Airbus

Airbus SE blickt heute auf eine lange Geschichte zurück. Was als Konkurrenz für internationale Flugzeughersteller begann, bietet inzwischen eine große Vielfalt an Unternehmen und Forschungsrichtungen. Wir blicken auf die Geschichte von Airbus SE und zeigen die wichtigsten Errungenschaften.

Die Geschichte von Airbus SE

Die Geschichte von Airbus SE beginnt schon am 2. Juli 1965 in Deutschland. Die Unternehmen Bölkow, Dornier-Werke, Hamburg Flugzeugbau, Messerschmitt AG und die Vereinigten Flugtechnischen Werke gründen die Arbeitsgemeinschaft Airbus mit einem jeweiligen Besitzanteil von 20 %. 1967 gründen die Arbeitsgemeinschaft Airbus und der französische Flugzeugbauer Aérospatiale die Deutsche Airbus GmbH. Das gemeinsame Ziel: Ein Gegengewicht zu den amerikanischen Unternehmen Boeing und McDonnell Douglas. Am 18. Dezember 1970 gründen beide Unternehmen schließlich die wirtschaftliche Interessengemeinschaft Airbus Industrie GIE. 1971 schließt sich CASA (Construcciones Aeronáuticas S.A.) aus Spanien Airbus Industrie an. Erstes Projekt des Unternehmens wird der Airbus A300, dessen Planung bereits Ende der 60er Jahre startete. Die zweistrahlige Passagier-Maschine war zu ihrem Jungfernflug im Jahr 1972 die erste ihrer Art. Ab 1974 befand sich die Maschine offiziell im Einsatz. Maschinen der Baureihe sind auch heute noch im Einsatz, dienen aber hauptsächlich als Frachtflugzeuge. Im Jahr 1979 tritt British Aerospace (BAE) dem Unternehmen bei.

Durch Firmenübernahmen und Zusammenführungen wurde die deutsche Airbus GmbH in den 80er Jahren erst zu einer hundertprozentigen Tochter von MBB und 1992 zu einem Teil von DaimlerChrysler Aerospace.  Das Unternehmen firmierte bis 1995 unter dem Namen Deutsche Aerospace Airbus GmbH und 1995 als DaimlerBenz Aerospace Airbus. 1998 ändert sich der Name zu DaimlerChrysler Aerospace Airbus GmbH und 2000 schließlich zu EADS Airbus GmbH (European Aeronautic Defence and Space). Diese stellte einen Zusammenschluss zwischen der DASA von DaimlerChrysler, dem französischen Aérospatiale-Matra und der spanischen CASA dar. Airbus wird zu 80 % in EADS integriert, gehört weiterhin allerdings zu 20 % BAE Systems. Airbus gilt deswegen als Gemeinschaftsunternehmen zwischen EADS und BAE Systems. Erst 2006 gibt BAE Systems die entsprechenden Anteile an EADS ab.

In den Jahren nach der Gründung strebte EADS nach einer breiteren Aufstellung. Unter den in den 2000ern neu gegründeten Unternehmen finden sich Transport-, Militär- und Wissenschaftseinrichtungen. Vorsitzende des Unternehmens waren in dieser Zeit Rainer Hertrich und Phillipe Camus. 2005 übernahmen Thomas Enders und Noël Forgeard die Posten als CEOs. Bis zum 16. Juli 2007 setzte EADS auf zwei CEOs. Durch krisenbedingte Umstrukturierungen übernahm Louis Gallois die Stelle als alleiniger CEO. Thomas Enders wechselte hingegen zur Tochter Airbus.

EADS gab im Juli 2013 eine Umbenennung bekannt. Ab Anfang 2014 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Airbus Group die 2015 zu einer Societas Europaea wird. 2017 wird die Airbus Group schließlich mit Airbus Commercial Aircraft zu Airbus SE zusammengelegt.

Fakten zu Airbus SE

Airbus SE sitzt im niederländischen Leiden und hat eine weitere Konzernzentrale im französischen Toulouse. Daneben entwickelt und produziert Airbus SE an 70 europäischen Standorten und weltweit an 35 Standorten. Im Jahr 2018 beschäftigte Airbus über alle Bereiche hinweg 133.671 Mitarbeiter. Im Jahr 2018 lag der Umsatz des Unternehmens bei 40 Milliarden Euro.

