Vorfall im Ärmelkanal 21.07.2026, 23:00 Uhr

Betagtes Kriegsschiff „Neustraschimi“ feuert scharfe Munition: Das ist die Technik dahinter

Die russische Fregatte „Neustraschimi“ hat in internationalen Gewässern im Ärmelkanal – rund 74 km vor der britischen Küste bei Plymouth – eine 30-minütige Artillerieübung mit scharfer Munition durchgeführt. Das Schiff ist fast 40 Jahre alt, aber durchaus schwer bewaffnet.

stock-image-98813024-XL_Schiff

Foto: watman/Smarterpix.com

Bevor im Ärmelkanal die ersten Schüsse fielen, warnte die russische Besatzung das patrouillierende britische Schiff „HMS Tyne“ der Royal Navy und forderte es auf, auf Abstand zu gehen. Auch ein französisches Militärflugzeug überwachte die Lage. Militärexperten werten den Vorfall mit dem Kriegsschiff als gezielte Provokation und Machtdemonstration des Kremls. Das Manöver wurde offenbar bewusst auf den Amtsantritt der neuen britischen Regierung abgestimmt.

Der Ärmelkanal ist eine der am stärksten befahrenen Schifffahrtsrouten der Welt. Schießübungen sind hier äußerst ungewöhnlich. Der Vorfall reiht sich jedoch in eine Serie aktueller Spannungen ein. Erst im Vormonat gab ein anderes russisches Kriegsschiff im Kanal Warnschüsse auf eine britische Segeljacht ab. Zudem eskortieren russische Kriegsschiffe, wie die „Neustraschimi“, immer wieder umstrittene Öltanker der russischen Schattenflotte durch das Gewässer.

Das Kriegsschiff „Neustraschimi“ im Detail

Die „Neustraschimi“ ist das Typschiff der gleichnamigen Neustraschimy-Klasse (Projekt 11540). Sie trägt denselben NATO-Codenamen. Solche Codenamen vergibt das westliche Verteidigungsbündnis für Militärtechnik aus Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/in (m/w/d) in der Bildungsstätte Dresden BG ETEM
Dresden Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Städtische Hochbauprojekte GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
TenneT-Firmenlogo
Network Engineer Kommunikationsnetze (m/w/d) TenneT
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter Wohnungsbau (m/w/d) für Neubau und Modernisierung auf Bauherrenseite Allbau Managementgesellschaft mbH
Orano GmbH-Firmenlogo
Strahlenschutzingenieur / Strahlenschutztechniker (m/w/d) Orano GmbH
Nürnberg Zum Job 
UPM - The Biofore Company-Firmenlogo
Production Engineer (m/f/d) UPM - The Biofore Company
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter / Stationärer Projektleiter (m/w/d) für Auftragsabwicklung und Produktionssteuerung im Bereich Fertigteilbau KLEBL GmbH
Gönnern Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Betriebsingenieur/in (gn) für Technisches Sicherheitsmanagement und Sonderprojekte Stadtwerke Essen AG
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieure (m/w/d) für die Bildverarbeitung & Softwareentwicklung OCS Optical Control Systems GmbH
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Applikationsingenieur (m/w/d) für Automatisierungssysteme OCS Optical Control Systems GmbH
Staatliches Baumanagement Hannover-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Hannover
Hannover Zum Job 
Koehler Paper-Firmenlogo
Produktionsingenieur (m/w/d) Papier Koehler Paper
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur - Oberbauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Stuttgart Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Ingenieur Mikroelektronik - Hochfrequenztechnik / Messtechnik (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Hirschvogel Holding GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker als Planer Qualitätsmanagement für Kundenprojekte (m/w/d) Hirschvogel Holding GmbH
Denklingen Zum Job 
JOST-Werke Deutschland GmbH-Firmenlogo
Manager Testing & Prototyping Global | Mechanical Systems (m/w/d) JOST-Werke Deutschland GmbH
Neu-Isenburg (bei Frankfurt a. M.) Zum Job 
kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH-Firmenlogo
Bautechniker (m/w/d) kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH
Ingolstadt, Taufkirchen, Freising, Eichstätt Zum Job 

Mitte der 1970er Jahre begann die Entwicklung des Typs des jetzt gesichteten Schiffs zunächst als leichte U-Boot-Jagd-Korvette mit einer Tonnage von rund 1.500 t. Die Anforderungen stiegen jedoch im Laufe der Zeit. Durch zusätzliche Waffensysteme und ein Helikopterdeck entstand eine moderne Mehrzweckfregatte. Sie sollte die ältere Kriwak-Klasse ablösen. Von den drei in der Kaliningrader Jantar-Werft auf Kiel gelegten Schiffen wurden letztlich nur zwei fertiggebaut. Die Bauzeit erstreckte sich von 1987 bis 2009. Die „Neustraschimi“ selbst lief am 25. Mai 1988 vom Stapel.

Konstruktion und Antrieb

Der Rumpf und die Aufbauten bestehen vollständig aus Stahl. Beim Bau kamen spezielle Technologien zum Einsatz, um die akustische Signatur zu verringern. Das Schiff ist so für feindliche U-Boote schwerer ortbar. Die Fregatte ist exakt 129,6 m lang und misst 15,6 m in der Breite. Bei einer Verdrängung von 3.800 t weist das Kriegsschiff einen Tiefgang von 5,6 m auf.

Der Antrieb erfolgt über ein COGAG-System, das aus insgesamt vier Gasturbinen besteht. Zwei dieser Turbinen leisten jeweils 10000 PS, die beiden anderen kommen auf jeweils 18500 PS. Zusammen erzeugen sie eine Gesamtleistung von 57000 PS, was etwa 41923 kW entspricht. Diese Kraft wird über zwei Wellen an die Schiffsschrauben übertragen. Damit erreicht die Fregatte eine Höchstgeschwindigkeit von 29 Knoten. (ca. 54 km/h). Fährt das Schiff mit einer sparsameren Geschwindigkeit von 16 Knoten, kann es eine Reichweite von rund 4.500 Seemeilen zurücklegen.

Altes Schiff – schwere Bewaffnung

Die Fregatte ist schwer bewaffnet und primär auf die U-Boot-Jagd sowie die Abwehr von Luft- und Seezielen ausgelegt. Am Bug befindet sich ein 100-mm-Geschütz vom Typ AK-100. Es bekämpft Flugzeuge, Überwasser- und Küstenziele auf bis zu 20 km Entfernung. Gesteuert wird das Geschütz durch ein modernes Computersystem. Dieses System kombiniert Radar und optische Zielerfassung für ein automatisches Feuer. Zur U-Boot-Jagd nutzt das Kriegsschiff einen Bordhubschrauber vom Typ Kamow Ka-27. Ergänzt wird dieser durch einen zwölfrohrigen Wasserbombenwerfer auf dem Oberdeck, der mit insgesamt 96 Geschossen ausgerüstet ist. Für den passiven Eigenschutz verfügt das Schiff über mehrere Täuschkörperwerfer. Acht Systeme vom Typ PK-10 und zwei vom Typ PK-16 werfen Radar-, Infrarot- und optische Täuschkörper ab, um anfliegende feindliche Raketen abzulenken.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.