Elektromobilität 13.05.2026, 14:00 Uhr

Die Menschen kaufen wieder Tesla

Kuriose Entwicklung: Im Innovationsranking bei den Elektrofahrzeugen verliert Tesla Plätze, in der Käufergunst nahm der Musk-Konzern zu.

Tesla

Das Model Y ist eine der wenigen Cash-Cows von Tesla. Hier rollen gerade bei der Endkontrolle Model Y vom Band in der Gigafactory Berlin-Brandenburg.

Foto: picture alliance/dpa/Patrick Pleul

Die Aufkleber auf Tesla-Fahrzeugen sind allen noch gut in Erinnerung: „Sorry, I bought this before Elon went crazy“. Diese Entschuldigung drückte den Protest der Tesla-Eigner gegen Elon Musks Ausflug in die Politik aus. Sein quasi offizielles Department of Government Efficiency (DOGE) sollte 2025 die Regierungseffizienz steigern, Bürokratie abbauen und Ausgaben kürzen.

Die Folge war jedoch: Massenentlassungen, wichtige Fördergelder wurden gestrichen und sein Team leistete sich unautorisierte Zugriffe auf sensible Personendaten. Das ikonische Foto mit einem Kettensägen-schwingenden Musk und seine skurrilen Tanzeinlagen auf Trump-Veranstaltungen taten ihr übriges: Die Tesla-Verkäufe brachen ein. Laut Erhebung des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) verkaufte Musk in 2025 48,4 % weniger Fahrzeuge als im Jahr davor.

Foto: picture alliance / Photoshot/World Economic Forum / Avalon Elon Musk in conversation with Laurence D. Fink, Chair and CEO of BlackRock at the World Economic Forum 2026 Annual Meeting in Davos, Switzerland, Credit:World Economic Forum / Avalon

Autokäufer haben Musk wieder lieb

Doch seitdem sich Musk wieder aus der Politik zurückgezogen hat, scheinen die Kunden mit dem Tesla-Konzern wieder versöhnt: Das KBA verzeichnete bei den Neuzulassungen für den April 2026 ein Plus von 256 % gegenüber dem Vorjahres-April. Mehr noch: Laut dem regelmäßig erscheinenden „Electromobility-Report“ des Center of Automotive Management (CAM) hat Tesla in Q1 des Jahres den chinesischen Hersteller BYD wieder vom weltweiten Thron der meistverkauften Elektrofahrzeuge gestoßen. Und das, obwohl der Musk-Konzern im selben Report von Platz drei auf Platz sechs gerutscht ist was die Innovationsstärke im Bereich der Elektromobilität angeht – eine Domäne, die Tesla lange anführte.

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Elektromobilität: Deutsche und chinesische Hersteller sind die innovativsten

Doch mittlerweile sind andere Hersteller hier führend, allen voran deutsche und chinesische Hersteller. Man könnte sagen, dass die weltweite Elektromobilität derzeit eine historische Verschiebung der Kräfteverhältnisse erlebt. Während chinesische Hersteller wie BYD und Geely in den vergangenen Jahren den Takt vorgaben, holen deutsche Autobauer inzwischen massiv auf. Gleichzeitig verliert Tesla – lange Zeit das Synonym für Elektromobilität – zunehmend seine Sonderstellung. Neue Innovationsrankings des Electromobility Report 2026 zeigen: Die Konkurrenz ist technologisch näher gerückt, teilweise sogar vorbeigezogen.

Besonders bemerkenswert ist laut Report dabei die Entwicklung von Geely. Der chinesische Konzern verdrängt erstmals die Volkswagen Group von der Spitze der innovationsstärksten Elektroautohersteller.

Geely setzt neue Maßstäbe bei Elektro-Innovationen

Laut dem aktuellen Electromobility Report 2026 gilt die Geely-Gruppe inzwischen als innovationsstärkster Konzern der Elektromobilität. Mit 209 Indexpunkten liegt Geely vor der Volkswagen Group mit 200 Punkten und dem chinesischen Rivalen BYD mit 171 Punkten. Das Ranking basiert auf hunderten bewerteten Serieninnovationen im Zeitraum von 2020 bis 2025. Bewertet wurden unter anderem Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Energieverbrauch und digitale Ökosysteme.

Geely überzeugt dabei nicht nur mit einer großen Modellpalette, sondern vor allem mit technologischen Spitzenleistungen. Der Lotus Emeya erreicht beispielsweise Ladeleistungen von bis zu 450 kW. Auch der Zeekr Mix setzt mit extrem kurzen Ladezeiten neue Standards. Volkswagen wiederum punktet mit hochintegrierten Batteriesystemen und enorm leistungsstarken Plattformen. Der elektrische Porsche Cayenne kombiniert eine 113-kWh-Batterie mit über 810 kW Leistung und einer Beschleunigung auf Sportwagenniveau.

BYD bleibt Innovationsgigant – trotz erster Schwächen

Auch BYD zählt weiterhin zu den großen Gewinnern der Elektromobilität. Der Konzern hat sich in den vergangenen Jahren vom chinesischen Herausforderer zu einem globalen Schwergewicht entwickelt. Technologisch setzt BYD vor allem bei Batterien und Schnellladetechnik Maßstäbe. Modelle wie der Han L verfügen über eine weiterentwickelte Blade-Batterie, extrem schnelle 1000-kW-Ladesysteme und Hochleistungsantriebe mit Drehzahlen jenseits von 30.000 Umdrehungen pro Minute.

Dennoch zeigt sich 2026 erstmals eine gewisse Abschwächung des chinesischen Wachstumstempos. Der Wegfall staatlicher Förderungen in China sowie der harte Preiskampf auf dem Heimatmarkt setzen viele Hersteller zunehmend unter Druck.

