Bitkom-Umfrage 27.07.2016, 14:34 Uhr

90 % gegen Flugzeug ohne Pilot – und fliegen schon mit Autopilot

Wem vertrauen Sie beim Fliegen mehr, dem Menschen oder dem Computer? Wohl jeder Flugreisende hat noch den absichtlich von einem Piloten herbeigeführten Absturz der Germanwings-Maschine im März 2015 in Südfrankreich im Hinterkopf. Und doch: In ein autonom fliegendes Flugzeug würde heute nur einer von zehn Flugreisenden einsteigen. 

Ein Flugzeug startet vom Flughafen in Frankfurt am Main: Nur jeder zehnte Flugreisende würde sich derzeit in eine autonom fliegende Maschine ohne Pilot setzten. 

Ein Flugzeug startet vom Flughafen in Frankfurt am Main: Nur jeder zehnte Flugreisende würde sich derzeit in eine autonom fliegende Maschine ohne Pilot setzten. 

Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Mit einem Flugzeug ohne Pilot fliegen? Das würde nach einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom heute nur jeder zehnte Flugreisende tun. Neun von zehn Befragten vertrauen ihr Leben lieber Pilotenhände an als Algorithmen und Computern. „Ich traue der Technik weniger als einem Piloten zu, mit unvorhergesehenen Ereignissen wie einem Triebwerksausfall fertig zu werden“, sagten 91 % der Befragten. 78 % sind der Meinung, dass ein Pilot auch „mit schwierigen Situationen wie einer Schlechtwetterlage“ bessert zurecht kommt.

Und aufs Lernen legen sie großen Wert: 83 % sind der Ansicht, dass keine Software die langjährige Erfahrung eines Piloten ersetzen könne (83 %). Auch stellt sich den Skeptikern die Frage: Was ist, wenn der Flieger fehlerhaft programmiert wurde? 76 % sehen hier eine Schwachstelle. Noch größer ist mit 81 % die Angst vor Cyberattacken auf autonome Flugzeuge.

Computer nehmen keine Drogen und sind nicht depressiv

Die zehn Prozent, die auch heute schon Fans des autonomen Fliegens sind, betonen natürlich die Vorteile der Technik, etwa dass ein Computer keinen Herzinfarkt bekommen oder Drogen einnehmen kann (46 %). Auch scheide menschliches Versagen etwa in Form von Flugfehlern aus (32 %). 27 % geben gar an, generell großes Vertrauen in Technik zu haben.

Und 16 % fühlen sich beim computergesteuerten Fliegen wohler, weil damit ausgeschlossen ist, dass der Mensch in Ausnahmesituationen wie etwa bei einer Flugzeugentführung kopflos den Flugverlauf während des Fluges beeinflusst. 13 % können dem autonomen Fliegen auch deshalb etwas abgewinnen, weil damit sicher ist: Wegen eines Pilotenstreiks fällt schon mal kein Flug aus. 

Bergung eines Airbus A320 aus dem Hudson River in New York: Der Pilot musste notlanden, nachdem Vogelschlag beide Triebwerke lahmlegte. Und wurde als Held gefeiert. 

Bergung eines Airbus A320 aus dem Hudson River in New York: Der Pilot musste notlanden, nachdem Vogelschlag beide Triebwerke lahmlegte. Und wurde als Held gefeiert. 

Foto: Gino Domenico/dpa

Viele Flugzeuge fliegen heute schon automatisch

Die große Mehrheit der Kritiker des autonomen Fliegens wird sich aber umstellen müssen: Schon heute fliegen viele Flugzeuge automatisch und dabei hoch sicher. „Der Pilot konzentriert sich überwiegend auf die Überwachung der Abläufe“, sagt Marc Bachmann, Bereichsleiter Luftfahrt beim Bitkom. „Genau wie beim autonomen Fahren werden auch gegenüber dem autonomen Fliegen mit der Zeit die Vorbehalte schwinden und wird das Vertrauen wachsen.“

Überzeugungsarbeit könnte da vielleicht das von ehemaligen Nasa- und Boeing-Ingenieuren geplante fliegende Auto leisten. 

Für die repräsentative Bitkom-Studie wurden 3516 Personen ab 14 Jahren befragt, darunter 994, die innerhalb der letzten zwölf Monate eine Flugreise unternommen haben.

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