Monstersterne 29.05.2020, 14:04 Uhr

Hubble-Teleskop: Erstaunliche Entdeckung liefert neue Erkenntnis über Geburt von Planeten

Drei Jahre lang haben Astronomen mithilfe des Hubble-Teleskops den Sterncluster Westerlund 2 beobachtet. Dabei machten sie eine Entdeckung, die völlig neue Erkenntnisse über das Universum liefert.

Der Sternencluster Westerlund 2. Foto: NASA, ESA, the Hubble Heritage Team (STScI/AURA), A. Nota (ESA/STScI), Westerlund 2 Science Team

Der Sternencluster Westerlund 2.

Foto: NASA, ESA, the Hubble Heritage Team (STScI/AURA), A. Nota (ESA/STScI), Westerlund 2 Science Team

Mithilfe des Hubble-Teleskops der Weltraumbehörden Nasa und Esa haben Astronomen jetzt erstmals einen Sternencluster genauer analysiert und dabei eine erstaunliche Entdeckung gemacht, die völlig neue Erkenntnisse über die Geburt von Planeten liefert.

Drei Jahre lang haben die Wissenschaflter den etwa zwei Millionen Jahre alten Sternhaufen Westerlund 2 in der Milchstraße beobachtet. Nach astronomischen Maßstäben ist Westerlund noch recht jung. Um solche jungen Sterne bilden sich mit der Zeit sogenannte protoplanetare Scheiben aus Staub und anderen Teilchen. Dieser verdichtet sich stellenweise zu Staubwolken, aus denen wiederum nach Millionen von Jahren Planeten entstehen.

Schwarzes Loch mit bloßem Auge sichtbar

Hubble-Teleskop zeigt protoplanetare Scheiben

Den Wissenschaftlern fiel auf, das die Staubscheiben um die Sterne in der Nähe des Cluster-Zentrums mysteriöserweise keine solchen dichten Staubwolken aufweisen. Die Sterne am Rand des Sternenhaufens hingegen schon.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter Export - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Qualitätsmanagement (m/w/d) Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH
Nordrach Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Business Development Manager - Western Europe (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Projektingenieur Kraftwerk (d/m/w) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Field Application Engineer Personal Hygiene EIMEA (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
SAP Business Technology Platform Engineer (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Site Manager / Construction Manager International - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Dekra Automobil GmbH-Firmenlogo
Sachkundiger Prüfmittelüberwachung / Kalibriertechniker (m/w/d) Dekra Automobil GmbH
Dortmund Zum Job 
Dekra Automobil GmbH-Firmenlogo
Prüfingenieur Fahrzeuge / Kfz Sachverständiger (m/w/d) Dekra Automobil GmbH
Dortmund Zum Job 
Dekra Automobil GmbH-Firmenlogo
(Ausbildung) Sachverständiger Anlagensicherheit AwSV (m/w/d) Dekra Automobil GmbH
Dortmund Zum Job 
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Bachelor - Beamten - Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Bachelor in Informatik / Elektrotechnik - Beamten - Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
BJ Automotive GmbH-Firmenlogo
Senior Konstrukteur Automotive - Baugruppenentwicklung (m/w/d) - Hoher Reiseanteil nach China BJ Automotive GmbH
Kirchardt Zum Job 
Tadano Demag GmbH-Firmenlogo
Produktionstechniker (m/w/d) - Welding Technology Tadano Demag GmbH
Zweibrücken Zum Job 
Wirtgen GmbH-Firmenlogo
Product Safety & Compliance Engineer (m/w/d) - R&D Wirtgen GmbH
Windhagen Zum Job 
Hochschule Düsseldorf-Firmenlogo
Vertretungsprofessur "Haus-, Energie- und Anlagentechnik" Hochschule Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
Spar- und Bauverein eG-Firmenlogo
Leiter Technik / Prokurist (m/w/d) Spar- und Bauverein eG
Hannover Zum Job 
Koehler Paper SE-Firmenlogo
Ingenieur Qualitätssicherung (m/w/d) Koehler Paper SE
KOCO MOTION GmbH-Firmenlogo
Produktmanager (m/w/d) KOCO MOTION GmbH
Dauchingen Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für technische Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 

Warum also fällt es einigen Sternen in Westerlund 2 schwerer, Planeten zu formen als anderen? Die Erklärung der Wissenschaftler: Die massereichsten und hellsten Sterne des Clusters versammeln sich im Kern. Beobachtungen anderer sternbildender Regionen haben diese These bestätigt. Das Zentrum des Westerlund-2-Clusters enthält mindestens 30 extrem massive Sterne, von denen einige das 80-fache der Sonnenmasse wiegen, wie Nasa und Esa mitteilen.

