Auch große Stücke 23.10.2015, 07:50 Uhr

Der Plastikmüll hat die Arktis erreicht

Es ist eine wirklich traurige Nachricht, die uns aus der Arktis erreicht: Selbst rund um den Nordpol haben deutsche Forscher Plastikmüll gefunden. Große Müllteile haben die Forscher bei einer Fahrt durch die Framstraße mit bloßem Auge gefunden.

Basstölpel auf Helgoland nutzen Reste von Fischernetzen als Baumaterial für ihre Nester: Plastikmüll im Meer wird zu einer immer größeren Bedrohung für die Natur. Selbst nördlich des Polarkreises haben Forscher nun große Stücke Plastikmüll gefunden, der auf dem Meer treibt.

Basstölpel auf Helgoland nutzen Reste von Fischernetzen als Baumaterial für ihre Nester: Plastikmüll im Meer wird zu einer immer größeren Bedrohung für die Natur. Selbst nördlich des Polarkreises haben Forscher nun große Stücke Plastikmüll gefunden, der auf dem Meer treibt.

Foto: Thomas Ronge/AWI

Es ist eine der ersten Müllzählungen nördlich des Polarkreises, die Forscher des Alfred-Wegener-Instituts Bremerhaven und des belgischen Laboratory for Polar Ecology durchgeführt haben. 31 Müllteile entdeckten die Wissenschaftler auf ihrer Fahrt durch die Framstraße – das Meeresgebiet zwischen Grönland und Spitzbergen.

Das mag nach wenig klingen: Bei genauerer Überlegung aber muss überraschen, dass Reste von Flaschen, Tüten und sonstigem menschgemachten Unrat überhaupt dort hingelangen und auf der Wasseroberfläche treiben kann.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
mondi-Firmenlogo
Junior Anwendungstechniker (m/w/x) mondi
Steinfeld Zum Job 
Sprint Sanierung GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Großschäden Sprint Sanierung GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung-Firmenlogo
Technische*r Mitarbeiter*in bzw. Ingenieur*in (m/w/d) in einer ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtung mit dem Schwerpunkt Elektronik/Mikroelektronik oder vergleichbar Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Berlin-Steglitz Zum Job 
MKH Greenergy Cert GmbH-Firmenlogo
Projekt-Ingenieur (m/w/d) in der Anlagenzertifizierung MKH Greenergy Cert GmbH
Hamburg Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Stuttgart Netze GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Projektmanagement Hochspannung (w/m/d) Stuttgart Netze GmbH
Stuttgart Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) für Straßenausstattungsanlagen und Verkehrsführung Die Autobahn GmbH des Bundes
Osnabrück Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Stadtwerke Leipzig GmbH-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Apparatetechnik Stadtwerke Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg-Firmenlogo
Bauingenieur TGA (m/w/d) im Bereich der Gebäudesanierung und Instandhaltung Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg
Stuttgart Zum Job 
Albert Handtmann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Vakuumfüller Albert Handtmann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG
Biberach an der Riß Zum Job 
DHBW Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart Campus Horb-Firmenlogo
Professur (m/w/d) für Maschinenbau (Schwerpunkt: Versorgungs- und Energiemanagement) DHBW Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart Campus Horb
Horb am Neckar Zum Job 
Kreis Pinneberg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Fachplaner*in für Technische Gebäudeausrüstung (m/w/d) Kreis Pinneberg
Elmshorn Zum Job 
SWM Services GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur*in im digitalen Messwesen (m/w/d) SWM Services GmbH
München Zum Job 
BREMER Hamburg GmbH-Firmenlogo
Bauleiter Schlüsselfertigbau (m/w/d) BREMER Hamburg GmbH
Hamburg Zum Job 
IPH Institut "Prüffeld für elektrische Hochleistungstechnik" GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Instandhaltung (m/w/d) IPH Institut "Prüffeld für elektrische Hochleistungstechnik" GmbH
BREMER Hannover GmbH-Firmenlogo
Bauleiter Schlüsselfertigbau (m/w/d) BREMER Hannover GmbH
Hannover Zum Job 
BREMER Bremen GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) BREMER Bremen GmbH
Berliner Stadtreinigung (BSR)-Firmenlogo
Projektleiterin / Projektleiter (w/m/d) Müllheizkraftwerk Berliner Stadtreinigung (BSR)
NORMA Group-Firmenlogo
Application Engineer - Thermal Management (m/f/d) NORMA Group
Frankfurt am Main Zum Job 
Treibeis in der Framstraße: Dort fanden Forscher des Alfred-Wegener-Instituts 31 Müllstücke mit bloßem Auge, die auf der Meeresoberfläche trieben.

Treibeis in der Framstraße: Dort fanden Forscher des Alfred-Wegener-Instituts 31 Müllstücke mit bloßem Auge, die auf der Meeresoberfläche trieben.

