Öffentlich gefördertes Mehrfamilienhaus 26.10.2023, 10:21 Uhr

Bezahlbarer Wohnraum aus dem 3D-Drucker

In Lünen entsteht gerade Deutschlands erstes öffentlich gefördertes Mehrfamilienhaus aus dem 3D-Drucker. Der Quadratmeterpreis für die Miete soll bei sechs Euro liegen, die Druckzeit unter 100 Stunden betragen. Der 3D-Druckbeton kommt von Heidelberg Materials.

3D-Druck Mehrfamilienhaus in Lünen

3D-Druck Mehrfamilienhaus in Lünen. Der Neubau wird insgesamt über sechs Wohneinheiten zwischen 61 und 81 Quadratmetern verfügen.

Foto: Steinhoff Architekten

Der 3D-Druck von Häusern nimmt langsam Fahrt auf. Vor rund zwei Jahren war das erste deutsche Haus aus dem 3D-Drucker fertig, vor einigen Monaten wurde das erste Gebäude aus zementfreiem Beton gedruckt. Jetzt folgt das erste öffentlich geförderte Mehrfamilienhaus im 3D-Druckverfahren. Die Wohnungsbaugesellschaft Lünen hat einen dreistöckigen Bau mit sechs Wohneinheiten geplant. Die künftigen Mieter dürfen mit Kosten mit sechs Euro pro Quadratmeter rechnen, dafür erhält man anderenorts nicht einmal eine Garage. Der dreistöckige Bau der Wohnungsbaugesellschaft Lünen wird insgesamt über sechs Wohneinheiten verfügen. Als Baustoff kommt der 3D-Druckbeton von Heidelberg Materials zum Einsatz.

Verwendeter 3D-Druckbeton reduziert CO2-Ausstoß um 55 Prozent

Der verwendet 3D-Druckbeton ist nicht nur zu 100 Prozent recycelbar, sondern setzt zudem 55 Prozent weniger CO2 gegenüber reinem Portlandzement frei, wie Heidelberg Materials mitteilt. Außerdem zeichnet sich der Baustoff nach Angaben des Unternehmens durch seine ausgezeichneten Pump- und Extrusionseigenschaften aus, was ihn besonders für den Einsatz im 3D-Druck qualifiziert.

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Das Material entwickelt eine Festigkeit, die ein sehr gleichmäßiges Druckbild gewährleistet, was zu Bauteilen mit hoher Formstabilität führt. Durch sorgfältige Entwurfsplanung lässt sich zudem das Potential für einen effizienten Materialeinsatz voll ausschöpfen, was den Baustoff nicht nur praktisch, sondern auch wirtschaftlich attraktiv macht.

Dr. Jörg Dietrich, Leiter Engineering & Innovation und Leiter Produktmanagement bei Heidelberg Materials Deutschland: „Der 3D-Druckbeton von Heidelberg Materials ermöglicht den Bau von nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum innerhalb kürzester Zeit. Wir sind stolz, bei diesem Pionierprojekt dabei zu sein, gerade in Zeiten der Wohnungskrise.“

Holz-Hybridbauweise ergänzt den 3D-Betondruck

Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss werden im 3D-Druck gefertigt, das Dachgeschoss hingegen entsteht in einer Holz-Hybridbauweise. Dabei bleibt die Fassadenstruktur der unteren beiden Etagen authentisch und zeigt die originale, im Druckverfahren erstellte Betonstruktur. Wie bereits geschrieben, liegt die reine Druckzeit für das Mehrfamilienhaus bei unter 100 Stunden.

Für Heidelberg Materials ist dieses Projekt bereits das dritte Gebäude im laufenden Jahr, welches mittels 3D-Druckverfahren realisiert wird. Die technische Umsetzung obliegt PERI 3D Construction, während die Planung in den kompetenten Händen von Steinhoff Architekten liegt, die bereits Erfahrungen mit einem ähnlichen Projekt in Nordkirchen gesammelt haben.

Fokus auf bezahlbarem Wohnen

Jan Hische, der Vorstand und Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Lünen, legt großen Wert auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum: „Um das zu schaffen, braucht es neue Wege! Daher ist es uns besonders wichtig, die innovative Idee des 3D-Betondrucks mit der Wohnraumförderung des Landes Nordrhein-Westfalen zu verbinden. Wir sind stolz, gemeinsam mit unseren Projektpartnern die Weiterentwicklung dieses neuen Bauverfahrens begleiten zu dürfen.“

Das Bauprojekt der Wohnungsbaugesellschaft Lünen erhält umfassende Unterstützung seitens des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses fördert das Vorhaben mit 400.000 Euro aus dem landeseigenen Programm „Innovation in der Bauwirtschaft“. Darüber hinaus stellt das Ministerium aus den Mitteln der öffentlichen Wohnraumförderung weitere rund 1,3 Millionen Euro bereit. Entsprechend den Bestimmungen der Wohnraumförderung wird der Mietpreis pro Quadratmeter auf maximal 6,00 Euro festgelegt. Die Gesamtkosten des Bauprojekts belaufen sich auf etwa 1,9 Millionen Euro, und die Fertigstellung des Gebäudes ist für Oktober 2024 geplant.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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