Testflüge gelungen 06.07.2015, 06:55 Uhr

Fliegendes Motorrad Flike hebt mit sechs Propellern ab

Fliegende Motorräder scheinen zum neuen Trend zu werden: Nach dem britischen Hoverbike melden nun ungarische Ingenieure die Entwicklung eines fliegenden Motorrades. Das Flike besitzt sechs Propeller und soll bald in Serie produziert werden.

So soll das Flike einmal aussehen: Das Motorrad für die Luft wird von sechs Rotoren angetrieben.

So soll das Flike einmal aussehen: Das Motorrad für die Luft wird von sechs Rotoren angetrieben.

Foto: whatisflike.com

Es müssen Star-Wars-Fans aus Ungarn sein, die das Flike entwickelt haben. Denn das „Personal Skytrike“ ähnelt stark dem legendären Imperial Speeder Bike in Star Wars. Der Prototyp des fliegenden Motorrads, genannt Flike, eine Wortkombination aus Fly und Bike, funktioniert ähnlich wie ein Hubschrauber. Drei Doppelrotoren sorgen für den Auftrieb. Zwei Doppelrotoren sind vorne angeordnet, dann kommt der Sitz des Piloten, hinten folgt ein einzelner Doppelrotor.

Die ersten bemannten Testflüge hat der Prototyp erfolgreich bestanden. Das Flike schwebte sicher über dem Boden und war in der Lage, auch Windbewegungen auszugleichen. Das ungarische Forscherteam arbeitet bereits an einem zweiten Prototypen, der die Basis für ein kommerziell nutzbares Produkt liefern soll.

Prototyp hat erste Flüge absolviert

Der erste Prototyp wurde in nur sechs Monaten von der Bay Zoltan Nonprofit Ltd. entwickelt, dem staatlichen Institut für Angewandte Forschung in Ungarn. Schon drei Monate später gelangen erste bemannte Testflüge mit dem „Integrated Concept Demonstrator“ mit einem Startgewicht von 210 kg vom Flugfeld Miskolc in Ungarn. „Flike ist ein revolutionäres elektrisches Fluggerät“, erläutern die Entwickler auf ihrer Web-Seite whatisflike.com.

Das fliegende Motorrad Flike bei einem Testflug: Das Fluggerät soll bald bis zur Serienreife weiterentwickelt werden. Es soll sich so leicht steuern lassen wie ein Fahrrad.

Das fliegende Motorrad Flike bei einem Testflug: Das Fluggerät soll bald bis zur Serienreife weiterentwickelt werden. Es soll sich so leicht steuern lassen wie ein Fahrrad.

Quelle: whatisflike.com

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Konkret handelt es sich um einen so genannten koaxialen Y6-Layout Tricopter. Das Gerät wird von sechs Rotoren angetrieben, die in gegenläufigen Paaren auf drei Achsen angeordnet und aus Karbon gefertigt sind. Die Maximalgeschwindigkeit soll bei 60 km/h liegen.

Ein Computer an Bord sorgt für Stabilität

Aufgrund dieses Aufbaus kann Flike durch die Anpassung der Rotationsgeschwindigkeit der einzelnen Rotoren gesteuert werden. Ein an Bord befindlicher Computer gewährleistet dabei die Stabilität, Position und die Flughöhe. Damit soll Flike genau so einfach wie ein Fahrrad zu bedienen sein.

Die elektrischen Motoren werden durch Lithium-Polymer-Akkus mit Energie versorgt. Die Batterien ermöglichen 15 bis 20 min Schweben oder einen Reiseflug von 30 bis 40 min.

Flike verhält sich im Flug wie ein Hubschrauber

Die Entwickler von Flike vergleichen das Flugverhalten ihres Gefährts mit dem eines Hubschraubers. Das bedeutet, das Flike kann schweben, sich drehen, verschiedene Kurven nehmen, driften, gieren, steigen und steil abtauchen. Die Forscher wollen nun ein Start-up gründen, dass das Flike zur Serienreife weiterentwickeln und auf den Markt bringen soll. Zu Preis und Zeiträumen machen die Ungarn keine Angaben.

Das Flike wird von gegenläufigen Rotoren aus Karbon angetrieben. Die Elektromotoren werden von Lithium-Ionen-Akkus mit Energie versorgt.

Das Flike wird von gegenläufigen Rotoren aus Karbon angetrieben. Die Elektromotoren werden von Lithium-Ionen-Akkus mit Energie versorgt.

Quelle: whatisflike.com

Übrigens sind die Ungarn nicht die ersten, die ein Motorrad für die Lüfte entwickeln. Gerade erst hat die US Army einen Entwicklungsauftrag für das Hoverbike des britischen Entwicklers Chris Malloy vergeben. Mit dem Hoverbike wollen die US-Truppen Soldaten auf Patrouille schicken.

 

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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