Visiobike aus Kroatien 31.05.2014, 07:00 Uhr

E-Bike lässt sich mit dem Smartphone steuern

Das Visiobike aus Zagreb verbindet die Welt des E-Bikes mit der des Smartphones: Eine mitgelieferte App informiert während der Fahrt über Akkuladung, Status der Bremsen und die Route. Eine Kamera unter dem Sattel übermittelt im Ernstfall Unfallbilder. Das E-Bike aus Kroatien soll nach dem Crowdfunding für 4500 Euro auf den Markt kommen. 

Die Entwickler des Visiobikes sammeln derzeit Geld über die Crowdfundingplattform Indiegogo. Sobald das Ziel von 180.000 Euro erreicht ist, beginnt die Produktion. Das Fahrrad soll für 4500 Euro auf den Markt kommen. 

Die Entwickler des Visiobikes sammeln derzeit Geld über die Crowdfundingplattform Indiegogo. Sobald das Ziel von 180.000 Euro erreicht ist, beginnt die Produktion. Das Fahrrad soll für 4500 Euro auf den Markt kommen. 

Foto: Visiobike

E-Bikes verbinden sich jetzt mit der vernetzten Welt. Das jedenfalls verspricht das Visiobike, welches mit dem Smartphone als Steuereinheit förmlich verschmolzen ist. Es ist das erste E-Bike mit einem Bordcomputer ähnlich wie bei einem Auto. Die Halterung für das Smartphone ist in der Mitte des Lenkrades zentriert, der Radler hat damit seine Steuereinheit immer im Blick.

Das Elektrofahrrad hat einen von Marko Matendo aus Zagreb selbst entworfenen Karbonrahmen. In diesen Rahmen hat der Kroate einen GPS-Sender und einen Tretlagermotor von MPF Drive auf Höhe der Pedalen eingebaut, der mit 250 Watt arbeitet. Er unterstützt den Fahrer bis zur Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h und ermöglicht eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern.  

Akku des Visiobikes lässt sich nicht abnehmen

Dann allerdings ist der Akku leer und der Fahrer muss sein Visiobike mit reiner Muskelkraft bewegen. Das kann bei einem Gesamtgewicht von 21 Kilogramm dann schon gehörig nerven. Matendo schwört, dass diese 21 Kilogramm für ein E-Bike das Idealgewicht sind: „Es bietet für einen großen Motor und eine saftige Batterie genug Raum, aber es ist leicht genug, dass man es die Treppe hinauftragen kann.“ Damit hat er ein weiteres Manko seines Visiobikes sehr exakt beschrieben. Denn der Akku kann nicht entnommen werden. Zum Aufladen muss man das Bike zur Steckdose schleppen. Der Ladevorgang ist in drei Stunden abgeschlossen.

Der Fahrer hat das Smartphone stets im Blick: Er sieht Parameter wie Akkuladung oder Geschwindigkeit und kann sich auch einen Routenplaner anzeigen lassen. 

Der Fahrer hat das Smartphone stets im Blick: Er sieht Parameter wie Akkuladung oder Geschwindigkeit und kann sich auch einen Routenplaner anzeigen lassen. 

Foto: Visiobike

Der eigentliche Clou an dem eleganten E-Bike ist die konsequente Koppelung des Fahrrads mit einem Smartphone. Auf diesem muss die Visiobike-App installiert sein, die es für Android und iOS gibt. Nach der Erstellung eines Accounts kommuniziert die App per Bluethooth direkt mit Motor des Bikes – natürlich nur, sofern zuvor das festgelegte Passwort eingegeben wurde. Einmal freigeschaltet, startet dann ein langer Druck auf die Powertaste in der Visiobike-App den Tretlagermotor.

Einmal entsperrt, hat der Fahrer über die Visiobike-App Zugriff auf verschiedenste Parameter: auf den Energiestatus, die Rückgewinnung der Energie während der Bremsvorgänge, das Tempo und den Status der Bremsen. Zudem bietet die App eine Routenplanung.

Videokamera unter dem Sattel dokumentiert Unfallbilder

Unter dem Sattel ist eine Videokamera installiert. Sie sendet bei einem Unfall automatisch die Videobilder der letzten drei Minuten auf das Smartphone. Ein für die eventuelle Beweissicherung extrem nützliches Feature. Gesteuert wird dieses Feature durch einen Beschleunigungssensor, der im Karbonrahmen integriert ist.

Die Stärke der Tretunterstützung ist während der Fahrt einfach per Touch in zehn Stufen einstellbar; die intelligente App merkt sich die zuletzt ausgewählte Rückenwindstärke. Sensoren am Hinterrad messen die aktuelle Geschwindigkeit und übertragen diese permanent an die App, welche wiederum die automatische Nuvinci-Nabenschaltung kontrolliert.

Der Akku ist im Rahmen untergebracht und lässt sich nicht abnehmen. Zum Aufladen muss daher das gesamte Fahrrad zur Steckdose. 

Der Akku ist im Rahmen untergebracht und lässt sich nicht abnehmen. Zum Aufladen muss daher das gesamte Fahrrad zur Steckdose. 

Foto: Visiobike

Die App des Visiobikes ist auch mit Google-Maps verknüpft. Dadurch hat man unterwegs immer Zugriff auf die Daten der Tour. Die Fahrdaten, wie Routen und Geschwindigkeit schickt die App an einen Server, sie sind somit auch im Nachhinein abrufbar, was für ein Training oder Vergleichsfahrten eine sinnvolle Funktion sein kann.

Visiobike soll 4500 Euro kosten

Am 28. Mai startete Visiobike eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo, mit dem Ziel, 180.000 Euro für die Produktion des Visiobikes einzusammeln. Für Unterstützer soll das E-Bike 3900 Euro kosten und im August ausgeliefert werden. Später soll es dann für 4500 Euro im Handel erhältlich sein. Viel Geld für ein E-Bike, aber immerhin kann der Besitzer sein Visiobike im Falle eines Diebstahls per GPS orten. Denn ist das Visiobike gesperrt und wird von seinem Platz fortbewegt, erhält der Radler eine SMS an eine von ihm festgelegte Telefonnummer. Die Jagd auf den Dieb kann dann sogleich beginnen.

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