Quelle: Sebastian Menze/AWI

„Da wir die Zählungen von der Schiffsbrücke aus, also 18 Meter über der Meeresoberfläche, beziehungsweise von Bord eines Hubschraubers gemacht haben, haben wir natürlich in erster Linie großes Treibgut erfasst. Unsere Zahlen sind deshalb aller Wahrscheinlichkeit nach eine Untertreibung des tatsächlichen Müllbestandes“, erklärt Melanie Bergmann vom Alfred-Wegener-Institut.

Damit hebt die Biologin vor allem auf die Tatsache ab, dass sich Plastikabfälle nach einer Weile im Meer in Millimeter große Teilchen zersetzen – das sogenannte Mikroplastik.

Mülldichte in der arktischen Tiefsee deutlich höher

Auch in der Arktis wird der Müll in erster Linie Seevögeln zum Verhängnis, die die treibenden Plastikteile für Beute halten. Aber auch in den Mägen von Grönlandhaien wurden bereits Kunststoffreste gefunden. Zudem wird der Müll für die Tiere keineswegs erst dann zur Gefahr, wenn er verspeist wird. Immer wieder strangulieren sich Vögel an sogenannten Six-Pack-Ringen, jene Plastik-Schnüren also, die Getränkepackungen in Dosen zusammenhalten. Diese Sechserträger aus Polyethylen wurden hierzulande aus Umweltschutzgründen weitgehend durch Verpackungen aus Pappe ersetzt.

Plastiktüte in 2500 m Tiefe auf dem Meeresgrund in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen: Selbst großteiliger Müll hat sich inzwischen den Weg bis in die Arktis gebahnt. 

Plastiktüte in 2500 m Tiefe auf dem Meeresgrund in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen: Selbst großteiliger Müll hat sich inzwischen den Weg bis in die Arktis gebahnt.

Quelle: Melanie Bergmann/AWI

Bereits in einer früheren Studie hatte die Biologin Bergmann mithilfe von Fotoaufnahmen den Meeresboden der Framstraße nach Plastik- und Glasresten durchsucht. Demnach findet sich dort zehn- bis hundertmal mehr Müll als an der Oberfläche. „In der Arktis finden wir in der Tiefsee durchschnittlich 2,2 bis 18,4 Müllteile pro Kilometer Fahrtstrecke. Für uns ist das ein Indiz dafür, dass der Müll letztlich auf den Meeresboden sinkt und sich in der Tiefsee wie in einem Endlager sammelt“, erläutert Bergmann.

Projekte zum Einsammeln von Plastikmüll

An Möglichkeiten, um die Gefahrenquelle Plastik im Meer zu reduzieren, wird bereits gearbeitet; darunter auch das Konzept des ökologisch abbaubaren Kunststoffs für die Lebensmittelindustrie. Große mediale Aufmerksamkeit erhält zudem der junge Boyan Slat. Sein nicht unumstrittener Plan: Im Projekt „The Ocean Cleanup“ möchte der Niederländer den Plastikmüll in den Weltmeeren mit riesigen schwimmenden Barrieren einfangen.

Trinkbecher am Strand von Rhodos: Müll im Meer ist ein weltweites Problem.

Trinkbecher am Strand von Rhodos: Müll im Meer ist ein weltweites Problem.

Quelle: Cecil Feierabend/AWI

Die 31 Müllteile, die an der arktischen Meeresoberfläche ausgemacht wurden, und die unzähligen weiteren in der Tiefsee könnten aus einem neuen Müllstrudel stammen, der sich Computermodellen zufolge seit einigen Jahren in der Barentssee nördlich von Norwegen und Russland bildet. Diese Strudel entstehen, wenn viele der im Wasser treibenden Plastikteile von großen kreisenden Meeresströmungen erfasst werden und sich im Zentrum dieser Wirbel konzentrieren.

Bislang sind fünf solcher Müllwirbel bekannt. Diese auch als Garbage Patches bezeichneten Wirbel sind im Pazifik, im Atlantik und auch im Indischen Ozean zu finden. Der größte darunter ist der sogenannte Nordpazifikwirbel, der vom Äquator bis zum 50. Breitengrad reicht.

Wenn Sie weitere Informationen zum Müll im Meer suchen: Das Alfred-Wegener-Institut hat alle Informationen dazu auf seiner Webseite gesammelt und gebündelt.

Das Forschungsschiff Polarstern bei ruhiger See in der Framstraße.

Das Forschungsschiff Polarstern bei ruhiger See in der Framstraße.

Quelle: Sebastian Menze/AWI

 

Ein Beitrag von:

  • Jan-Martin Altgeld

    Ehemals freier Journalist. Tätigkeiten im Online & Hörfunk. Für ingenieur.de Artikel zu Umwelt- und Verkehrsthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.