START MIT SOJUS-RAKETE 02.09.2015, 15:05 Uhr

Drei neue Astronauten auf dem Weg zur ISS

Es wird voll auf der Internationalen Raumstation: Neun Astronauten werden ab Freitag auf der ISS wohnen und arbeiten. Sie sollen in den nächsten Monaten rund 250 verschiedene wissenschaftliche Experimente durchführen.

Und Tschüss: Die Astronauten Aydyn Aimbetov (Kasachstan), Sergei Volkov (Russland) und Andreas Mogensen (Dänemark) verabschieden sich (v.l.n.r.). Sie wollen zur Internationalen Raumstation ISS.

Und Tschüss: Die Astronauten Aydyn Aimbetov (Kasachstan), Sergei Volkov (Russland) und Andreas Mogensen (Dänemark) verabschieden sich (v.l.n.r.). Sie wollen zur Internationalen Raumstation ISS.

Foto: Sergei Ilnitsky/dpa

Der Start lief planmäßig: Um 10.37 Uhr Ortszeit am Mittwoch hob die Sojus-Rakete mit Sergej Volkov, Andreas Mogensen und Aidyn Ambetov vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur ab und nahm Kurs auf die Internationale Raumstation. Nach zwei Tagen Flug soll die Rakete an der ISS andocken. Damit wird die Besatzung auf neun Astronauten aufgestockt, so viele wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

So eng wird es allerdings nur für wenige Tage sein, denn der jetzige Kommandant Gennadi Padalka, der seit März auf der ISS ist, soll am 11. September mit zwei Kollegen zur Erde zurückkehren. Erst im Juli waren drei Astronauten auf der Station angekommen, und das mit zwei Monaten Verspätung nach dem Unfall bei einem Versorgungsflug.

Suche nach dunkler Materie

Ein Teil der aktuellen Besatzung feiert in wenigen Tagen Bergfest. Die Hälfte des fast einjährigen Aufenthaltes für die beiden Flugingenieure Scott Kelly und Michail Kornienko ist Mitte September vorbei. Ihre 342 Tage währende Mission dient vor allem dazu, die körperlichen und seelischen Auswirkungen einer sehr langen Weltraumreise weiter zu untersuchen – all das laut Nasa in Vorbereitung auf Missionen zum Mars oder zu weit entfernten Asteroiden.

Mit den drei Astronauten an Bord der Sojus-Rakete werden vorübergehend neun Menschen auf der Internationalen Raumstation leben. 16 Länder sind an der ISS beteiligt. Die Kooperation im Raumfahrtbereich zwischen Russland und den USA funktioniert trotz der Spannungen wegen der Krise in der Ukraine weiterhin.

Mit den drei Astronauten an Bord der Sojus-Rakete werden vorübergehend neun Menschen auf der Internationalen Raumstation leben. 16 Länder sind an der ISS beteiligt. Die Kooperation im Raumfahrtbereich zwischen Russland und den USA funktioniert trotz der Spannungen wegen der Krise in der Ukraine weiterhin.

Foto: Sergei Ilnitsky/dpa

Insgesamt soll die Crew in den nächsten Monaten mehr als 250 Experimente durchführen, und das auf unterschiedlichsten Feldern wie Geologie, Physik, Medizin und Technologie. Dazu dient dann beispielsweise das erst kürzlich auf der ISS installierte kalorimetrische Elektronenmikroskop, das auf der Messung von Wärmemengen (Kalorimetrie) beruht und unter anderem nach dunkler Materie suchen soll. Auch die bislang unbekannten Quellen kosmischer Strahlung sollen mit seiner Hilfe ermittelt werden. Das dient wiederum der genauen Untersuchung dieser Strahlung und ihrer möglichen Auswirkungen auf Gerätschaften und vor allem Menschen im All. In einem weiteren Versuch wollen die Forscher genetische Veränderungen bei den Astronauten, die sich dafür gegenseitig regelmäßig Blutproben abnehmen.

Schon mehr als 200 Besucher auf der ISS

Konkreten Nutzen auf der Erde könnten indes die Feuerversuche bringen, die schon jetzt auf der Raumstation stattfinden. Die Untersuchung von Verbrennungsprozessen in der Schwerelosigkeit soll dabei helfen, noch effizientere Motoren zu entwickeln, die weniger Schadstoffe ausstoßen.

Der Klub der ISS-Bewohner, zu denen jetzt drei neue hinzukommen, ist natürlich immer noch exklusiv, aber die Mitgliederzahl inzwischen durchaus beträchtlich: Mehr als 200 Menschen haben die Raumstation seit der Fertigstellung des Kernmoduls im Jahr 2000 schon besucht. Mindestens bis zum Jahr 2020 wird die ISS voraussichtlich noch betrieben werden.

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