Größer als Eden Project 09.05.2018, 13:44 Uhr

Tropicalia: Eines der größten Tropenhäuser der Welt entsteht in Nordfrankreich

Auf 15.000 qm wollen französische Architekten eine transparente Kuppel mitten in den Wald bauen. Eine Heimat für tropische Tiere und Pflanzen, die sogar mit dem Stadion des FC Bayern München etwas gemein hat. Eines der größten Tropenhäuser der Welt – aber kleiner als das Tropenhaus des Leipziger Zoos.

Tropicalia: Eines der größten Tropenhäuser der Welt entsteht in Nordfrankreich

Wie ein sanfter Hügel soll sich das „Tropicalia“ harmonisch in die Landschaft in der Nähe von Calais in Nordfrankreich einfügen.

Foto: CAAU Architekten

Tropicalia: Eines der größten Tropenhäuser der Welt entsteht in Nordfrankreich

Das Tropenhaus wird von einer transparenten Hülle umgeben, die die Sonne durchlässt und tief in die Erde eingebettet wird. Der dadurch entstehende Treibhauseffekt soll genügen, um die tropischen Temperaturen zu erzeugen.

Foto: CAAU Architekten

Tropicalia: Eines der größten Tropenhäuser der Welt entsteht in Nordfrankreich

Skizze des Tropenhauses Tropicalia.

Foto: CAAU Architekten

Tropicalia: Eines der größten Tropenhäuser der Welt entsteht in Nordfrankreich

Das Tropenhaus wird von einer transparenten Hülle umgeben, die die Sonne durchlässt und tief in die Erde eingebettet wird. Der dadurch entstehende Treibhauseffekt soll genügen, um die tropischen Temperaturen zu erzeugen.

Foto: CAAU Architekten

Tropicalia: Eines der größten Tropenhäuser der Welt entsteht in Nordfrankreich

Das Tropenhaus wird von einer transparenten Hülle umgeben, die die Sonne durchlässt und tief in die Erde eingebettet wird. Der dadurch entstehende Treibhauseffekt soll genügen, um die tropischen Temperaturen zu erzeugen.

Foto: CAAU Architekten

Tropicalia: Eines der größten Tropenhäuser der Welt entsteht in Nordfrankreich

Das Tropenhaus wird von einer transparenten Hülle umgeben, die die Sonne durchlässt und tief in die Erde eingebettet wird. Der dadurch entstehende Treibhauseffekt soll genügen, um die tropischen Temperaturen zu erzeugen.

Foto: CAAU Architekten

Sanft wölbt sich eine glasklare Kuppel aus dem Wald, als würde sie herauswachsen aus der Erde, wie eine gigantische Luftblase, die aber immer schon hier war und zur ursprünglichen Natur gehört. So etwa stellen sich die Designer des französischen Architekturbüros Coldefy das „Tropicalia“ vor. Und ihr Plan soll schon in drei Jahren verwirklicht sein. Damit würde nach Angaben der Architekten das größte alleinstehende Tropenhaus der Welt entstehen. Die überbaute Fläche liegt bei 15.000 Quadratmetern.

Das ist verdammt groß – und inklusive der weiteren, überbauten Flächen kommt Tropicalia sogar auf 20.000 Quadratmeter. Und doch gibt es schon ein Tropenhaus, dass noch mehr reine Tropenfläche bietet: das Gondwanaland im Leipziger Zoo. Das Tropenhaus kommt auf 16.500 Quadratmeter und wurde 2011 eingeweiht.

Doch zurück nach Frankreich: Inmitten der Tropicalia-Halbkugel sollen aber das ganze Jahr über konstante 28 Grad herrschen. Dies werde durch ein ausgeklügeltes Klimasystem und eine tiefe Versenkung der Hülle in der Erde erreicht, erklären die Architekten, ohne Extra-Energiebedarf. Sie wollen den entstehenden Treibhauseffekt so gut ausnutzen, dass überschüssige Wärme sogar noch für die Beheizung von Nachbargebäuden nutzbar ist.

