Mobilität 07.03.2024, 12:09 Uhr

Autonome Shuttlebusse: Im Notfall wollen Fahrgäste einen Menschen sprechen

Der Mensch möchte mit einem Mensch sprechen – jedenfalls, wenn er sich etwa in einem autonomen Shuttlebus befindet und sich ein Notfall ereignet. Das erhöht das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Zu diesem Ergebnis kam Studie der Hochschule Coburg.

In vielen deutschen Städten sind bereits autonome Shuttlebusse im Einsatz. Foto: PantherMedia / chesky_w

In vielen deutschen Städten sind bereits autonome Shuttlebusse im Einsatz.

Foto: PantherMedia / chesky_w

Autonome Shuttlebusse befinden sich bereit in vielen Städten wie Berlin, Magdeburg oder München im Einsatz. Als Ergänzung zu Bus und Bahn können sie im ÖPNV einen wichtigen Baustein zur Verkehrswende leisten – vorausgesetzt, die Menschen fühlen sich sicher und wohl, auch wenn kein Fahrer und keine Fahrerin an Bord ist.

Nachts im autonomen Shuttlebus: Angst vor Verbrechen oder Belästigung

Deshalb ist das Sicherheitsgefühl ein wichtiges Thema in der Forschung rund um die Integration automatisierter Shuttles in den öffentlichen Verkehr. Angst vor Verbrechen und Belästigung sind der Hauptgrund, warum Menschen im ÖPNV automatisierte Busse nicht so sicher finden wie klassische Busse mit Fahrer oder Fahrerin – zumindest laut einer Studie aus Texas. Die Bedenken wurden hier vor allem von Frauen geäußert und das insbesondere mit Blick auf Nachtfahrten.
Wie sicher sich die Passagiere fühlen, wurde in Oberfranken anhand einer tatsächlichen Fahrt mit einem autonomen Shuttlebus ermittelt. Dazu gab es Ende vergangenen Jahres eine Versuchsfahrt mit 25 Bürgerinnen und Bürgern auf dem Firmengelände von Valeo in Kronach-Neuses, dem Konsortialführer des SMO-Projekts. Der Shuttlebus war vollautomatisiert unterwegs, ohne Begleitpersonal, das hätte eingreifen können. Dabei wurden alltägliche Verkehrssituationen nachgestellt: beispielsweise eine starke Bremsung an einem Fußgängerüberweg und das Kreuzen eines Scooterfahrers.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
FH Münster-Firmenlogo
Mitarbeiter/in (w/m/d) zur Koordination der Schulkontakte FH Münster
Steinfurt Zum Job 
über ifp l Personalberatung Managementdiagnostik-Firmenlogo
Stellvertretende Leitung Bau- und Gebäudetechnik (m/w/d) über ifp l Personalberatung Managementdiagnostik
Rhein-Main-Gebiet Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Brückenprüfung Die Autobahn GmbH des Bundes
TAUW GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur:in (m/w/d) Hydro(geo)logische Modellierungen TAUW GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
PNE AG-Firmenlogo
Experte Technischer Einkauf für Windenergieanlagen (m/w/d) PNE AG
Hamburg, Husum, Cuxhaven Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Instandhaltungsmanager*in (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
Rittal GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Maschinenbauingenieur / Prüfingenieur (m/w/d) Dynamik / Schwingungstechnik Rittal GmbH & Co. KG
Herborn Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Wissenschaftler (m/w/d) - angewandte NV-Magnetometrie und Laserschwellen-Magnetometer Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Deutsche Rentenversicherung Bund-Firmenlogo
Teamleiter*in Bauprojekte Elektrotechnik (m/w/div) Deutsche Rentenversicherung Bund
Vita Zahnfabrik H. Rauter GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Konstrukteurin / Konstrukteur Maschinen und Anlagen Vita Zahnfabrik H. Rauter GmbH & Co. KG
Bad Säckingen Zum Job 
Griesemann Gruppe-Firmenlogo
Lead Ingenieur Elektrotechnik / MSR (m/w/d) Griesemann Gruppe
Köln, Wesseling Zum Job 
Stadtwerke Frankenthal GmbH-Firmenlogo
Energieberater (m/w/d) Stadtwerke Frankenthal GmbH
Frankenthal Zum Job 
PARI Pharma GmbH-Firmenlogo
Senior Projekt-/Entwicklungsingenieur (m/w/d) in der Konstruktion von Medizingeräten PARI Pharma GmbH
Gräfelfing Zum Job 
ABO Wind AG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Umspannwerke 110kV für erneuerbare Energien ABO Wind AG
verschiedene Standorte Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (m/w/d) Umweltmanagement und Landschaftspflege Die Autobahn GmbH des Bundes
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Bauingenieur:in Maßnahmenentwicklung Netze (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) Verkehrsbeeinflussungsanlagen Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Projektingenieur (w/m/d) Telematik-Infrastruktur Die Autobahn GmbH des Bundes
Frankfurt am Main Zum Job 
Residenzstadt Celle-Firmenlogo
Abteilungsleitung (d/m/w) für die Stadtplanung im Fachdienst Bauordnung Residenzstadt Celle
Stadt Nordenham-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) der Richtung Bauingenieurwesen (Tiefbau, Siedlungswasserwirtschaft, Wasserwirtschaft, Wasserbau) oder Umweltingenieurwesen oder staatlich geprüften Techniker (m/w/d) der Siedlungswasserwirtschaft Stadt Nordenham
Nordenham Zum Job 