Warum die Starlink-Satelliten zu einer Katastrophe führen könnten

Strahlung und Sternwinde „wie eine Lötlampe“

Ihre glühende ultraviolette Strahlung und hurrikanartige Sternwinde von geladenen Teilchen verteilen den Staub in den protoplanetaren Scheiben von Sternen mit weniger Masse und treiben ihn nach außen, so dass sich nur schwer sichte Wolken bilden können. „Wie eine Lötlampe“, so die Forscher in einer Mitteilung.

„Die Energie solcher Monstersterne verändert die Eigenschaften der Scheiben in der Nähe von weniger massereichen Sternen“, erklärt Elena Sabbi vom Space Telescope Science Institute in Baltimore, die die Hubble-Studie leitet.

„Diese Sterne haben zwar noch eine Scheibe, aber die massreichen Sterne verändern die Zusammensetzung des Staubes in den Scheiben, so dass es schwieriger wird, stabile Strukturen zu schaffen, die schließlich zu Planeten werden können. Wir glauben, dass der Staub aus solchen Scheiben entweder in einer Million Jahren verdunstet oder zumindest in seiner Zusammensetzung und Größe so dramatisch verändert, dass keine Bausteine existieren, aus denen Planeten entstehen könnten.“

Astronaut Ulrich Walter im Interview

Westerlund 2 ist einerseits wegen seines jungen Alters und andererseits wegen seiner relativen Nähe so spannend für die Astronomen. Der Sternencluster liegt etwa 14.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild „Kiel des Schiffes“. Allerdings ist Westerlund 2 nicht ganz einfach zu beobachten, weil er von Staub umgeben ist: Die Weitfeldkamera 3 des Hubble-Teleskops kann jedoch im Infrarotlicht durch den staubigen Schleier blicken und ermöglicht den Astronomen klare Sicht ins Zentrum des Clusters.

Eine Weitfeld-Aufnahme des Hubble-Teleskops vom Sternencluster Westerlund 2 und seiner Umgebung, Foto: NASA, ESA, Digitized Sky Survey 2

Eine Weitfeld-Aufnahme des Hubble-Teleskops vom Sternencluster Westerlund 2 und seiner Umgebung,

Foto: NASA, ESA, Digitized Sky Survey 2

Monstersterne: 100 Mal so viel Masse wie unsere Sonne

„Mit einem Alter von weniger als zwei Millionen Jahren beherbergt Westerlund 2 einige der massereichsten und heißesten jungen Sterne der Milchstraße“, so Forschungsteam-Mitglied Danny Lennon vom Instituto de Astrofísica de Canarias an der Universidad de La Laguna . „Die Umgebung dieses Clusters wird daher ständig von starken Sternwinden und ultravioletter Strahlung dieser Riesen bombardiert, deren Masse bis zu 100 Mal so groß ist wie die der Sonne.“

Sternentanz um Schwarzes Loch: Ingenieure leisten Bahnbrechendes

Mithilfe des Hubble-Teleskops konnten die Forscher nun sehen, wie sich Planeten in einer Umgebung entwickeln, die der des noch jungen Universums ähnelt: Denn Sternencluster in der Frühphase des Universum wohl von solchen sogenannten Monstersternen dominiert.

„Hubbles Beobachtungen von Westerlund 2 geben uns ein viel besseres Gespür dafür, wie sich Sterne unterschiedlicher Masse im Laufe der Zeit verändern und wie starke Winde und Strahlung von sehr massereichen Sternen nahegelegene Sterne mit geringerer Masse und ihre Scheiben beeinflussen“, so Sabbi. „Wir sehen zum Beispiel, dass Sterne mit geringerer Masse wie unsere Sonne, die sich in der Nähe extrem massereichen Sterne im Cluster befinden, immer noch Scheiben haben und immer noch Material ansammeln können, wenn sie wachsen.“

Lesen Sie auch:

Warum die Nasa nun ein neues Logo nutzt

Die private Raumfahrt holt auf

Starlink: So können Sie die SpaceX-Satelliten am Himmel entdecken

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.