Planeten 05.02.2024, 07:10 Uhr

EnVision 2031: Die ESA plant tiefgehende Untersuchungen der Venus

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat grünes Licht für die En-Vision-Mission zur Venus im Jahr 2031 gegeben, die eine umfassende Erforschung des Planeten ermöglichen soll.

Venus

ESA erteilt grünes Licht für EnVision-Mission zur Venus im Jahr 2031.

Foto: PantherMedia / Shad.off

Ende Januar 2024 gab die Europäische Weltraumorganisation (ESA) grünes Licht für ihre Venus-Mission EnVision. Denn: Für das Jahr 2031 plant die ESA den Start ihrer EnVision-Mission zur Venus. Die Raumsonde soll nicht nur die äußere Atmosphäre, sondern auch den Kern der Venus eingehend erforschen.

„Seit die Mission im Jahr 2021 ausgewählt wurde, haben wir uns von allgemeinen wissenschaftlichen Zielen zu einem konkreten Missionsplan weiterentwickelt“, sagt Thomas Voirin, der Studienleiter von ESA EnVision. „Wir freuen uns sehr darauf, den nächsten Schritt zu gehen. EnVision wird langjährige offene Fragen zur Venus beantworten, die wohl am wenigsten verstandenen der terrestrischen Planeten unseres Sonnensystems.“

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Dicke Wolkendicke verhinderte die Forschung

Die Venus ist der zweite Planet in unserem Sonnensystem und nach dem Merkur der erdnächste Planet. Benannt nach der römischen Göttin der Liebe und Schönheit, zeichnet sich die Venus durch ihre heiße Oberfläche aus, die von einer dichten Atmosphäre umgeben ist. Die Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid mit Spuren von Schwefelsäure, was zu extremen Temperaturen von durchschnittlich etwa 467 Grad Celsius führt. Die Venus rotiert sehr langsam um ihre Achse und in entgegengesetzter Richtung zu den meisten anderen Planeten, was zu einer retrograden Rotation führt. Ihre Oberfläche ist von vulkanischen Aktivitäten geprägt, und die Venus weist zudem zahlreiche Hochlandregionen und tiefe Ebenen auf. Aufgrund der dicken Wolkendecke war die Erforschung der Oberfläche lange Zeit erschwert, doch Raumsonden haben dazu beigetragen, mehr über die geologischen Besonderheiten dieses Planeten zu erfahren.

Viele Daten sollen gesammelt werden

Die Messungen von EnVision sollen nun wichtige Rätsel über unseren heißen Nachbarn lösen. EnVision wird zeigen, wie die Venusianische Oberfläche durch Vulkane, Plattentektonik und Asteroideneinschläge geformt wurde und wie aktiv der Planet heute noch ist. Die Mission wird außerdem das Innere der Venus erforschen und Daten zur Struktur sowie zur Dicke des Kerns, des Mantels und der Kruste sammeln. Abschließend wird sie das Wetter und Klima auf der Venus untersuchen, einschließlich ihrer Beeinflussung durch geologische Aktivitäten.

Den gesamten Planeten als System erforschen

Besonders an EnVision ist der Ansatz der Mission, den gesamten Planeten als System zu erforschen. Mit beispiellosem Präzisionsgrad wird sie die Oberfläche, das Innere und die Atmosphäre der Venus untersuchen, um zu verstehen, wie sie miteinander funktionieren und interagieren. Anne Grete Straume-Lindner, die wissenschaftliche Leiterin der Mission, erklärt: „EnVision wird verschiedene Messmethoden nutzen, um nach Anzeichen von aktiven Vulkanen an der Oberfläche und in der Atmosphäre zu suchen.“

Mit Untergrund-Radar-Schallgeber forschen

Um diese umfassende Erforschung zu ermöglichen, wird EnVision eine breite Auswahl wissenschaftlicher Instrumente mitführen. Diese Mission wird die erste sein, die direkt unter die Oberfläche der Venus schaut, indem sie ihren Untergrund-Radar-Schallgeber nutzt. Ein zweites Radar-Instrument namens VenSAR wird die Oberfläche mit einer Auflösung von bis zu 10 Metern kartieren und dabei Eigenschaften wie die Struktur der Oberfläche bestimmen. Drei verschiedene Spektrometer werden die Zusammensetzung der Oberfläche und der Atmosphäre analysieren. Zusätzlich wird ein Radio-Wissenschaftsexperiment Radiowellen verwenden, um die innere Struktur des Planeten und die Eigenschaften der Atmosphäre zu untersuchen.

Wie war es früher mit der Venus-Forschung?

In der Zeit von 1961 bis 1983 entsandte die ehemalige Sowjetunion insgesamt 16 Sonden zur Venus, die alle den Namen Venera trugen. Die meisten dieser Missionen waren mit Instrumenten ausgestattet, die darauf abzielten, auf der Oberfläche der Venus zu landen.

Die US-amerikanische Raumsonde Magellan gilt als eine der erfolgreichsten Missionen zur Venus, die bisher durchgeführt wurden. Im August 1990 erreichte sie die Venus nach einer 15-monatigen Reise und nahm schließlich eine Umlaufbahn um den Planeten ein.

Im November 2005 wurde die Venus-Sonde VEX (Venus Express), konstruiert von der ESA, auf ihre Mission geschickt. Seit April 2006 umkreist sie die Venus in einer deutlich elliptischen Umlaufbahn. Das bedeutet, dass sie sich zeitweise der Venus bis auf 250 Kilometer nähert, während sie zu anderen Zeiten einen Abstand von bis zu 60.000 Kilometern aufweist.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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