Fahrer von Diesel-5-Fahrzeugen der Hersteller Volvo, BMW, Daimler und VW können aufatmen. Ihre Fahrzeuge kommen in den Genuss der ersten vom Kraftfahrbundesamt zugelassenen Systeme zur Abgasnachbehandlung.
Software-Updates, Nachrüstungen, Fahrverbote – seit dem Beginn des Dieselskandals überschlagen sich die Nachrichten. Doch wer ist nun eigentlich von Fahrverboten betroffen und was tun die Städte und die Politik, um sie zu vermeiden?
Bosch hat angeblich den saubersten Diesel der Welt entwickelt: Mit einer stark verbesserten Abgasnachbehandlung ist es dem Automobilzulieferer demnach gelungen, den NOx-Ausstoß eines VW Golfs im realen Straßenverkehr auf nur 13 mg pro Kilometer zu senken. Die Kosten für die Bauteile: rund 100 Euro.
Nachdem beim Dieselgipfel die Autohersteller zu keinen Nachrüstungen verpflichtet wurden, müssen Autofahrer nun selbst aktiv werden, wenn sie Fahrverboten entgehen wollen. Damit rücken Nachrüstsysteme in den Fokus. Die kosten allerdings leicht 2000 Euro, machen aber aus einem Euro-4-Diesel einen sauberen Euro 6.
Es ist gerade eine Woche her, dass sich Volvo vom Diesel verabschiedet hat, da durchsuchen Staatsanwälte den Daimler-Konzern wegen möglicher Betrügereien im Zusammenhang mit Dieselmotoren. Und Fiat hat eine Klage der US-Behörden wegen seiner Dieselmanipulationen am Hals, die den Konzern viel Geld kosten könnte. Bad News für den Diesel.
Ist Betrug in der Autoindustrie an der Tagesordnung? Nach dem Volkswagen-Konzern steht jetzt Renault am Pranger. Französische Behörden werfen dem Konzern vor, seit 25 Jahren Abgastests bewusst zu manipulieren. Auch bei Audi brennt es lichterloh: Es gab eine Razzia in der Konzernzentrale.
Mit welcher Häme hatte Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne vor einem Jahr VW und den Dieselskandal kommentiert. Und jetzt steckt sein Konzern selbst in größten Schwierigkeiten. Auch Fiat Chrysler hat bei den Abgasen manipuliert, so der Vorwurf der USA. Auch in Europa gibt es viele Hinweise, dass Fiat schummelt.
Jetzt müssen doch die Arbeitnehmer bei VW für die Folgen des VW-Skandals bluten: Der Konzern will 30.000 Stellen streichen, davon 23.000 in Deutschland. Diesen massiven Stellenabbau nennen Konzern und Betriebsrat „Zukunftspakt“.
Die Autohersteller schummeln bei den Verbrauchsangaben immer stärker. Inzwischen verbrauchen Autos im Schnitt 42 % mehr als offiziell angegeben. Diesen Vorwurf macht der Forschungsverbund ICCT, der auch an der Aufdeckung des VW-Skandals beteiligt war. 2001 lag die Abweichung nur bei 9 %.
Audi ist tiefer als bekannt in den Dieselskandal von Konzernmutter VW verwickelt. Audi soll selbst Manipulationssoftware entwickelt und die Kollegen bei VW beraten haben. Vier Entwickler wurden beurlaubt, darunter auch der neue Entwicklungsvorstand Stefan Knirsch.