Studie belegt Schwäche für Gebrauchtmarkt 20.10.2025, 17:30 Uhr

E-Auto-Prämie ist zurück – Gebrauchte bleiben stehen

Die neue E-Auto-Prämie soll Menschen mit kleinerem Einkommen beim Umstieg helfen. Doch wer auf ein gebrauchtes Elektroauto hofft, könnte enttäuscht werden. Denn die Förderung verändert den Markt und verschärft ausgerechnet dort die Probleme, wo sie eigentlich entlasten sollte.

Auf Asphalt ist ein Elektroauto aufgemalt, aus dem am Heck ein Stecker schaut. Darunter steht das Wort Ladesäule.

Fachleute sind skeptisch, ob die E-Auto-Prämie überhaupt an der richtigen Stelle greift.

Foto: SmarterPix / stockwerk-fotodesign

Der politische Druck, die Elektromobilität wieder anzukurbeln, ist groß. Das hat die neue Bundesregierung dazu bewogen, die E-Auto-Prämie wieder einzuführen. Nach dem abrupten Ende des Umweltbonus gibt es nun die Einigung, ab 2026 eine neue Förderung aufzulegen. Sie unterscheidet sich allerdings deutlich in ihrer Form von der vorherigen.

Denn es sollen vor allem Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen profitieren, deren Fahrzeuge im Alltag oft älter und verbrauchsintensiver sind. Bis zu 4.000 Euro ist als Kaufprämie geplant. Voraussetzung: Das Fahrzeug bleibt unter einem Netto-Listenpreis von 45.000 Euro. Finanziert wird das Programm aus dem EU-Klimasozialfonds und dem Klima- und Transformationsfonds – insgesamt stehen drei Milliarden Euro bis 2029 bereit. Was als soziale Unterstützung gedacht ist, könnte aber den Gebrauchtwagenmarkt ungewollt ins Wanken bringen.

E-Auto-Prämie ist zurück – und könnte für Schieflage sorgen

Genau diese Zielgruppen suchten bislang vor allem eines: bezahlbare Gebrauchtwagen. Doch laut aktueller Studie der DEKRA und des Marktforschungsinstituts Ipsos haben 64 Prozent der Befragten kein Interesse an einem gebrauchten reinen E-Auto. Vor zwei Jahren waren es noch 59 Prozent mit dieser Einstellung. Gründe sind vor allem die Unsicherheit über Batteriezustand, Reichweite und Lebensdauer. Zugleich drängen immer mehr neue Modelle auf den Markt, was die Restwerte vorhandener Fahrzeuge unter Druck setzt. Wenn der Staat nun erneut Neuwagenkäufe fördert, aber gebrauchte E-Autos im Verhältnis unattraktiver macht, verschiebt sich die Nachfrage weiter nach oben – und der Gebrauchtmarkt verliert an Dynamik.

Das Signal an den Markt ist deutlich: Wer subventionieren will, lenkt den Absatz. Mit der neuen Förderung soll der Absatz günstiger Elektroautos angekurbelt werden, Plug-in-Hybride bleiben ausgeschlossen. Händlerinnen und Händler berichten schon jetzt von steigenden Standzeiten gebrauchter E-Fahrzeuge, während das Interesse an reinen Elektro-Neuwagen wieder wächst. Der Geschäftsführer der DEKRA Automobil GmbH, Jann Fehlauer, fordert deshalb: „Angesichts der anziehenden Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen wird ein funktionierender Gebrauchtwagenmarkt in der Zukunft immer wichtiger.“ Doch die Kundinnen und Kunden bleiben skeptisch. „Die bekannten Vorbehalte gegenüber gebrauchten Elektrofahrzeugen bestehen nach wie vor. Wenn der Gebrauchtwagenhandel mit E-Autos Erfolg haben will – und das wird er früher oder später müssen –, muss er diesen Vorbehalten wirksam begegnen“, erklärt Fehlauer.

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Ob die E-Auto-Prämie Gebrauchtwagen einen Schub gibt?

Für Interessenten von gebrauchten Elektrofahrzeugen gilt besonders die Batterie als Unsicherheitsfaktor. Ihre Kapazität ist schwer einzuschätzen und ein Austausch verursacht hohe Kosten. Für Käuferinnen und Käufer mit begrenztem Budget wäre ein funktionierender Gebrauchtmarkt einerseits entscheidend – genau jene Gruppe, die die neue Förderung erreichen will. Doch andererseits sorgen die Bedenken der Interessenten dafür, sich viele lieber für ein subventioniertes Neufahrzeug zu entscheiden. Daraus entsteht eine paradoxe Situation: Die Förderung könnte am tatsächlichen Bedarf vorbeigehen und die Skepsis gegenüber Gebrauchten sogar weiter verstärken.

Hinzu kommt, dass noch unklar ist, ob und in welchem Umfang gebrauchte Elektroautos in die Förderung einbezogen werden. Ohne klare Regeln wird der Markt weiter in Unsicherheit gehalten, was die Preistransparenz erschwert. Die Förderanträge müssen auch in diesem Fall beim BAFA gestellt und rückwirkend nach der Zulassung bearbeitet werden. Möglicherweise könnte auch dies einen Verwaltungsaufwand darstellen, der viele überfordert. Die neue E-Auto-Prämie bringt zwar neue Hoffnung auf Bewegung im Markt, bedeutet gleichzeitig aber auch neue Hürden für diejenigen, die ohnehin zögern.

Folgen für den Gebrauchtwagenhandel durch neue E-Auto-Prämie

Der Gebrauchtwagenhandel steht damit vor einer schwierigen Anpassungsphase. Viele Händlerinnen und Händler müssen ihre Lagerstrategie überdenken, da die Nachfrage nach Benzin- und Dieselmodellen stabil bleibt, während E-Autos auf Halde stehen. Ein nachhaltiger Markt entsteht erst dann, wenn Vertrauen in gebrauchte Elektrofahrzeuge wächst – und das braucht transparente Batteriezertifikate, faire Preisbildung und stabile Nachfrage. Solange die neue E-Auto-Prämie den Fokus vor allem eher Neuwagen lenkt, wird der Gebrauchtwagensektor vermutlich kaum profitieren. Mittelfristig kann dies dazu führen, dass wertvolle Ressourcen brachliegen und sich der Wandel hin zur Elektromobilität sogar weiter verlangsamt.

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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