Moto Pogo aus Kanada 26.06.2015, 08:51 Uhr

Elektrisches Einrad will Stehroller Segway vom Thron stoßen

Nein, es kippt nicht um. Weder zur Seite, noch nach vorn oder hinten. Aber wackelig sieht es schon aus, das einrädrige Elektrorad, das ein kanadischer Entwickler in Montreal erfunden hat. Das Moto Pogo balanciert ähnlich wie der zweirädrige Stehroller Segway. Allerdings wird das Einrad im Sitzen und nicht stehend gefahren. 

Das Einrad Moto Pogo ist bis zu 25 km/h schnell und hat eine Reichweite von bis zu 30 km.

Das Einrad Moto Pogo ist bis zu 25 km/h schnell und hat eine Reichweite von bis zu 30 km.

Foto: Moto Pogo

Zugegeben, in der aktuellen Version weckt das einrädrige Gefährt Assoziationen an das geläufige Sprichwort vom Affen auf dem Schleifstein. Doch mit ein bisschen Weiterentwicklung könnte sich das Vehikel mit dem Namen Moto Pogo vielleicht zu einem City Trend entwickeln. Was steckt dahinter?

Nach mehreren Jahren Tüftelei und ein paar Prototypen hat der kanadische Entwickler Carl Dagenais zusammen mit vier Mitarbeitern ein Gefährt vorgestellt, das eigentlich aus nicht viel mehr besteht als einem großen Rad, darauf ein spartanisch wirkender Sitz und zwei Handgriffen. Für den Antrieb sorgt ein 500 Watt starker Elektromotor, der von einer Lithium-Ionen-Batterie mit 60 Volt angetrieben wird.

Da geraten auch die Möwen in Bewegung: Ein Moto Pogo auf dem Weg durch einen Park.

Da geraten auch die Möwen in Bewegung: Ein Moto Pogo auf dem Weg durch einen Park.

Foto: Moto Pogo

Gyroskop und Sensoren sorgen für Stabilität

Ähnlich wie beim Stehroller Segway sorgen auch im Moto Pogo ein integriertes Gyroskop und ein Beschleunigungssensor dafür, dass der Fahrer stets in der Senkrechten bleibt und nicht plötzlich nach hinten oder vorne umkippt. Mit maximal 25 km/h vorwärts geht es, wenn der Fahrer sich nach vorne lehnt, gebremst wird durch Zurücklehnen. Durch leichte Gewichtsverlagerung geht’s um die Kurve.

Näher verwandt als mit dem zweirädrigen Segway dürfte das Moto Pogo aber mit dem im vergangenen Jahr vorgestellten Einrad Ryno sein – ein ebenfalls einrädriges Sitzgefährt, dessen wuchtiger Reifen noch stärker an ein Motorrad erinnert.

Die Idee für das Ryno-Bike kam dem US-amerikanischen Ingenieur Chris Hoffmann, als seine 13-jährige Tochter ein ähnliches Gefährt in einem Videospiel entdeckte. 

Die Idee für das Ryno-Bike kam dem US-amerikanischen Ingenieur Chris Hoffmann, als seine 13-jährige Tochter ein ähnliches Gefährt in einem Videospiel entdeckte. 

Foto: Ryno Motors

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter wirbt das Team um Carl Dagenais um Finanzierungshilfe. Das eher niedrig gesetzte Ziel von 10.000 Kanadischen Dollar wurde allerdings längst überschritten. Mit derzeit nur 20 Unterstützern ist bereits mehr als die doppelte Summe zusammengekommen. Für umgerechnet nicht ganz 1600 Euro erhalten die frühen Unterstützer des Projekts ihr eigenes Moto Pogo. Der reguläre Preis soll später bei etwa 1800 Euro liegen.

Moto Pogo ist schneller als das Ryno

Im Vergleich mit dem Ryno kommt das Moto Pogo etwas eleganter und weniger wuchtig daher. Mit einer Akkuladung fährt es etwa 30 km weit, das Ryno hingegen nur 16. Auch ist letzteres mit 72 kg mehr als doppelt so schwer wie das Moto Pogo (29 kg). In puncto Topspeed schlägt das Moto Pogo mit 25 km/h das Ryno, welches es auf 16 km/h bringt. Allerdings verfügt letzteres wohl über mehr Sitzkomfort. Die Anschaffung eines Moto Pogo belastet das Konto mit etwa 1800 Euro – deutlich weniger als beim Ryno, das etwa 4100 Euro kostet.

Das Moto Pogo kommt aus Kanada und soll demnächst auch Manager umweltfreundlich zur Arbeit bringen.

Das Moto Pogo kommt aus Kanada und soll demnächst auch Manager umweltfreundlich zur Arbeit bringen.

Foto: Moto Pogo

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