Ratgeber 07.09.2022, 11:23 Uhr

Stressfragen im Bewerbungsgespräch: So kontern Sie

Mit ungewöhnlichen und absurden Fragen im Bewerbungsgespräch wollen Personaler Sie aus der Reserve locken. Doch Sie können sich auf solche Stressfragen vorbereiten – und ein Gespräch auf Augenhöhe ermöglichen.

Bei Stressfragen im Bewerbungsgespräch gilt: Bleiben Sie ruhig und nehmen Sie mögliche Provokationen nicht persönlich. Foto: Panthermedia.net/AndreyPopov

Bei Stressfragen im Bewerbungsgespräch gilt: Bleiben Sie ruhig und nehmen Sie mögliche Provokationen nicht persönlich.

Foto: Panthermedia.net/AndreyPopov

Wenn Sie ein Superheld wären: Was für eine Superkraft hätten Sie dann? Und wo wir gerade dabei sind: Was hatten Sie heute zum Frühstück? Und was hassen Sie an Ihrem Job eigentlich am meisten? Keine Sorge, Sie müssen diese Fragen jetzt nicht beantworten. In einem Vorstellungsgespräch aber unter Umständen schon. Grundsätzlich gilt: Ruhig bleiben, authentisch sein. Die Ureigenschaft dieser sogenannten Stressfragen ist, dass Sie nicht mit ihnen rechnen können. Und doch: Sie können sich vorbereiten. Wir zeigen, wie das geht.

Was sollen Stressfragen im Bewerbungsgespräch überhaupt?

Stressfragen sind in manchen Personalerkreisen ein beliebtes rhetorisches Mittel, um Ihnen als Bewerberin oder Bewerber auf den Zahn zu fühlen. Mit überraschenden und ungewöhnlichen Fragen, die scheinbar gar nicht in den Kontext passen, wollen die Personaler Sie aus der Reserve locken und prüfen, wie sie authentisch auf Stress und unbekannte Situationen reagieren.

Hören Sie zum Theme auch die Folge „Stressige Fragen im Bewerbungsgespräch: So bereiten Sie sich vor“ unseres Karriere-Podcasts Prototyp:

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Echte Richtig-oder-Falsch-Antworten gibt es eigentlich nicht, es geht für den Fragesteller um die Fragen: Wie reagieren Sie? Wie gehen Sie mit Provokationen um? Wie kreativ und souverän sind Sie bei Ihren Antworten?

Was sind typische Stressfragen im Bewerbungsgespräch?

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Methoden und Frageformate, die Personalerinnen und Personaler im Bewerbungsgespräch nutzen, um Sie zu testen.

Ein paar Beispiele:

Analogie-Fragen zu Ihrer Persönlichkeit

Diese Fragen wirken auf den ersten Blick völlig absurd – und bisweilen auch noch auf den zweiten Blick. Sie haben scheinbar nichts mit Ihrem Beruf zu tun, doch manche Personaler glauben, aus Ihren Antworten auf Ihre Persönlichkeit, Ihre Werte und Ihre Soft Skills ziehen zu können. Das können Fragen wie diese sein:

Wenn Sie ein Superheld wären, welche Superkraft hätten Sie?

Was für ein Tier wären Sie?

Welche Farbe wären Sie in einer Box mit Buntstiften?

Was würden Sie als Erstes machen, wenn Sie im Lotto gewinnen würden?

Wie würden Sie mich gerade bewerten?

Auf welche Frage hätten Sie jetzt besonders wenig Lust?

Was haben Sie zuletzt gelesen?

Was glauben Sie: Was war in diesem Gespräch bislang ihr schwächster Moment?

Fangfragen im Bewerbungsgespräch

Fangfragen gehören zu den Klassikern unter den Stressfragen. Zum Beispiel solche:

Was können Ihre künftigen Kolleginnen und Kollegen von Ihnen lernen?

Wieso hatten Sie mir Ihren bisherigen Bewerbungen noch keinen Erfolg?

Was mögen Sie an Ihrem aktuellen Job am wenigsten?

Gibt es Gründe, warum Menschen nicht gut mit Ihnen auskommen?

Provokative Fragen im Bewerbungsgespräch

Keine Fragen im eigentlichen Sinne: Oft provozieren Personalerinnen und Personaler Sie mit provokativen Aussagen zu Ihrem Lebenslauf oder Ihrer Person – und warten Ihre Reaktion ab. Zum Beispiel:

Sie haben sich aber Zeit gelassen mit dem Studium.

Im Ausland waren Sie also nie längere Zeit.

Sie haben sich sicherlich nicht nur bei uns beworben.

Bislang hat es ja offenbar noch nicht geklappt mit einer Führungsposition.

Sie haben in den letzten drei Jahren zwei Mal den Job gewechselt: Sieht so aus, als wäre es Ihnen egal, wo Sie arbeiten.

Brainteaser-Fragen

Tesla-Chef Elon Musk ist angeblich ein großer Freund dieser Fragen, die Ihre Spontaneität und Analysefähigkeiten auf die Probe stellen sollen. Manchmal sind es echte Logikrätsel, manchmal absurde Fragen, die auf Ihre Kreativität abzielen. Das können Fragen wie diese sein:

Warum sind Kanaldeckel eigentlich rund?

Wo wohnen in New York die meisten Pianisten?

