Helfer gesucht 03.12.2014, 08:33 Uhr

Weltweite Jagd auf das Higgs-Teilchen

Mit dem Higgs-Boson ist zwar das letzte Mitglied des physikalischen Teilchenzoos an Hand von Indizien nachgewiesen worden. Doch das Forschungszentrum Cern sucht nach letzten Beweisen. Jetzt stehen alle Messergebnisse im Netz und jeder kann helfen, das so genannte Gottesteilchen endgültig dingfest zu machen.

Blick in das Innere des Cern-Messgeräts Atlas.

Blick in das Innere des Cern-Messgeräts Atlas.

Foto: Cern

Alice, Atlas und zwei weitere Kollegen haben Myriaden Daten in Form von Bildern aufgezeichnet, auf denen die Spuren von Atomkernbauteilchen wie Tauon, Bottom, Tachionen und Elektronen zu sehen sind. Eine dieser Spuren könnte das Higgs-Boson verursacht haben, das Kernphysiker gern das Gottesteilchen nennen, weil es das letzte ist, das für das totale Verständnis der Welt nötig ist. Die unzähligen Spuren sind nicht so leicht zuzuordnen, auch nicht von hoch komplexen Bilderkennungsprogrammen. Deshalb soll jetzt der gesunde Menschenverstand ran.

Das Europäische Kernforschungszentrum Cern in Genf hat die Spuren kürzlich ins Internet gestellt und die ganze Menschheit aufgefordert, sie anzuschauen und Auffälligkeiten zu melden. Menschenaugen könnten mehr erkennen als Software, glaubt Alan Barr, Teilchenphysiker an der University of Oxford, der zu der großen Schar von Higgs-Jägern gehört.

Alle Partikel hinterlassen Spuren

Alice, Atlas und ihre Kollegen sind Messgeräte, so hoch wie mehrstöckige Häuser. Sie befinden sich tief unter der Erde an vier Experimentalstationen des weltweit leistungsfähigsten Teilchenbeschleunigers LHC (Large Hadron Collider) in Genf. In ihnen prallen Atomkernbauteilchen mit unvorstellbarer Wucht aufeinander. Dabei entstehen ein paar Dutzend unterschiedliche Partikel, die eigentlichen Bausteine, aus denen alle Materie besteht.

Spuren von Teilchen nach dem Zusammenprall von Protonen im Atlas-Experimentierraum des Cern.

Spuren von Teilchen nach dem Zusammenprall von Protonen im Atlas-Experimentierraum des Cern.

Quelle: Atlas Experiment/Cern

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
Staatliches Baumanagement Hannover-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Hannover
Hannover Zum Job 
Koehler Paper-Firmenlogo
Produktionsingenieur (m/w/d) Papier Koehler Paper
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur - Oberbauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Stuttgart Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Ingenieur Mikroelektronik - Hochfrequenztechnik / Messtechnik (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Hirschvogel Holding GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker als Planer Qualitätsmanagement für Kundenprojekte (m/w/d) Hirschvogel Holding GmbH
Denklingen Zum Job 
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Scientist for FPGA-based RF signal processing and control (m/f/d) Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY
Hamburg Zum Job 
JOST-Werke Deutschland GmbH-Firmenlogo
Manager Testing & Prototyping Global | Mechanical Systems (m/w/d) JOST-Werke Deutschland GmbH
Neu-Isenburg (bei Frankfurt a. M.) Zum Job 
Landkreis Reutlingen-Firmenlogo
Leitung (w/m/d) des Kreisbauamtes Landkreis Reutlingen
Reutlingen Zum Job 
kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH-Firmenlogo
Bautechniker (m/w/d) kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH
Ingolstadt, Taufkirchen, Freising, Eichstätt Zum Job 
Markt Bad Abbach-Firmenlogo
Sachgebietsleitung Hochbau und Gebäudeunterhaltung (w/m/d) Markt Bad Abbach
Bad Abbach Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Projektleitung Großprojekte Wasserwerke (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Sweco GmbH-Firmenlogo
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x) Sweco GmbH
Hannover Zum Job 
Stadtwerke Strausberg GmbH-Firmenlogo
Techniker Stromnetz - Netzkoordination & Digitalisierung (m/w/d) Stadtwerke Strausberg GmbH
Strausberg Zum Job 
Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter (m/w/d) im Stahlbau Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG
Karlsruhe Zum Job 
Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen-Firmenlogo
Lehrkraft (m/w/d) Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen Zum Job 

Einige davon sind langlebig, andere existieren nur millionstel Sekunden lang. Alle hinterlassen Spuren, die die Messgeräte in Form von Bildern festhalten. Die Richtung, die die Partikel nach dem Zusammenprall einschlagen, die Form ihrer Bahnen und deren Länge geben Aufschluss darüber, welches Mitglied des so genannten Teilchenzoos sich dahinter verbirgt.

Existenz des Gottesteilchens von Higgs vor rund 50 Jahren vorhergesagt

Die Existenz des nach ihm benannten Teilchens hatte der Physiker Peter Higgs bereits vor rund 50 Jahren vorhergesagt. Es sollte die letzten Ungereimtheiten im physikalischen Weltbild beseitigen. Alle Zoobewohner sind mittlerweile eindeutig nachgewiesen. Beim Higgs-Teilchen fehlt noch der letzte Beweis.

Cern hat nicht nur die Bilder ins Netz gestellt, sondern auch Werkzeuge (Tools), die bei der Bestimmung der Teilchenarten helfen sollen. Studenten, Schüler, Lehrer und alle, die das interessiert, was schon Dr. Faustus in Goethes Drama umtrieb: „Daß ich erkenne, was die Welt Im Innersten zusammenhält.“

Zerfall nach extrem kurzer Zeit

Im Juli 2012 gab das Cern bekannt, das Higgs-Teilchen sei nun nachgewiesen. Ganz sicher sind sich die Teilchenphysiker allerdings nicht, denn es zerfällt nach extrem kurzer Zeit gleich wieder. Zu erkennen ist es an den Folgeprodukten, also den Spuren der Teilchen, die nach dem Exitus der Higgs-Bosonen Spuren in den Mammut-Messinstrumenten des Cern hinterlassen. Millionen Augen sollen jetzt weitere Indizien für den Nachweis des Gottesteilchens erbringen. Ein Traum wäre es, wenn dabei noch seine Funktion erkannt würde.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.