Gebrauchtkauf ist nicht zwingend ein Risiko 03.11.2025, 17:30 Uhr

So lange hält der Akku eines Plug-in-Hybrids wirklich

Der ADAC hat gemeinsam mit Aviloo, einem Spezialisten für Batteriediagnosen, diverse Akkus von Plug-in-Hybriden (PHEVs) geprüft. Das Ergebnis zeigt, wie wichtig ein Batteriecheck beim Gebrauchtwagenkauf ist und dass die Bedenken hinsichtlich der Akku-Lebensdauer nicht durchweg berechtigt sind.

Typenschild eines Plug-in-Hybrids auf einem weißen Fahrzeug

Der ADAC hat Akkus von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen genauer analysiert. Das Ergebnis zeigt: Auch als Gebrauchtwagen sind sie eine Option.

Foto: smarterPix / DCStudio

Plug-in-Hybride führen viele Menschen erstmals an die Welt der Elektromobilität heran. Häufig stellen sich Interessierte die Frage, wie widerstandsfähig die Batterien solcher Modelle bei stetig wachsender Kilometerzahl bleiben. Vor allem bei gebrauchten PHEVs steht die Alltagstauglichkeit der Akkus häufig im Fokus, wenn es darum geht, ein solches Auto zu kaufen.

Eine umfassende Erhebung auf Basis von 28.500 Fahrzeugen bietet erstmals präzise Einblicke zum Thema. Sie zeigt auf, welche Risiken beim Kauf existieren und wie PHEV-Besitzerinnen und -Besitzer die Lebensdauer ihres Akkus sogar aktiv beeinflussen können.

Auch Akkus von Plug-in-Hybriden altern

Mit Plug-in-Hybriden lassen sich viele Strecken vollelektrisch bewältigen. Ein Verbrenner vermittelt dabei zusätzliche Sicherheit. Die Energiespeicher dieser Fahrzeuge sind in der Regel kleiner als die von reinen E-Autos. Das bedeutet: Sie werden öfter geladen und beansprucht. Resultiert daraus automatisch das Ergebnis, dass der Akku schneller altert?

Die Frage nach dem realen Kapazitätsverlust und der Alltagstauglichkeit beschäftigt besonders Käuferinnen und Käufer von Gebrauchtwagen. Sie wünschen sich einen möglichst langen, sorgenfreien Einsatz ihres Plug-in-Hybrids.

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Laufleistung wirkt sich auf Haltbarkeit des Akkus aus

Wird ein Plug-in-Hybrid oft elektrisch bewegt, durchläuft sein Akku schnell viele Ladezyklen. Das kann sich negativ auswirken: Nach Ablauf der Herstellergarantie trägt die Fahrzeughalterin oder der -halter im Schadensfall die Kosten. Und diese können sich je nach Modell im höheren vier- bis fünfstelligen Bereich bewegen.

Insgesamt bleibt die Alterung jedoch meist im erwartbaren Bereich. Die Studie macht vielen potenziellen PHEV-Käuferinnen und -Käufern Hoffnung: Die Batterie verliert ihre Kapazität bei den meisten Modellen nur moderat.

Akkus im PHEV: Unterschiede bei den Herstellern

Trotzdem zeigen die Ergebnisse deutliche Unterschiede zwischen Herstellern und Nutzungsprofilen. Nicht jeder Plug-in-Hybrid verhält sich gleich. Daten zu BMW, VW, Volvo, Ford, Mercedes und Mitsubishi demonstrieren große Bandbreiten bei der Kapazitätsentwicklung.

Mercedes verfügt insgesamt über eine auffällig stabile Batterieleistung bis 200.000 Kilometer. Mitsubishi startet dagegen mit merkbarer Degradation, die sich später stabilisiert. VW- und Volvo-Fahrzeuge zeigen auch bei höherem Elektroeinsatz keine extremen Einbußen. BMW-Modelle erhalten nicht umsonst eine Akku-Garantie bis zu sechs Jahren oder 100.000 Kilometern und acht Jahren und 160.000 Kilometern. Denn die Degradation zeigt sich schon deutlich, vor allem bei starker Nutzung. Bei Ford nimmt die Batteriekapazität verglichen mit anderen Herstellern schneller ab – genaue Vorhersagen sind aber mangels Langzeitdaten schwierig.

Akkus im PHEV: Unterschiede bei den Herstellern

Den Gesundheitszustand eines Akkus bezeichnen Fachleute auch als State of Health, kurz SoH. Für den Vergleich betrachtete der ADAC PHEVs mit einer Laufleistung bis zu 200.000 Kilometer, unterteilt nach Nutzungsintensität. Kundinnen und Kunden mit überwiegend elektrischem Fahren weisen meist niedrigere SoH-Werte auf.

Neben der Fahrleistung und dem Anteil elektrischer Nutzung spielen weitere Faktoren wie Batterietyp, Zellqualität, Temperaturbedingungen und Ladeverhalten eine Rolle. Die meisten Batterien erreichen jedoch ein typisches Autoleben, und zeigen nur die zu erwartenden Kapazitätsverluste.

Tipps für den Gebrauchtwagenkauf: Akku eines Plug-in-Hybrids betrachten

Der ADAC empfiehlt Gebrauchtwagenkäuferinnen und -käufern, auf folgende SoH-Werte zu achten: Bei 50.000 km mindestens 92 Prozent, nach 100.000 km noch wenigestens 88 Prozent, nach 150.000 km 85 Prozent und nach 200.000 km immer noch etwa 80 Prozent.

Weicht das Prüfergebnis stark davon ab, ist möglicherweise eine beschleunigte Alterung oder ein Zelldefekt vorhanden. Vor dem Kauf schafft ein Batterie-Check Klarheit und schützt vor bösen Überraschungen. Den bietet der ADAC in Kooperation mit dem Diagnosespezialisten Aviloo an verschiedenen Standorten an.

So schonen Sie den Akku Ihres Plug-In-Hybrids

Wer überwiegend elektrisch fahren will, sollte überlegen, ob ein reines E-Auto vielleicht die bessere Lösung ist. Regelmäßige Wartungen sind die Basis – nur mit vollständigem Serviceheft und termingerechter Pflege bleibt der Garantieanspruch erhalten. Der SoH-Wert liefert einen wertvollen Anhaltspunkt für die Rest-Lebensdauer des Akkus.

Ständiges Aufladen auf 100 Prozent oder vollständiges Entladen sollte vermieden werden. Ein Ladebereich zwischen 20 und 80 Prozent gilt als besonders schonend für den Akku. Bei einigen PHEVs lässt sich das sogar einstellen.

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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