Und das mitten im Pas-de-Calais, das spätestens seit dem Film „Willkommen bei den Sch‘tis“ auch in Deutschland als eher unwirtliche Gegend berüchtigt ist? Im Jahresdurchschnitt kommt die Region auf eine Temperatur von etwa 10 Grad. Selbst im nicht gerade tropischen Köln sind es gut 14 Grad.

Transparente Luftkissen bilden das Dach

Die Sonneneinstrahlung ist nahezu uneingeschränkt, denn das Dach ist völlig transparent. Es besteht aus einem Aluminiumrahmen sowie Luftkissen, die wiederum aus Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer (ETFE) hergestellt werden sollen – ein Material, das aus ähnlichen Bauten bekannt ist: Der Freizeitpark „Tropical Islands“ in der ehemaligen Cargolifter-Luftschiffhalle ist damit überdacht, und auch für die Allianz-Arena des FC Bayern München wurde es benutzt. Nicht zuletzt ist ETFE auch Bestandteil der bislang größten vergleichbaren Touristenattraktion: Das Eden Project in der südenglischen Region Cornwall, die indes für ihr vergleichsweise mildes Klima bekannt ist. Hier ist die eingekuppelte Gesamtfläche mit rund 23.000 Quadratmetern sogar noch weitaus größer, allerdings verteilt auf mehrere Gebäude.

Das Eden Project, errichtet in einer ehemaligen Tonerde-Grube, ist mit jährlich bis zu einer Million Besuchern ein Touristenmagnet. Allerdings wirkt die Anlage recht künstlich: Die Kuppeln sehen aus wie aufgeschnittene Fußball-Hälften, und auch innen hat man kaum das Gefühl, in einer echten tropischen Welt zu sein. Das hat vor allem mit der Tragkonstruktion zu tun, die fast überall sichtbar ist.

Konstruktion ohne Stützen

Die Macher des „Tropicalia“ dagegen versprechen den Besuchern „das Gefühl, vom Rest der Welt abgetrennt zu sein“. Dafür sollen die stützenfreie Konstruktion und eine natürliche, bepflanzte und hohe Außenwand sorgen, die allein den Blick in den Himmel freigibt. Aus der Entfernung wiederum soll die Anlage wie ein sanfter Hügel wirken, der sich in die Landschaft schmiegt. Ob das dann auch mit den Parkplätzen für die täglich etwa 1.500 Besucher gelingt, bleibt abzuwarten. Das „Tropicalia“ jedenfalls wird mitten in ein Waldgebiet gebaut.

„Schmetterlinge, exotische Blumen, Kolibris, Wasserfälle, Aquarien, Fische, Schildkröten, Kaimane und mehr“ versprechen die Planer in einer etwas wild zusammengestoppelten Liste der Attraktionen. Neben Arbeitsmöglichkeiten für Wissenschaftler und einer Tierklinik soll es auch ein Hotel, Souvenirshops und ein Gourmet-Restaurant geben.

Energiekonzern EDF beteiligt

Hinter dem Projekt steht das Unternehmen Opale Tropical Concept, das wiederum von dem Tierarzt Cedric Guerin betrieben wird. Und er versichert, dass private Investoren die geplanten Kosten von rund 50 Millionen Euro aufbringen würden. Finanziell gesichert scheint das Projekt jedenfalls durch die Beteiligung des Energieversorgers Dalkia, der wiederum zum staatlichen Konzern Électricité de France gehört.

In einer früheren Version des Artikels hatten wir das Tropicalia als größtes Tropenhaus der Welt bezeichnet und waren damit der Aussage der Architekten gefolgt. Vielen Dank für den Leserhinweis auf das Gondwanaland im Leipziger Zoo, das noch ein bisschen größer ist.

Das Goldwanaland im Leipziger Zoo ist eine der größten Tropenhallen der Welt.

Das Goldwanaland im Leipziger Zoo ist eine der größten Tropenhallen der Welt.

Foto: Zoo Leipzig

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