Millionen investiert 10.06.2016, 13:05 Uhr

Lässt Google-Gründer Larry Page Autos fliegen?

Dass sich der Mitgründer von Google für autonome Fahrzeuge interessiert, ist lange bekannt. Offenbar träumt er aber auch von Autos, die fliegen können. Da ist er nicht der einzige – aber wohl der finanzstärkste.

Das Aeromobil, eine Mischung aus Auto und Flugzeug, ist wirklich schon geflogen und gefahren. Auch Google-Mitgründer Larry Page ist von der Idee des fliegenden Autos überzeugt und hat 100 Millionen Dollar in ein Start-up investiert. 

Das Aeromobil, eine Mischung aus Auto und Flugzeug, ist wirklich schon geflogen und gefahren. Auch Google-Mitgründer Larry Page ist von der Idee des fliegenden Autos überzeugt und hat 100 Millionen Dollar in ein Start-up investiert. 

Foto: Aeromobil

Ein Auto steht im Stau. Das Navi schlägt eine Alternativroute vor: Senkrecht abheben, 30 Grad rechts, dann immer geradeaus und schließlich sanft im eigenen Vorgarten landen wie der amerikanische Präsident auf der Wiese am Weißen Haus. Eine verlockende Vorstellung – und eine nicht ganz unrealistische Vision. Schließlich kann jedes Flugzeug sowieso auch fahren. Nur sind auf Straßen meistens die Tragflächen im Weg, und so hat das fliegende Auto vermutlich Klappflügel.

Wie die Prototypen von Zee.Aero aussehen, ist allerdings gänzlich unbekannt. Doch offenbar sind die Ideen der Ingenieure, die früher bei Nasa und Boeing gearbeitet haben, so faszinierend, dass Google-Mitgründer Larry Page seit 2010 rund 100 Millionen Dollar in das Projekt investiert haben soll. Das berichtet jetzt Businessweek.

100 Millionen Dollar klingt nach ungeheuer viel, ist aber gut denkbar, denn die Summe entspräche nur 0,3 Prozent seines von Forbes geschätzten Vermögens.  Seit einigen Jahren sollen rund 150 Mitarbeiter bei Zee.Aero an der Entwicklung eines flugfähigen Autos arbeiten. Das Unternehmen gibt sich verschlossen und teilt auf seiner Webseite nur mit, dass man an „besseren Arten, von A nach B zu kommen“, arbeite. Dass diese besseren Arten auch etwas mit Fliegen zu tun haben könnten, lässt sich nur aus der Tatsache schließen, dass die Firma unter anderem Ingenieure mit Erfahrung im Flugzeugbau sucht.

Senkrecht starten und landen

Außerdem arbeitet Zee.Aero nach eigener Darstellung an der „Schnittstelle zwischen Aerodynamik, weiterentwickelter Produktion und Elektroantrieb“. Das war’s dann aber auch schon an Info. Wer dahintersteckt und was genau entwickelt wird, blieb dunkel, bis jetzt Businessweek verriet: Die Firma arbeitet an einem elektrischen Zweisitzer, der senkrecht starten und landen kann. Und das Ganze mit dem Geld von Larry Page.

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Google-Mitgründer Larry Page (l.)am Steuer eines autonom fahrenden Google-Auto: Page ist offenbar auch von der Idee fliegender Autos begeistert.

Google-Mitgründer Larry Page (l.)am Steuer eines autonom fahrenden Google-Auto: Page ist offenbar auch von der Idee fliegender Autos begeistert.

Quelle: Google

Page soll außerdem noch Geld in die Firma Kitty Hawk investieren, die das Ziel eines fliegenden Autos ebenfalls verfolge, nur mit einem anderen Konzept. Und hinter diesem Unternehmen soll wiederum der deutsche Informatiker Sebastian Thrun aus Solingen stecken, der vormals für Google das autonome Auto vorantrieb – und auch das zunächst ganz im Geheimen.

Konkurrenz muss sich beeilen

Laut Businessweek wollte Page sein Engagement bei diesem Thema unbedingt geheim halten. Nun aber ist es doch raus. Für die Mitbewerber im Kampf um das erste serienreife fliegende Auto heißt das wohl: Tempo machen. Bislang schienen da jedenfalls Europäer die Nase vorn zu haben. Slowakische Ingenieure beispielsweise präsentierten schon vor eineinhalb Jahren ihr Aeromobil, das ganz normal auf der Straße fahren kann, aber auch nur 200 Meter Graspiste braucht, um in die Luft steigen zu können.

Inspiriert wurden die jungen Ingenieure der TU München, die den Lilium Jet entwickelt haben, durch den Science Fiction „Das fünfte Element“, in dem sich die Autos fliegenderweise durch Straßenschluchten bewegen.

Inspiriert wurden die jungen Ingenieure der TU München, die den Lilium Jet entwickelt haben, durch den Science Fiction „Das fünfte Element“, in dem sich die Autos fliegenderweise durch Straßenschluchten bewegen.

Quelle: Lilium Aviation

Eine bayerische Firma will ihren Mini-Flieger namens Lilium schon 2018 auf den Markt bringen, und der erfüllt schon die Ziele, die Zee.Aero offenbar auch hat: Er kann senkrecht starten und landen und wird elektrisch angetrieben.

Als Hybrid mit Elektro- und Verbrennungsmotor ist indes der ufo-artige Flieger TF-X des Unternehmens Terrafugia konzipiert.

Fahrender Kippflügler TF-X: Nach dem Start kippen die Rotoren nach vorne. Der TF-X fliegt dann wie ein gewöhnliches Flugzeug.

Fahrender Kippflügler TF-X: Nach dem Start kippen die Rotoren nach vorne. Der TF-X fliegt dann wie ein gewöhnliches Flugzeug.

Quelle: Terrafugia

 

Ein Beitrag von:

  • Werner Grosch

    Werner Grosch ist Journalist und schreibt vor allem über Technik. Seine Fachgebiete sind unter anderem Elektromobilität, Energie, Robotik und Raumfahrt.

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