Versuchsfahrt in Shuttlebussen mildert Ängste

Vor und nach der Fahrt wurden die Testpersonen befragt. „Eine Probefahrt hat oft den Effekt, dass die meisten Vorbehalte gegenüber dem Shuttle abgebaut werden“, sagt Prof. Dr. Mathias Wilde von der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik der Hochschule Coburg. „Durch das direkte Erleben werden Ängste gemildert und das Vertrauen in die Technik gestärkt“, erklärt der Professor für Vernetzte Mobilität.

Tatsächlich gaben die meisten Probandinnen und Probanden in Kronach an, dass das Fahr-Erlebnis ihr Sicherheitsgefühl verbessert hat. Die Geschwindigkeit von acht Stundenkilometern, die strengen Regularien in Deutschland und Prüf-Instanzen wie der TÜV vermittelten ebenfalls Sicherheit. „Die Probandinnen und Probanden legen Wert auf Transparenz und möchten verstehen, welche Prozesse ablaufen und welche Gründe hinter den Aktionen des Shuttles stecken“, sagt Wilde. „Dieses Wissen gibt ihnen das Gefühl, aktiv beteiligt und informiert zu sein.“

Es gibt technisches Verbesserungspotenzial bei autonomen Shuttlebussen

Es wurden aber auch verunsichernde Faktoren identifiziert, beispielsweise das ruckartige Anfahren und starke Bremsen der Shuttles und fehlende Kopfstützen, außerdem wurden äußere Faktoren genannt: Alleinfahrten oder unangenehme Mitfahrende, Dunkelheit, schlechte Wetterverhältnisse, komplexe Verkehrsumgebungen, wie größere Städte und Berufsverkehr.
Gemeinsam mit seinem Team hat Wilde in einem Workshop mit den Testpersonen Verbesserungsvorschläge erarbeitet.

Dabei standen sowohl technische also auch soziale Faktoren im Fokus. Insgesamt geht aus der Versuchsfahrt hervor, dass die Probandinnen und Probanden nicht das Gefühl haben möchten, dass sie alleingelassen oder der Technik ausgeliefert sind. Die Testpersonen gaben an, dass sie für eine Fahrt ohne Begleitpersonal einen Nothalteknopf, eine festgelegte und erprobte Strecke und eine Fernüberwachung aus der Leitwarte für ein hohes Sicherheitsgefühl bräuchten. „Viele wünschen sich eine schnelle und zuverlässige Kommunikation mit einem Menschen“, sagt Wilde. „Ideal ist eine Videoübertragung in die Leitstelle. Eine solche Lösung würde das Sicherheitsgefühl erhöhen und das Gefühl der Hilflosigkeit verringern.“

Ein Beitrag von:

  • Peter Kellerhoff

    Peter Kellerhoff

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Automobil, Nutzfahrzeuge, Schiff, Bahn, Verkehr, Mobilität, E-Mobilität, Software, Cloud, Internet, KI

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.