Gespräche mit Fluglinien 10.10.2013, 00:12 Uhr

China will bis 2025 Großraumflugzeug auf den Markt bringen

Noch ehe der staatliche chinesische Flugzeugbau die Serienproduktion kleinerer Verkehrsflugzeuge voll aufgenommen hat, wird bereits an Plänen für künftige Großraumflugzeuge gearbeitet. 2025 sollen die ersten Jumbos aus chinesischer Fertigung in der Luft sein.

Der chinesische Flugzeugbauer Comac will bis 2025 ein Großgraumflugzeug bauen. Gespräche mit potentiellen Kunden in China und Asien wurden bereits geführt.

Der chinesische Flugzeugbauer Comac will bis 2025 ein Großgraumflugzeug bauen. Gespräche mit potentiellen Kunden in China und Asien wurden bereits geführt.

Foto: Comac

Nachdem die ersten Überlegungen noch in Richtung eines Flugzeuges mit einer Kapazität von etwa 250 Passagieren gingen, haben die chinesischen Flugzeugbauer bereits Gespräche mit potenziellen Kunden, den Luftverkehrsgesellschaften in China und anderen ostasiatischen Ländern, geführt. Dabei haben die Fluggesellschaften ein viel stärkeres Interesse an einem großen Flugzeug mit rund 300 Sitzplätzen geäußert – eine Tendenz, die im Prinzip auch von den großen westlichen Flugzeugbauern Airbus und Boeing bestätigt wird.

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Dabei wird auch von den Chinesen an eine Reichweite von rund 12 000 Kilometern gedacht. Obwohl bisher keinerlei konkrete Zahlen oder Skizzen vorgelegt werden, ist davon auszugehen, dass die chinesischen Ingenieure ein Flugzeug entwickeln werden, wie es heute von der Größe her in Gestalt des Airbus A330 und der Boeing B777 am Markt ist. Allerdings strebt der chinesische Flugzeugbau von vornherein auf weiterentwickelte Flugzeuge ab, die in Europa beispielsweise in Gestalt des neuen Airbus A350 schon im Bau sind.

Auch schon Gespräche mit derTriebwerkindustrie

Dass es den chinesischen Flugzeugbauern mit ihren Plänen wirklich ernst ist, lässt sich auch daran erkennen, dass es schon erste Gespräche mit westlichen Triebwerkproduzenten gegeben hat. Sie fanden mit General Electric und Pratt & Whitney in den Vereinigten Staaten sowie mit Rolls Royce in Großbritannien statt.

Natürlich hätten die Chinesen lieber Triebwerke aus dem eigenen Land. Aber kaum ein Flugzeughersteller stattet ein vollkommen neues Flugzeug mit einem gleichfalls völlig neuen Motor aus. Die Pläne der chinesischen Triebwerkindustrie lassen zudem kaum erwarten, dass es schon ein ausgereiftes, vielfach erprobtes eigenes Triebwerk in China gibt, wenn der erste Großraumjet auf den Markt kommen soll.

Federführend ist Flugzeugbauer Comac

Federführend für die Entwicklung des ersten chinesischen Großraumjets ist der staatliche Flugzeugbauer Comac. Konkret betrieben werden die Arbeiten an dem neuen Projekt bisher vom Comac Aeronautical Science & Technology Research Institute in Peking, das erst Mitte vergangenen Jahres eröffnet worden ist. Ausgerichtet ist es besonders auf neue Technologien im Flugzeugbau sowie künftige Entwicklungsprogramme.

Aus Peking ist auch zu hören, dass das erste Großraumflugzeug wie die westlichen Muster großenteils aus Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoffen gefertigt werden soll.

Denkbar ist auch Kooperation mit russischem Partner

Ob die Volksrepublik China ihr erstes Großraum-Verkehrsflugzeug tatsächlich ganz im Alleingang entwickeln und fertigen kann, ist allerdings keineswegs sicher. Denkbar ist auch eine Kooperation mit dem russischen Zivilflugzeugbau, wie ihn China auf militärischem Gebiet schon häufig betrieben hat. Eine solche Zusammenarbeit wäre für Comac reizvoll, weil die Russen bereits Erfahrung im Großraumflugzeugbau besitzen und vor allem auch über ausreichende Entwicklungs- und Testeinrichtungen verfügen. So ließen sich Zeit und Geld sparen.

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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