Tesla veröffentlicht Umweltbericht 24.04.2019, 10:48 Uhr

Fokus Ökologie: Tesla plant eigenes Batterierecycling

E-Autos und Environment: Das Für und Wider der Elektroautos in Bezug auf ihre Umweltrelevanz wird stark diskutiert. Unter anderem stehen die Batterien unter Beobachtung: Was passiert mit ihnen, wenn deren Energiequelle versiegt ist? Tesla hat darauf möglicherweise eine Antwort, denn das Unternehmen entwickelt sein eigenes Batterierecycling.

Logo auf einer Ladesäule von Tesla

Logo auf einer Ladesäule von Tesla.

Foto: panthermedia.net/swisshippo

Batterien auf den Müll?

Wir alle tragen unsere Batterien aus dem Haushalt in die Supermärkte und Drogerien, wo Sammelstationen eine fach- und umweltgerechte Entsorgung versprechen. Allein die Tatsache, dass Batterien nicht einfach in der Mülltonne landen (dürfen), zeigt das Gefährdungspotenzial für die Umwelt auf. Autobatterien stehen natürlich ebenfalls im Fokus von Verbrauchern, denn E-Autos verschleißen diese. Ganz besonders ist das beim Tesla Model 3 und allen anderen Elektrofahrzeugen der Fall. Das Unternehmen hat nun reagiert und entwickelt sein eigenes Batterierecycling für Tesla Model 3 & Co.

Energiequellen: Alternativen entwickeln

Bislang dominiert unter den Herstellern von Elektroautos die Zweitverwertung der Batterien. Ob BMW oder Renault: Die Autofabrikanten setzen auf eine Verwertung der Energiequellen. Sowohl der private Haushalt als auch industrielle Unternehmen können hier bedient werden. Batterien dienen somit als Energiespeicher und erleben ein Revival in einem anderen Kontext.

Tesla plant eine Alternative zu diesem Vorgehen. Wie das Unternehmen bekanntgab, sollen die Batterien im eigenen Recyclingkreislauf wiederverwertet werden. Zu lesen ist dies im „Impact Report 2019“ des Herstellers, der über aktuelle Entwicklungen und Zielsetzungen berichtet.

Zerlegen und wiederverwerten

Kerngedanke des Batterierecyclings von Tesla ist es, die Bestandteile der Batterien zunächst voneinander zu trennen. Zwei grundsätzliche Gruppen von Material ergeben sich daraus: zum einen die wesentlichen Bestandteile von Cobalt bis Lithium, die die Energiefunktion zukünftiger Batterien sicherstellen werden. Zum anderen Metalle wie Aluminium, Stahl oder Kupfer, für die es ohnehin ein breitgefächertes Anwendungsspektrum gibt.

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Batterierecyling als Kernkompetenz

Im US-amerikanischen Nevada ist die Gigafactory 1 von Tesla beheimatet, die bislang ausschließlich der Batteriefertigung, etwa für das Tesla Model 3, diente. Nun soll auch Batterierecycling eine der Kernkompetenzen in dieser Niederlassung werden. Den geschlossenen Recyclingprozess bezeichnet das Unternehmen in seinem Impact Report als „fesselnde Lösung“, die ein zirkuläres Modell der Batterienutzung anstrebe, anstatt fossile Treibstoffe zu verbrennen. Die Vorteile des Batterierecylings sind jedoch nicht nur im umweltrelevanten Bereich beheimatet. Auch Kosten könnten deutlich reduziert werden. Das Recyceln alter Materialien ist deutlich günstiger als neue Materialien anzuschaffen und zu transportieren.

Start-up als Kompetenzquelle?

Der exakte Recyclingprozess wird im Impact Report nicht bekanntgegeben. Ob ein Geheimnis daraus gemacht wird, um ein Alleinstellungsmerkmal in Sachen Batterierecycling bei E-Autos zu generieren, oder ob die Fertigung von Batterien via Recycling noch nicht zielführend entwickelt ist, kann nur spekuliert werden.

Fakt ist jedoch, das Recycling als Stichwort in Zusammenhang mit Tesla wohl länger ein Thema ist. Dies hängt eng mit der Person von JB Straubel zusammen. Der Mitbegründer von Tesla hat nicht nur entscheidenden Anteil an den Visionen des Unternehmens, sondern könnte durch sein vor 2 Jahren gegründetes Recyclingunternehmen auch das nötige Know-how für die Batteriewiederverwertung mitbringen. Dem Unternehmen wird nachgesagt, in enger Verbindung mit Tesla zu stehen, sodass Kooperation auf dem Gebiet des Recyclings von Batterien mehr als wahrscheinlich sein dürfte.

Für eine halbe Milliarde E-Autos werden in der Gigafactory bis zum Jahr 2020 Batterien benötigt. Vor diesem Hintergrund ist der Handlungsbedarf offensichtlich. Zudem ist geplant, auch in Europa eine Gigafactory zu errichten.

Verbraucher wünschen sich Umweltfreundlichkeit

Wer sich für ein E-Auto entscheidet, gibt als einen der Hauptgründe auch den Umweltaspekt an. In diesem Zusammenhang ist es nur logisch, dass Verbraucher im Batteriebereich eine umweltfreundliche Variante wünschen. Gut möglich also, dass Tesla mit dem Konzept für Batterierecycling bei den Konsumenten offene Türen einrennen wird.

Wenn Tesla ein schlüssiges Batterierecycling verwirklichen kann, wird das Unternehmen einige Zeit als alleiniger Anbieter auftreten. Auch dies ist Grund genug, die Entwicklung nachhaltig zu forcieren.

Fazit

Wer den Hype um die neue Superbatterie verfolgt hat, ahnt, dass Batterien ohnehin ein Markt mit zukunftsträchtiger Bedeutung sein werden. Das gilt selbstverständlich auch für den Recyclingaspekt der Batterien, die zwar umweltkritisch sind, aber auch eine Menge von Materialien aufweisen, die die Wiederverwertung überaus lohnenswert machen. Der ökologische Fußabdruck ist für ein Unternehmen wie Tesla wichtig und trägt zum Image des Unternehmens nachhaltig bei. Wie im Impact Report publiziert wurde, erwartet Tesla aus ökonomischer Perspektive ebenso Erfolgsergebnisse wie in umweltrelevanter Hinsicht.

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Ein Beitrag von:

  • ingenieur.de

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