Stickoxid-Ausstoß gesenkt 27.04.2018, 13:13 Uhr

Bosch will den Diesel retten: Sauber geht doch

Bosch hat angeblich den saubersten Diesel der Welt entwickelt: Mit einer stark verbesserten Abgasnachbehandlung ist es dem Automobilzulieferer demnach gelungen, den NOx-Ausstoß eines VW Golfs im realen Straßenverkehr auf nur 13 mg pro Kilometer zu senken. Die Kosten für die Bauteile: rund 100 Euro.

Bosch hat eine Technik entwickelt, die den NOx-Ausstoß von Dieselautos radikal reduzieren soll. Dabei ist die Entwicklung sogar serienreif. Gespräche mit Autoherstellern sollen bereits laufen.

Foto: Bosch

Testfahrt am Neckartor in Stuttgart: Im Schnitt soll der VW Golf mit der neuen Abgastechnik von Bosch nur 13 mg NOx pro Kilometer im echten Straßenverkehr ausstoßen.

Foto: Bosch

Im Schnitt soll der VW Golf mit der neuen Abgastechnik von Bosch nur 13 mg NOx pro Kilometer im echten Straßenverkehr ausstoßen.

Foto: Bosch

Im Schnitt soll der VW Golf mit der neuen Abgastechnik von Bosch nur 13 mg NOx pro Kilometer im echten Straßenverkehr ausstoßen.

Foto: Bosch

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Scheidt & Bachmann GmbH-Firmenlogo
Energietechnikerin / Projekttechnikerin (m/w/d) Energie- und Gebäudetechnik Scheidt & Bachmann GmbH
Mönchengladbach bei Düsseldorf Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter Wohnungsbau (m/w/d) Energetische Modernisierung Allbau Managementgesellschaft mbH
Sprint Sanierung GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Betriebswirt / Bautechniker / Handwerksmeister als Niederlassungsleiter (m/w/d) Sprint Sanierung GmbH
Berlin-Ahrensfelde Zum Job 
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Bauingenieur Brückenbau (m/w/d) Werner Sobek AG
nora systems GmbH-Firmenlogo
LEAN Manager (m/w/d) nora systems GmbH
Weinheim Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur (w/m/d) im Bereich Hochbau Instandhaltung Die Autobahn GmbH des Bundes
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/-in (m/w/d) für die Bildungsstätte in Bad Münstereifel BG ETEM
Bad Münstereifel Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Sportstätten GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH-Firmenlogo
Abteilungsleiter*in Flottenmanagement / ECM3 (Head of Fleet Management / ECM3) Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH
Karlsruhe Zum Job 
VESTOLIT GmbH-Firmenlogo
PLS Programmierer (m/w/d) VESTOLIT GmbH
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Master in Informatik / Elektrotechnik - Beamten- Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
VESTOLIT GmbH-Firmenlogo
EMSR Techniker (m/w/d) VESTOLIT GmbH
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Offizierin / Offizier Anwärter/in - Führungskraft Oberfähnrichmodell mit Bachelor (Master) (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Teamleitung (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Master - Beamten- Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur Planung Bauwerke (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Projektleitung (m/w/d) Planung & Bauüberwachung Ingenieurbauwerke Die Autobahn GmbH des Bundes
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
Wissenschaftliche:r Koordinator:in der Graduiertenschule HITEC im Bereich Energie- und Klimaforschung (w/m/d) Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Zum Job 
GEBHARDT Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Project System Engineer Mechanical (m/w/d) GEBHARDT Fördertechnik GmbH
Sinsheim Zum Job 
GEBHARDT Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Project System Engineer Electrical (m/w/d) GEBHARDT Fördertechnik GmbH
Sinsheim Zum Job 

Ausgerechnet ein Autozulieferer will den Autobauern vormachen, wie ein Dieselantrieb selbst die strengsten Stickoxid-Grenzwerte einhalten kann, die ab 2020 gelten. „Das Stickoxid-Problem im Straßenverkehr ist technisch lösbar“, versichert Bosch-Chef Volkmar Denner, als er am Mittwoch die Technik präsentierte. „Nach unserem Durchbruch sind wir sicher: Dem Selbstzünder wird in Zukunft niemand die Einfahrt in die Städte pauschal verbieten können – er wird seinen Platz auch im urbanen Verkehr behalten, ob für Handwerker oder Pendler.“

Durchbruch, Revolution: Bosch wählt große Worte für seine Technik, die die Ingenieure an einem VW Golf erprobt haben. Bei einer Normfahrt nach dem RDE-Standard (Real Driving Emission) stieß der Golf im Schnitt nur noch 13 mg NOx pro Kilometer aus. Erreicht haben das die 100 Ingenieure, die Bosch für die Entwicklung eingesetzt hat, durch zahlreiche kleine, unspektakuläre Veränderungen. Laut Bosch ist die Lösung eine Kombination aus ausgeklügelter Einspritztechnik, neu entwickeltem Luftsystem und intelligentem Temperaturmanagement.

