Zweite Mission 19.05.2016, 11:27 Uhr

Hurra! Alexander Gerst wird erster deutscher ISS-Kommandant

Deutschland im Raumfahrtfieber: Alexander Gerst, auch Astro-Alex genannt, wird 2018 erneut auf der Internationalen Raumstation ISS leben und arbeiten. Und in der zweiten Hälfte des sechsmonatigen Aufenthaltes als erster deutscher Astronaut das Kommando auf der ISS übernehmen. Das ist seit gestern amtlich.

Astronaut Alexander Gerst wird 2018 erneut zur ISS fliegen und der erste deutsche Komandant auf der Internationalen Raumstation.

Foto: ESA/Nasa

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Bundeskanzlerin Angela Merkel, ESA-Generaldirektor Jan Wörner und der DLR-Vorstandsvorsitzende Pascale Ehrenfreund verkündeten im Europäischen Astronautenzentrum in Köln vor der Presse die Entscheidung über Gersts zweite ISS-Mission.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Astronaut Alexander Gerst inspizieren einen Nachbau der ISS im Astronautenzentrum in Köln: 2018 wird der inzwischen 40-jährige Deutsche wieder auf der echten ISS im All stationiert sein – drei Monate lang als Kommandant.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Astronaut Alexander Gerst inspizieren einen Nachbau der ISS im Astronautenzentrum in Köln: 2018 wird der inzwischen 40-jährige Deutsche wieder auf der echten ISS im All stationiert sein – drei Monate lang als Kommandant.

„Ich fühle mich sehr geehrt, dass man mir das Kommando über die Internationale Raumstation übertragen wird“, sagte Gerst. Er freue sich darüber, seinen Beitrag „zu einem der größten Explorationsabenteuer der Menschheit leisten zu dürfen, um neue Horizonte zu erforschen“.

Ab Expedition 57 übernimmt Gerst die Rolle des ISS-Kommandanten

Gerst, dem nach seinem ersten 166-tägigen Aufenthalt im All 2015 das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde, soll voraussichtlich von Mai bis November 2018 auf Expedition 56 und 57 auf der ISS arbeiten. Ab Expedition 57 wird er die Rolle des Stationskommandanten übernehmen.

Crew 41 in der ISS: Der deutsche Astronaut Gerst (l.) war von Ende Mai bis zum 10. November 2014 im All. 2018 wird er drei Monate lang der Chef der Station sein. 

Crew 41 in der ISS: Der deutsche Astronaut Gerst (l.) war von Ende Mai bis zum 10. November 2014 im All. 2018 wird er drei Monate lang der Chef der Station sein.

Quelle: ESA/Nasa

Damit wäre er nach Frank De Winnes Mission 2009 der zweite europäische Astronaut während der 15-jährigen Einsatzzeit der ISS. De Winne, der heute das Europäische Astronautenzentrum leitet, lobte besonders die „hohe Fachkompetenz und ausgezeichnete Interaktionsfähigkeit“ von Gerst während seiner ersten Mission Blue Dot.

Gerst bedankt sich in sozialen Netzwerken für die Glückwünsche

Tatsächlich hatte Gerst 2014 mit seinen persönlichen Fotos und Kommentaren, die er von der ISS aus über die irdischen sozialen Medien verbreitete, viele Sympathien gewinnen können. Damals war das Thema Raumfahrt in der Öffentlichkeit so präsent wie selten zuvor. Und auch gestern bedankte sich Gerst wie gewohnt über sämtliche soziale Medien für die Glückwünsche zu seiner Ernennung: „Vielen Dank euch Allen für die Glückwünsche! War ein ereignisreicher Tag für mich. Freue mich, euch bald wieder auf eine Reise mitzunehmen!“

Alexander Gerst 2014 in Unterwäsche, als er sich auf seinen Spacewalk vorbereitete.

Alexander Gerst 2014 in Unterwäsche, als er sich auf seinen Spacewalk vorbereitete.

Quelle: ESA/Nasa

Dass er ins All zurück wolle, hatte Gerst, der promovierter Geologe ist, schon nach seiner ersten Mission deutlich gemacht. Dass es nun schon so bald sein werde, habe er nicht erwartet, sagte er. Nun wird er die Trainingsmöglichkeiten im Astronautenzentrum in Köln wieder ausgiebig nutzen und sich auf den Start in gut zwei Jahren vorbereiten. Am Sonntag fliegt Gerst aber erst einmal nach Russland, wo das Training beginnt.

Gersts zweite Mission wird unter anderem der Fortsetzung von Forschungsprogrammen dienen, deren Dauer sich oft über mehrere ISS-Missionen erstreckt. Darüber hinaus wird er voraussichtlich mit dem ESA-Trainingssystem MARES zur Erforschung von Muskelschwund arbeiten, Plasmakristalle in der Schwerelosigkeit untersuchen, neue Technologien zur Unterstützung des ESA-Programms für bemannte Exploration testen und weitere Experimente für die an der Raumstation beteiligten Partner durchführen.

 

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

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