Airbus ist interessiert 13.03.2015, 10:43 Uhr

Australische Ingenieure bauen Düsentriebwerk mit 3D-Drucker

Ingenieure aus Australien haben es geschafft, ein kleines Düsentriebwerk mit dem 3D-Drucker zu produzieren. Erste Tests in einem Flugzeug sollen noch dieses Jahr starten. Airbus und Boeing haben angeblich schon Interesse an der Technik bekundet.

Professorin Xinhua Wu und ihrem Team ist es erstmals gelungen, ein Flugzeugtriebwerk mit dem 3D-Drucker herzustellen. Die 14 Hauptkomponenten bestehen unter anderem aus Titan, Aluminium und Nickel-Legierungen.  

Professorin Xinhua Wu und ihrem Team ist es erstmals gelungen, ein Flugzeugtriebwerk mit dem 3D-Drucker herzustellen. Die 14 Hauptkomponenten bestehen unter anderem aus Titan, Aluminium und Nickel-Legierungen.  

Foto: Monash University

Eine der Hilfsturbinen für den Business-Jet Dassault Falcon 20 ist derzeit in Australien zu besichtigen und soll noch in diesem Jahr in ein Flugzeug eingebaut werden. Die zweite befindet sich im Produktionswerk Toulouse von Safran – ein französisches Unternehmen, das in einem Joint Venture mit General Electric die Triebwerke für die meisten Airbus A320-Flugzeuge produziert.

3D-Drucker nutzt Titan, Aluminium und Nickel-Legierungen

Die Ingenieure der australischen Monash Universität haben die 14 Hauptkomponenten der Turbine innerhalb eines Monats gedruckt. Dabei wurden zahlreiche Materialien eingesetzt ­– unter anderem Titan, Aluminium und Nickel-Legierungen.

Ein Problem für das Team war es, dass die Turbine ein relativ altes Produkt ist, für das es keinerlei computerisierte Zeichnungen gab. Daher mussten ein Jahr lang sämtliche Komponenten vor dem Druck genau vermessen und auf die Materialzusammensetzung hin untersucht werden.

Die Flugzeugbauer Airbus und Boeing sind angeblich an Triebwerken aus dem 3D-Drucker interessiert. Sie könnten wertvolle Materialien wie Titan sparen, weil beim 3D-Druck kein Abfall anfällt. 

Die Flugzeugbauer Airbus und Boeing sind angeblich an Triebwerken aus dem 3D-Drucker interessiert. Sie könnten wertvolle Materialien wie Titan sparen, weil beim 3D-Druck kein Abfall anfällt.

Quelle: Monash University

Bei den ersten Flugtests in diesem Jahr wollen sich die Ingenieure schrittweise vortasten: Zunächst sollen die einzelnen Hauptkomponenten in ein Triebwerk eingebaut werden. Wenn die Tests dann ohne Schwierigkeiten ablaufen, soll schließlich das komplette Triebwerk in einer Falcon 20 zum Einsatz kommen. Unter Sicherheitsaspekten stellt das kein nennenswertes Risiko dar, weil der Jet bei Fehlern jederzeit auf die Hauptturbinen umschalten kann.

Airbus und Boeing zeigen Interesse am 3D-Druck

Erklärtes Ziel der Universität Monash ist es, zukünftig auch Haupttriebwerke großer Jets mit dem 3D-Drucker herzustellen. Das wird allerdings erst in einigen Jahren möglich sein.

Dem 3D-Druck ging ein Jahr Planungsarbeit voraus. Denn das Saphir-Triebwerk für den Business-Jet Dassault Falcon 20 ist alt – es existieren kaum digitale Baupläne. 

Dem 3D-Druck ging ein Jahr Planungsarbeit voraus. Denn das Saphir-Triebwerk für den Business-Jet Dassault Falcon 20 ist alt – es existieren kaum digitale Baupläne.

Quelle: Monash University

Interesse an der Technologie haben angeblich schon die großen Flugzeughersteller Airbus und Boeing bekundet. Sie könnten davon profitieren, dass beim 3D-Druck kein Abfall anfällt. Angesichts hoher Materialkosten für Werkstoffe wie Titan kann das zu erheblichen Einsparungen führen. Der Triebwerkhersteller Rolls-Royce nutzt den 3D-Druck schon in der Prototypenherstellung.

 

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

Stellenangebote im Bereich Fertigungstechnik, Produktion

GLOBALFOUNDRIES Management Services Limited Liability Company & Co. KG-Firmenlogo
GLOBALFOUNDRIES Management Services Limited Liability Company & Co. KG Fertigungsingenieur (m/w/d) Dresden
GLOBALFOUNDRIES Management Services Limited Liability Company & Co. KG-Firmenlogo
GLOBALFOUNDRIES Management Services Limited Liability Company & Co. KG Junior Ingenieur Prozess und Equipment (m/w/d) Dresden
Eckert & Ziegler BEBIG GmbH-Firmenlogo
Eckert & Ziegler BEBIG GmbH Wartungsingenieur Fertigungsanlagen (m/w/d) Berlin-Buch
Musashi Bockenau GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Musashi Bockenau GmbH & Co. KG Produktionssteuerer (m/w/d) Bad Sobernheim
Deutsche Infineum GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Deutsche Infineum GmbH & Co. KG Ingenieur / Master Verfahrenstechnik / Chemieingenieurwesen bzw. Chemiker für technische Chemie (m/w/d) Köln
Lauer & Weiss GmbH-Firmenlogo
Lauer & Weiss GmbH ERP Specialist/Engineer (m/w/d) im Bereich Warenwirtschaft/Fertigungsplanung Fellbach bei Stuttgart
AGRODUR Grosalski GmbH & Co. KG-Firmenlogo
AGRODUR Grosalski GmbH & Co. KG Industrial Engineer (m/w/d) Produktionsprozesse Bad Berleburg
Hydro Aluminium Rolled Products GmbH-Firmenlogo
Hydro Aluminium Rolled Products GmbH Prozessmanager / Supply-Chain-Spezialist (m/w/d) S&OP Execution Grevenbroich
Schaeffler Technologies AG & Co. KG-Firmenlogo
Schaeffler Technologies AG & Co. KG Trainee Operations Produktionstechnologie (m/w/d) Herzogenaurach
Marley Deutschland GmbH-Firmenlogo
Marley Deutschland GmbH Bereichsleiter Produktion und Logistik (m/w/d) Kunststoffindustrie Wunstorf

Alle Fertigungstechnik, Produktion Jobs

Top 5 3D-Druck

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.