Eintrag ins Guinness-Buch 27.11.2014, 16:07 Uhr

Lotus lässt Lkw über Formel-1-Wagen fliegen

Einen spektakulären Weltrekord hat der Formel-1-Rennstall Lotus aufgestellt: Er ließ einen Sattelschlepper von einer Schanze abheben, während darunter ein Formel-1-Bolide kreuzte. Der Truck flog über 25 Meter weit. Guiness-Buch-Weltrekord. 

In der Flugphase riss der Fahrer des Formel-1-Wagen, Martin Ivanon, das Steuer rum und fuhr unter dem Lkw hindurch. "Es war beängstigend", kommentierte der Hollywood-Stuntman das Manöver. 

In der Flugphase riss der Fahrer des Formel-1-Wagen, Martin Ivanon, das Steuer rum und fuhr unter dem Lkw hindurch. "Es war beängstigend", kommentierte der Hollywood-Stuntman das Manöver. 

Foto: EMC

Hollywood-Stuntman Martin Ivanon muss Nerven dick wie Brückenseile haben, nur nicht so marode wie die Halteseile der Leverkusener Rheinquerung: Der 37-Jährige ist dem Kinopublikum unter anderem bekannt für seine spektakulären Stunts in „James Bond – Skyfall“ oder „Mission: Impossible“. Doch diese Stunts sind ein Kindergeburtstag gegen den Wahnsinn, auf den sich Ivanon jetzt für den Rennstall Lotus eingelassen hat.

Weltrekordversuch im LKW-Weitsprung

Es galt, einen neuen Weltrekord aufzustellen, um damit ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. Die Idee von Lotus und seinem Partner, dem Software-Spezialisten EMC: Wenn man als Rennstall gerade so wenig rekordfähig ist, setzt man die maskulinen Duftmarken eben woanders. Es galt also, den ultimativen Weltrekord in der unscheinbaren Disziplin Lkw-Weitsprung aufzustellen. Damit das Ganze auch wirklich medial ordentlich wahrgenommen wird, sollte unter dem fliegenden Brummi ein Formel-1-Bolide aus der Saison 2013 die Flugbahn kreuzen – am Steuer Martin Ivanon. 

Damit das auch klappt, waren monatelange Planungen und Vorbereitungen notwendig. Als Lastwagen guckten sich die Lotus-Planer einen ihrer Formel-1-Sattelschlepper aus. Dieser Truck wurde von unnötigem Ballast befreit, damit er besser vom Boden abhebt. Zusätzlich haben die Planer den Führerstand mit einem Sicherheitskäfig versehen.

Hollywood-Stuntfahrer Mike Ryan fuhr den Lkw

Dann bauten die Weltrekordjäger auf einem leeren Flugfeld in Großbritannien eine Schanze auf. In den Sicherheitskäfig des Führerstands nahm am 6. November 2014 ein Hollywood-Kollege von Ivanon Platz: Stuntfahrer Mike Ryan, der zum Beispiel in den Action-Szenen der Filmreihe The Fast an the Furious für Adrenalin sorgte. Ryan hat den Stunt für Lotus auch koordiniert. Ganz wesentlich war die Frage, wie sich der Auflieger beim Abheben in der Luft verhält. 

Lkw und Formel-1-Wagen rasten mit 112 km/h auf die Rampe zu. Am Steuer des Lkw saß Hollywood-Stuntfahrer Mike Ryan – bekannt aus der Filmreihe The Fast and the Furious. 

Lkw und Formel-1-Wagen rasten mit 112 km/h auf die Rampe zu. Am Steuer des Lkw saß Hollywood-Stuntfahrer Mike Ryan – bekannt aus der Filmreihe The Fast and the Furious. 

Quelle: EMC

Das Video zu dem irren Sprung hat eine Riesenwelle bei YouTube ausgelöst. In den letzten sechs Tagen ist dieser kurze Clip mehr als 8,5 Millionen Mal angeklickt worden. Der schwarze Lastwagen mit Mike Ryan beschleunigt, in Fahrtrichtung rechts neben ihm fährt Martin Ivanon. Gefilmt ist der irre Stunt von vorne, so dass der Sportwagen links neben dem Sattelschlepper fährt. Beide rasen mit 112 km/h auf die Riesenrampe zu. Der Sattelschlepper hebt ab und in diesem Moment reißt Ivanon das Lenkrad seines Formel-1-Boliden hart herum und rast unter seinem über ihm fliegenden Kollegen Mike Ryan hindurch. „Es war beängstigend“, sagte Ivanon hinterher.

Truck flog 25,476 Meter weit 

Bei der Landung kracht es ordentlich, einige Teile fliegen durch die Gegend, der Truck wird ordentlich durchgeschüttelt. Aber Weltrekord und Guinness-Eintrag sind geglückt: 25,476 Meter weit ist der 16-Tonner geflogen, so weit wie noch nie ein Lkw zuvor. Stunt-Koryphäe Mike Ryan konnte seinen Sprung sehr viel entspannter sehen. Er sagte, dass er in seiner Karriere schon einige Trucks kaputtgemacht habe. „Aber mit einem gesprungen bin ich noch nie. Es ist der eine Stunt, den ich noch nie zuvor gemacht habe.“

  • Detlef Stoller

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