Airbus Flugzeuge

Mit dem A300 konnte sich Airbus als Konkurrenz zu den amerikanischen Anbietern von Flugzeugen platzieren. Die Besonderheit lag bei der Vorstellung in der Verwendung von nur zwei Triebwerken verglichen mit den vier bei anderen Maschinen. 1982 stellte Airbus eine verbesserte Version der Maschine unter dem Modellnamen A310, vor die im Vergleich zum Vorgänger mehr Reichweite mitbrachte. Zusammen wurden beide Maschinen bis zum Ende der Produktion 2007 mehr als 800 Mal ausgeliefert.

Mit den Flugzeugen der A320er-Serie für Kurzstreckenflüge lieferte Airbus das erste Zivilflugzeug mit einer Unterstützung für die Fly-by-wire-Technik. Diese ersetzt die mechanische Übertragung von Steuerbefehlen durch die digitale Datenübertragung. Flugzeuge der A320-Serie befinden sich mit kleineren Veränderungen noch im Einsatz und werden noch hergestellt. Erst 2024 will Airbus einen Nachfolger präsentieren.

Für Langstrecken- und Ultralangstreckenflüge veröffentlicht Airbus in den 90er Jahren die Flugzeuge der A330- und A340-Reihe. Die A330 besitzt zwei Motoren und ist dadurch sparsamer im Verbrauch. Dadurch ist die Reichweite geringer als die der vierstrahligen A340, die sich speziell an die Verwendung bei einem Ultralangstreckenflug richtet.

Bei der Entwicklung der A350-Serie kam es erstmals zu Problemen. Das Langstreckenflugzeug, welches als direkte Konkurrenz zu Boeing 787 und 777 entstand, wurde im ersten Anlauf verworfen, um ab Juli 2006 als A350 XWB mit neuer Rumpf-Gestaltung neu zu entstehen. Grund war der technische Rückstand zum Konkurrenten Boeing, der mit der ursprünglichen Konstruktion nicht hätte aufgefangen werden können.

Das neben dem A300 bekannteste Flugzeug ist der Airbus A380. Nachdem das Flugzeug in den 80er Jahren als Machbarkeitsstudie für Großraumflugzeuge entstand, wurde Mitte der 90er Jahre mit der tatsächlichen Konzeption begonnen. Ziel war vor allem eine größere Effektivität im Hinblick auf Passagiere und die Transportkosten. Nach langer Entwicklung und ausführlichen Tests der Belastbarkeit fand der Erstflug des Airbus 421 Tonnen schweren A380 am 27. April 2005 statt. Bis heute gilt der A380 als größtes Verkehrsflugzeug der Welt.

Die Airbus-Krise

Die Entwicklung des A380 kostete Airbus rund zwölf Milliarden Euro. Interessierte Airlines mussten für eine Maschine 400 Millionen Dollar zahlen. Ein sich stark verändernder Markt, Verzögerungen bei Auslieferung und Bestellung sowie die Weltwirtschaftskrise sorgten dafür, dass die Verkaufszahlen des A380 seit seiner Veröffentlichung unter den Erwartungen blieben. Als im Februar 2019 öffentlich wird, dass die Produktion des A380 bis 2021 eingestellt wird, wurden von vorher erwarteten 1000 Fliegern nur 251 verkauft.

Airbus Drohnen

Neben der Entwicklung von Flugzeugen beschäftigt sich EADS samt zugehöriger Unternehmen seit einigen Jahren mit alternativen Transportkonzepten und der militärischen Anwendung von Drohnen.  Beispielsweise das Projekt Cassidian Barracuda, welches in der Verteidigungssparte von EADS (früher Cassidian, heute Airbus Defence and Space) entstand. Das unbemannte Luftfahrzeug diente dabei selbst nicht als mögliches Produkt, sondern dem Sammeln von Erfahrungen mit autonomen Drohnen im militärischen Einsatz. Ende 2018 testete Airbus Drohnen als Begleitung für Kampfjets an der Ostsee. Die unbemannten Drohnen sollen bemannte Kampfflugzeuge im Formationsflug begleiten.

In Ingolstadt präsentiert Airbus im März 2019 außerdem einen Quadrocopter für Passagiere. Der City Airbus ist der zweite Senkrechtstarter für die Stadt von Airbus. Anfang 2018 flog das Projekt Vahana erstmals. Beide eint, dass sie keinen Piloten benötigen sollen. Passagiere sollen innerstädtisch schnell von einem zum anderen Ort gelangen können.

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