Geodaten-Analyse 06.07.2022, 07:00 Uhr

Das sind die besten Flächen für Solarenergie und Windkraft

Forschende vom Reiner Lemoine Institut (RLI) haben analysiert, auf welchen Flächen ein Ausbau von Windkraft- und Solarenergie möglich wäre. Ihre Daten stellen sie zur freien Verwendung zur Verfügung – um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen.

Karte Datenanalyse

Die Daten des RLI lassen sich nach verschiedenen Faktoren auswerten.

Foto: RLI

Solarenergie und Windkraft sind unverzichtbar, wenn die Energiewende funktionieren soll. Die Bundesregierung hat mit den umgangssprachlich „Osterpaket“ genannten Beschlüssen große Ziele verkündet: Die Geschwindigkeit beim Ausbau erneuerbarer Energien soll sich verdreifachen. Bis zum Jahr 2030 sollen 80% des Bruttostromverbrauchs durch Photovoltaik, Windenergie & Co. bestritten werden.

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Neben Fördermaßnahmen sollen unter anderem eine höhere Zahl an entsprechenden Ausschreibungen sowie beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren dazu beitragen, den Bau neuer Anlagen voranzutreiben. Das allein wird aber nicht reichen. Denn die Projektplaner stehen vor der Aufgabe, geeignete Flächen zu finden. Mögliche Einschränkungen, wie benachbarte Naturschutzgebiete oder naheliegende Siedlungen, erschweren ihre Arbeit. Denn die entsprechenden Informationen müssen sie mühsam zusammensuchen – so war es zumindest bisher. Denn jetzt können sie dafür ein neues Tool nutzen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Reiner Lemoine Institut (RLI) in Berlin haben ein umfangreiches Datenpaket mit Potenzialflächen in Deutschland veröffentlicht.

Daten über Flächen für Solarenergie und Windkraft auf Speicherdienst hinterlegt

Das RLI ist ein unabhängiges, gemeinnütziges Forschungsinstitut, das gegründet wurde, um mit seiner Arbeit einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Ziel des Instituts ist eine Zukunft, in der die Energie zu 100% aus erneuerbaren Quellen stammt. Die drei Forschungsbereiche sind „Transformation von Energiesystemen“, „Mobilität mit Erneuerbaren Energien“ und „Off-Grid Systems“. Dabei sind alle Projekte anwendungsorientiert gestaltet.

„Der Ausbau von PV- und Windkraftanlagen ist in Deutschland nicht uneingeschränkt möglich. Daher haben wir zahlreiche Geodaten ausgewertet und Flächen identifiziert, die dafür infrage kommen können“, sagt Mascha Richter, Leiterin des Forschungsbereichs Transformation von Energiesystemen am RLI.  „Diese Daten können helfen, das Zwei-Prozent-Ziel des geplanten Wind-an-Land-Gesetzes der Bundesregierung umzusetzen. Ihre Veröffentlichung und freie Verwendung entspricht unserem Prinzip von Open Science. So wollen wir Partizipation in der Energiewende ermöglichen.“

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Die Daten sind nicht ganz neu, sondern seit einigen Monaten bereits verfügbar für die digitale Anwendung PV- und Windflächenrecher des Thinktanks Agora Energiewende. Die Denkfabrik hatte das RLI mit der Datenerstellung beauftragt. Die exklusive Nutzung ist beendet. Ab sofort kann jeder frei auf die Informationen zugreifen. Das wird möglich durch eine offene Lizenz auf dem Speicherdienst Zenodo.

Mögliche Solarenergie- und Windkraft-Flächen: Verschiedene Auswertungen der Daten sind möglich

Insgesamt haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Datenpaket von über 700 Megabyte zusammengestellt. Darin enthalten sind zum Beispiel potenzielle Fläche für Windkraftanlagen, die nach Siedlungsabständen sortiert werden können: 400, 600, 800 und 1000 Meter. So lassen sich auch ungeeignete Regionen, die auf den ersten Blick gut aussehen, schnell ausschließen. Auch Freiflächen entlang von Autobahnen und Schienenwegen können sich die Nutzerinnen und Nutzer extra anzeigen lassen, um zu prüfen, ob die Standorte dafür geeignet wären, auf ihnen Photovoltaik-Anlagen zu errichten. Eine weitere Option sind Informationen über Wälder und Landschaftsschutzgebiete.

Grundsätzlich liegen die Informationen als hochaufgelöste Vektordaten vor und beziehen ganz Deutschland ein. Die Forschenden haben für ihre Analyse nur öffentliche Geodaten verwendet, die frei verfügbar waren. Ihr Informationspaket soll in erster Linie, Planungsbüros, Projektentwicklerinnen und -entwicklern sowie anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Arbeit erleichtern. Eine Dokumentation zu ihrer Methodik haben sie ebenfalls hochgeladen.

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Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

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