Ausgeklügeltes Thermomanagement des Dieselmotors

Den Hubraum des Diesel-Golfs haben sie von 2,0 auf 1,7 Liter reduziert und versetzten den Katalysator dicht an den Motor, um ihn schneller zu erwärmen. Um zu verhindern, dass der Katalysator nicht auf Betriebstemperatur kommt, haben die Bosch-Ingenieure ein Thermomanagement entwickelt. Für eine optimale Stickoxid-Konvertierung müssen die Abgase mehr als 200 Grad Celsius heiß sein. Eine derart hohe Temperatur wird gerade beim Stop-and-Go-Fahren in den verstopften Städten oft gar nicht erreicht.

Im umgebauten VW-Golf werden unmittelbar nach dem Kaltstart winzige Mengen unverbrannten Kraftstoffs in den Katalysator gegeben. Dieser Trick bringt den Kat innerhalb von maximal 1,5 Kilometern auf die optimale Betriebstemperatur.

Mit dem Thermomanagement steuert Bosch jetzt aktiv die Abgastemperatur. Die Abgasanlage bleibt damit so warm, dass sie in einem stabilen Temperaturbereich arbeitet und die Emissionen auf einem niedrigen Niveau bleiben.

Software mit künstlicher Intelligenz geschrieben

Die Bosch-Entwickler schrieben auch eine Software mit künstlicher Intelligenz, die das Luftsystem schneller auf die Fahrweise des jeweiligen Fahrers reagieren lässt. Je dynamischer die Fahrweise, desto dynamischer muss auch die Abgasrückführung sein. Den Bosch-Entwicklern gelingt dies durch Turbolader, die schneller ansprechen als bisher. Und mit der Kombination von Hoch- und Niederdruck-Abgasrückführung wird das Luftsystem nochmals flexibler. Der Fahrer kann rasant anfahren, ohne dass die Emissionen stark ansteigen. Die Leistung des umgebauten Fahrzeugs verringert sich durch den Umbau nur minimal. Der ganze Umbau kostet am Ende knapp 100 Euro mehr als die Technik in neuen Euro-6-Dieseln.

Überraschend an der gesamten Entwicklung: Bosch hat keine neuen Teile verwendet, es kam nur serienerprobtes oder seriennahes Material zum Einsatz. Kein einziges revolutionäre Bauteil steckt in dem Auto, sagt Entwickler Andreas Kufferath. Und so ist laut Bosch-Chef Volkmar Denner das neue System bereits serienreif und werde den Autoherstellern bereits angeboten. „Erste Gespräche mit Kunden laufen“, so Denner.

Umwelthilfe: „Extrem dreist, was Denner da verkündet“

„Das ist schon extrem dreist, was Denner da verkündet“, empört sich Jürgen Resch, Vorsitzender der Deutschen Umwelthilfe, der mit seinen Klagen auf saubere Luft erst vor kurzem beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Möglichkeit von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in den Städten durchgesetzt hat. „Bosch sagt im Grunde nur: Wir haben erfunden, dass man die Abgasreinigung für die USA auch in Europa einbauen könnte“, schimpft Resch.

Resch fordert nun eine rasche Absenkung der Grenzwerte: „Die Norm Euro 6d kann und muss übersprungen werden“, sagt Resch. Und das Abgasproblem in den Städten durch die vielen alten Dieselfahrzeuge ist nicht ansatzweise gelöst. Denn diese lassen sich nicht mit der Technik von Bosch nachrüsten. „Die Autoindustrie kann erst dann wieder glaubwürdig über Diesel sprechen, wenn alle zehn Millionen Betrugsdiesel aus dem Markt genommen wurden“, so Resch. „Solange er die Luft verpestet, hat der Diesel auf unseren Straßen nichts zu suchen.“

Ein Beitrag von:

  • Detlef Stoller

    Detlef Stoller ist Diplom-Photoingenieur. Er ist Fachjournalist für Umweltfragen und schreibt für verschiedene Printmagazine, Online-Medien und TV-Formate.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.