Bau für Ingenieure 25.01.2017, 07:29 Uhr

Diese Fassade sieht aus wie Titan unterm Mikroskop

Was hat sich der Architekt denn bei dieser Fassade gedacht? Sie ist nicht nur auffällig mintgrün inmitten grauer Bauwerke. Ihre löchrige Struktur erinnert auch entfernt an Schweizer Käse. Falsch assoziiert: Denn die Fassade sieht aus wie Titan unter dem Mikroskop. 

Hinter diesen ungewöhnlichen mintgrünen Mauern ist das IBS-Institut der portugiesischen Minho Universität untergebracht. Die Struktur ist von Titan-Nanoröhrchen abgeschaut.

Foto: João Morgado/Cláudio Vilarinho

Titan-Nanoröhrchen unterm Mikroskop.

Foto: João Morgado/Cláudio Vilarinho

In Mintgrün und drastisch vergrößert beeindruckt die Struktur der Titan-Nanoröhrchen.

Foto: João Morgado/Cláudio Vilarinho

Foto: Joao Morgado/Cláudio Vilarinho

Foto: Joao Morgado/Cláudio Vilarinho

Foto: Joao Morgado/Cláudio Vilarinho

Foto: Joao Morgado/Cláudio Vilarinho

Foto: Joao Morgado/Cláudio Vilarinho

Foto: Joao Morgado/Cláudio Vilarinho

Sichtbeton und unverkleidete Installationen sind charakteristisch für die Innengestaltung des Instituts.

Foto: João Morgado/Cláudio Vilarinho

Foto: João Morgado/Cláudio Vilarinho

Foto: João Morgado/Cláudio Vilarinho

Foto: João Morgado/Cláudio Vilarinho

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Hinter ungewöhnlichen mintgrünen Mauern mit organischer Struktur arbeiten Bauingenieure des IBS-Instituts der portugiesischen Minho Universität. Sie forschen an der Entwicklung lichtaktiver Pigmente, die in die Fassadentechnik integriert werden können. Sie sollen herkömmliche Solarfassaden ersetzen, die in der Produktion als teuer gelten.

Der Blick durchs Mikroskop ist im IBS-Institut alltäglich. Und den verschaffte sich Architekt Cláudio Vilarinho beim Titan ebenfalls. Er dachte sich die Titan-Nanoröhrchen groß und als architektonische Eyecatcher.

Graue Monotonie durchbrochen

Nach den jüngsten Entdeckungen haben Titan-Nanoröhrchen das Potential für Wiederverwendung und preiswerte Produktion. „So wurden sie zu einer Inspiration für eine Architektur, die Nachhaltigkeit als Ideal sucht“, erklärt Vilarinho. Für die Haut des Gebäudes wurde ein mit Mikrofasern verstärkter zementartiger Verbundwerkstoff eingesetzt. Ein sehr dehnbares Material, in dem keine Risse entstehen können.

„Wir haben ein Gebäude mit einem einzigartigen Aussehen auf dem Campus vorgeschlagen – ein Gebäude, das die graue Monotonie des Campus durchbricht“, so Vilarinho. Das ist in der Umsetzung zweifellos gelungen: Die organische Struktur der Fassade, sie ist ein Hingucker.

Sichtbeton und unverkleidete Installationen

Und wie sieht das Gebäude innen aus? Funktional und streng: Rohe Sichtbetonflächen und unverkleidete Installationen unterstreichen den wissenschaftlichen Charakter.

Farbe bringt hier lediglich das von außen bekannte Mintgrün ins Spiel. Und das ist so gewollt. Denn für den Rest sorgen die Öffnungen in der Gebäudehülle: Das einfallende Licht ist es, das die Räume gestaltet. Dabei ist die Form des dreigeschossigen Instituts schlicht rechteckig – 45 m lang und 20 m breit.

Vor allem Labore

Auch andere Universitäten forschen an spannenden neuen Solarfassadenmodulen und Baumaterialien. So haben Fraunhofer-Ingenieure in Leipzig einen Karbonbeton für Fassaden entwickelt, in den Solarmodule eingearbeitet sind.

Forscher der TU Graz haben einen Beton entwickelt, der ein Drittel weniger Kohlendioxid verursacht und 15 % weniger an Energie erfordert. Trotzdem hat der Wunderbeton die gleichen Eigenschaften wie Standardbeton. Wie das geht, lesen Sie hier.

Und in Dubai hat eine Stiftung das erste Bürogebäude samt Möbeln und Inneneinrichtung ausgedruckt. Weitere Infos dazu finden Sie auf dieser Seite.

 

Ein Beitrag von:

  • Martina Kefer

    Diplom-Medienpädagogin und Ausbildung zur Journalistin beim Bonner General-Anzeiger

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