Wie viele Tonnen Gras wachsen auf einem Fußballfeld?

Wie viele Badewannen kann man mit dem Saarland füllen?

Welcher Tag ist morgen, wenn vorgestern der Tag nach Mittwoch war?

Wie oft am Tag stehen der kleine und der große Zeiger einer Uhr genau übereinander?

Wie oft kann man ein Blatt Papier falten?

Vorsicht: Trichterfragen!

Eine besonders fiese: Der Fragensteller beginnt mit einer scheinbar harmlosen Frage und stellt dann immer detailliertere Rückfragen – wenn Sie schon am Beginn ungenau bei der Antwort waren oder ein bisschen geschwindelt haben, werden Sie sich, wenn es schlecht läuft, immer weiter verstricken.

Die Eingangsfrage könnte lauten: 

Können Sie einmal von Ihrem letzten großen Projekt erzählen?

Die Folgefragen: 

Waren Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Wie groß war Ihr Anteil am Erfolg?

Wie viele Menschen waren noch im Team?

Welches Budget stand für das Projekt zur Verfügung?

Haben Sie es ausgereizt?

Gab es keine Probleme beim Projekt?

Wie haben Sie diese gelöst?

Warum denn ausgerechnet so? Gab es keinen besseren Weg?

Was hat das Projekt dem Unternehmen gebracht?

Wie gehe ich mit unzulässigen Fragen um?

Leider gar nicht so selten überschreiten Personalerinnen und Personaler auch mal Grenzen und stellen Ihnen Fragen wie diese:

Wie sieht es denn mit der Familienplanung aus? Wollen Sie bald Kinder?

Sie können bei der Beantwortung solcher Fragen lügen, das ist legitim. Oder Sie nehmen sie mit Humor und kontern mit einer Gegenfrage. Oder aber sie antworten ungenau, etwa so:

Derzeit besteht kein Kinderwunsch.

Das Wort „derzeit“ ist sehr dehnbar und Sie wurden zu keiner Lüge gezwungen. Allerdings können Sie sich auch fragen, ob Sie in einem Unternehmen, dessen HR-Abteilung derart vorgeht, überhaupt arbeiten wollen.

Ähnlich gelagerte Fragen sind solche nach Ihrem aktuellen Arbeitgeber. Vielleicht will der Personaler wissen:

Aus Ihrem Unternehmen haben sich so einige bei uns beworben. Was ist denn da los? Läuft es so schlecht bei Ihrer Firma?

Man hört, dass die Bilanzen für das laufende Jahr bei Ihnen schwach aussehen. Mal unter vier Augen: Stimmt das?

Eine Grund für solche Fragen kann darin liegen, Ihre generelle Loyalität zu testen. Sie sollten grundsätzlich auf solche Fragen nicht antworten, im Zweifel verraten Sie sonst Betriebsgeheimnisse. Ein smarter Weg wäre eine Antwort wie diese:

Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich darauf nicht antworten werde. Das würden Sie von Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sicher auch genau so erwarten.

Welche Antworten gibt man auf Stressfragen?

Grundsätzlich gilt: Bleiben Sie ruhig. Nehmen Sie sich im Zweifel ein paar Sekunden, bevor Sie antworten – und kommunizieren Sie das auch, das bringt Ihnen Extra-Zeit:

Das ist eine Frage, über die ich kurz nachdenken muss.

Machen Sie sich auch klar: Die Provokationen und kritischen Fragen sind nicht persönlich gemeint, sondern nur Teil eines Tests. Der Personaler vor Ihnen ist auch bloß ein Mensch, der in diesem Bewerbungsgespräch seinen Job macht. Und denken Sie immer daran: Nicht nur Sie müssen zum Unternehmen passen, sondern das Unternehmen auch zu Ihnen. Lesen Sie dazu auch: Diese Fragen sollten Sie selbst im Vorstellungsgespräch stellen

Um nicht völlig überfahren zu werden, sollten Sie vor dem Gespräch immer wieder üben, auf Stressfragen zu reagieren. Nutzen Sie die oben genannten Beispiele und denken sich Antworten auf die Fragen aus. Am besten sind das Antworten, die positiv konnotiert sind. Bei der Frage nach der Farbe in der Buntstiftebox zum Beispiel:

Ich wäre die Farbe grün, denn das verbinde ich mit Optimismus, was zu meiner Persönlichkeit passt. Wenn ich ein Projekt leite, habe ich den erfolgreichen Abschluss immer im Blick und lasse mich davon auch nicht abbringen.

Spicken Sie Ihre Antworten möglichst auch mit Anekdoten aus Ihrer beruflichen Laufbahn, mit Verweisen auf eigene Erfolge.

Stressfragen im Bewerbungsgespräch werden nach wie vor sehr häufig gestellt – und doch mehrt sich die Zahl von Karriereexpertinnen und -Experten, die diese Art des Gesprächs kritisch sieht. Klar ist: Sie vermitteln nicht den Eindruck eines Gesprächs auf Augenhöhe und lassen Unternehmen nicht eben sympathisch erscheinen. In Zeiten eines enormen Fachkräftemangels ist diese Methode womöglich nur noch bedingt zeitgemäß, wenn es darum geht, die Eignung von Kandidatinnen und Kandidaten zu testen.

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Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben ist Content Manager und verantwortlicher Redakteur für ingenieur.de. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs. Er schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen.

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