Deutsche Hersteller holen überraschend stark auf

Besonders bemerkenswert ist laut Report die Entwicklung deutscher Hersteller. Noch vor wenigen Jahren lagen chinesische Unternehmen bei der Elektro-Innovationsstärke deutlich vorne. Inzwischen hat Deutschland fast gleichgezogen. Der Anteil deutscher Hersteller an der globalen Elektro-Innovationskraft liegt mittlerweile bei knapp 32 % und damit nahezu auf dem Niveau chinesischer Hersteller.

Vor allem BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz treiben diese Entwicklung voran. BMW gelang im Innovationsranking sogar der Sprung von Platz zehn auf Rang fünf. Maßgeblich dafür ist unter anderem die neue „Neue Klasse“-Architektur. Der kommende BMW iX3 soll Reichweiten von bis zu 805 km ermöglichen und neue KI-basierte Funktionen bieten. Mercedes-Benz punktet wiederum mit dem neuen CLA, der in den Bereichen Verbrauch, Reichweite und Ladegeschwindigkeit neue Bestwerte erzielen soll.

Auch Renault überrascht mit starken Fortschritten. Die Franzosen setzen konsequent auf bidirektionales Laden und Vehicle-to-Grid-Technologien, bei denen Elektroautos als Stromspeicher für Haushalte und Stromnetze dienen können.

Tesla verliert seine technologische Dominanz

Die vielleicht größte Überraschung des Reports ist jedoch der deutliche Absturz von Tesla. Der einstige Innovationsführer fällt erstmals aus den Top 3 heraus und landet nur noch auf Rang sechs.

Über Jahre hinweg galt Tesla als unangefochtener Technologietreiber der Branche. Doch während chinesische und deutsche Hersteller ihre Elektroplattformen massiv weiterentwickelten, brachte Tesla vergleichsweise wenige echte Innovationen auf den Markt. Die Modellpalette wirkt inzwischen vielerorts überaltert. Vor allem Model 3 und Model Y tragen weiterhin den Großteil der Verkäufe, während neue Modelle fehlen. Der Cybertruck entwickelte sich zudem deutlich schwächer als erwartet.

Elon Musk und DOGE belasten die Marke Tesla

Eine zentrale Rolle bei Teslas Problemen spielt zunehmend Elon Musk selbst. Seine politische Rolle rund um die umstrittene US-Regierungsinitiative DOGE sorgte 2025 weltweit für Kritik. Investoren und Analysten warfen ihm vor, Tesla zu vernachlässigen. Gleichzeitig beschädigten politische Kontroversen das Markenimage des Unternehmens – besonders in Europa und bei progressiven Käuferschichten.

Der Druck wurde schließlich so groß, dass Musk öffentlich ankündigte, künftig deutlich weniger Zeit für DOGE aufzuwenden und sich wieder stärker auf Tesla zu konzentrieren. Hintergrund waren dramatisch eingebrochene Gewinne: Im ersten Quartal 2025 sackte der Gewinn von Tesla um 71 % ab.

Zudem geriet Tesla zunehmend wegen fehlender Modellneuheiten und Qualitätsproblemen in die Kritik. Analysten sehen darin einen entscheidenden Grund dafür, dass Konkurrenten aus China und Europa Marktanteile gewinnen konnten.

Lesen Sie auch: Tesla und die Roboter-Produktion: Eine weitere Wette

Tesla bleibt trotzdem vorerst Marktführer

Trotz aller Probleme bleibt Tesla im Jahr 2026 vorerst der weltweit größte Hersteller reiner Elektroautos. Im ersten Quartal 2026 setzte Tesla rund 360.000 Fahrzeuge ab und überholte damit wieder BYD mit etwa 310.000 Einheiten.

Die Rückkehr an die Spitze zeigt: Tesla profitiert weiterhin von seiner globalen Markenbekanntheit, einer starken Ladeinfrastruktur und effizienter Produktion. Doch die Dynamik hat sich verändert. Während Tesla früher nahezu konkurrenzlos war, konkurriert das Unternehmen heute mit dutzenden technologisch starken Herstellern aus China, Europa und Südkorea.

Der Wettbewerb im Elektrozeitalter wird härter

Die Ergebnisse des Reports des CAM-Instituts verdeutlichen, dass die Elektromobilität in eine neue Phase eintritt. Nicht mehr allein Reichweite oder Markenimage entscheiden über den Erfolg, sondern technologische Innovationskraft, Preisgestaltung und digitale Ökosysteme.

Besonders deutsche Hersteller scheinen nach schwierigen Jahren wieder Anschluss gefunden zu haben. Gleichzeitig geraten chinesische Hersteller durch sinkende Subventionen unter Druck. Tesla wiederum steht vor der vielleicht größten Bewährungsprobe seiner Geschichte. Der Konzern muss beweisen, dass er mehr sein kann als der Pionier der ersten Elektroauto-Generation. Denn der Vorsprung der Vergangenheit reicht im globalen Wettbewerb längst nicht mehr aus.

Studienleiter Stefan Bratzel analysiert: „Deutschland holt bei der Elektro-Innovationsstärke massiv auf: Mit einem Anteil von knapp 32 % an der globalen Elektroinnovationsstärke liegen die deutschen O-EMs inzwischen nahezu gleichauf mit chinesischen Herstellern.“ Noch vor wenigen Jahren sei der Abstand deutlich größer gewesen. „BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz weisen aktuell die höchste Innovations-stärke bei Vorserien-Neuerungen auf. Das stimmt mich für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie im BEV-Segment optimistisch.“

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Ein Beitrag von:

  • Peter Kellerhoff

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Automobil, Nutzfahrzeuge, Schiff, Bahn, Verkehr, Mobilität, E-Mobilität, Software, Cloud, Internet, KI

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