauf, Brände bereits in der Entstehungsphase zu erkennen und gezielt löschen zu können. Das nennt man in der Branche auch geräte-integrierten Brandschutz.

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