Bewerbungsverfahren 10.08.2022, 14:48 Uhr

Videointerview: So überzeugen Sie im Online-Bewerbungsgespräch

Immer öfter werden Bewerbungsgespräche via Videointerview geführt – mindestens, um eine Vorauswahl der Bewerberinnen und Bewerber zu treffen. Dabei gibt es viel zu beachten: Welche Kamera nutze ich? Wie gelingt eine gute Beleuchtung? Welche Fragen werden gestellt? Mit unseren Tipps sind Sie bestens vorbereitet.

Mann im Anzug und Frau im Gespräch via Video

Ein Videointerview eignet sich gut für das erste Kennenlernen - und immer häufiger läuft fast der gesamte Bewerbungsprozess online. Doch beim Online-Bewerbungsgespräch gibt es einiges zu beachten.

Foto: panthermedia.net/photographee.eu

Inhalte des Artikels zum Thema Videointerview und Online-Bewerbungsgespräch:

  1. Vor- und Nachteile von Videointerviews
  2. Wie läuft ein Online-Bewerbungsgespräch ab?
  3. Live-Gespräch oder zeitversetzt?
  4. Welche Fragen werden im Videointerview gestellt?
  5. Was brauche ich für eine Ausrüstung?
  6. Wie probe ich ein Videointerview?

Grundsätzlich gilt für die Vorbereitung des Bewerbungsgesprächs via Skype-Interview oder Video: In puncto Inhalt, Gesprächsablauf, Dresscode und Körpersprache bereiten Sie sich als Ingenieur und Informatiker genauso intensiv vor, wie für das klassische Gespräch vor Ort im Unternehmen. Es gelten hier dieselben Tipps und Tricks wie für das normale Vorstellungsgespräch.

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Videointerview: Vor- und Nachteile

Für das Online-Vorstellungsgespräch gelten die gleichen Regeln wie für das persönliche Bewerbungsgespräch. Egal ob Inhalte, Dresscode oder Gestik und Mimik – die Vorbereitung für das Videointerview sollten Sie ebenso gestalten wie für die klassische Variante. Zu den Vorteilen der Online-Bewerbung zählt der Wegfall einer weiten Anreise. Das macht es Bewerberinnen und Bewerbern möglich, sich überall auf den Traumjob zu bewerben, ohne dabei die Kosten für die Anfahrten einkalkulieren zu müssen. Das kann schnell ins Geld gehen, vor allem wenn Sie sich bei Unternehmen deutschlandweit oder im benachbarten Ausland bewerben. Ein weiterer Vorteil der Online-Vorstellung ist, dass sich viele Menschen in den eigenen vier Wänden sicherer fühlen und dadurch mehr Selbstbewusstsein ausstrahlen.

Lesen Sie auch unseren Ratgeber: Die perfekte Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Für Unternehmen bestehen die Vorteile darin, ohne großen Aufwand eine Vielzahl von Kandidatinnen und Kandidaten kennenlernen zu können. Zudem sind die Kosten gering, sodass Videointerviews häufig für die Vorauswahl genutzt werden. Wer diese Hürde genommen hat, wird voraussichtlich zum persönlichen Gespräch eingeladen.

Nachteil des Videointerviews sind mögliche technische Probleme. Deshalb sollten Sie einige Tage vorher einen Technik-Check machen, um sicherzustellen, dass nichts schiefgeht. Die Software sollte auf dem neuesten Stand sein. Im Idealfall teilt das Unternehmen bei der Einladung mit, welches Programm genutzt wird. Da es inzwischen eine große Auswahl gibt, ist es wahrscheinlich, dass Sie die entsprechende Software nicht installiert haben. Zu den bekanntesten Programmen gehören Zoom, Microsoft Teams, Google Meet und GoToMeeting.

Wie läuft ein Online-Interview ab?

Die Technik ist vorbereitet und funktioniert. Jetzt stellt sich die Frage, wie ein Online-Bewerbungsgespräch abläuft. Üblicherweise gibt es für das Videointerview eine Einladung, meist per E-Mail mit einem Link zur Konferenzschaltung. Nehmen Sie sich Zeit und setzen Sie sich nicht erst fünf Minuten vor Beginn an den Schreibtisch. Ideal ist eine Viertelstunde, in der Sie sich sammeln und mental vorbereiten. Sicherheitshalber sollten Sie sich dann zwei oder drei Minuten früher einloggen. So sind Sie pünktlich, auch wenn es beim Login technische Probleme geben sollte.

Nach der Begrüßung geht es meist direkt zur Sache. Der Smalltalk, der zu Beginn eines persönlichen Vorstellungsgesprächs üblich ist, fällt bei der Online-Variante meist aus. Wird das Videointerview live geführt, unterscheidet sich der Verlauf nicht von einem normalen Bewerbungsgespräch. Je nach Größe des Unternehmens sind bei der Videokonferenz ein oder mehrere Ansprechpartner zugeschaltet.

Live-Gespräch oder zeitversetzt?  

Videointerviews werden aber nicht immer live geführt, es gibt die Möglichkeit eines zeitversetzten Interviews. Dabei gibt es keinen direkten Gesprächspartner. Stattdessen bekommen die Bewerberinnen und Bewerber kurze Videos mit Aufgabenstellungen und Fragen zugeschickt. In der Regel gibt es einen vorgegebenen Zeitrahmen innerhalb dessen das Unternehmen die Aufnahmen haben möchte. Es kann sein, dass es für einzelne Fragen ein Zeitlimit gibt, diese also nach wenigen Minuten beantwortet sein müssen.

Für Unternehmen hat das zeitversetzte Videointerview den Vorteil, dass sie sich die Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten in Ruhe ansehen und miteinander vergleichen können. Bewerberinnen und Bewerber profitieren aber ebenfalls. Sie können die Aufgabenstellung in Ruhe durchgehen und sich mehrere Antwortmöglichkeiten überlegen. Erkundigen Sie sich vorher sicherheitshalber über den Ablauf. Müssen Sie alle Antworten auf einmal aufnehmen? Können Sie einmal hochgeladene Aufnahmen wieder löschen und von vorn beginnen? Wie viel Zeit gibt es für die einzelnen Antworten?

Für viele ist es ungewohnt, sich vor der Kamera zu bewegen. Mitunter verstärken sich solche Hemmungen, wenn kein persönlicher Gesprächspartner zu sehen ist, sondern Sie ausschließlich mit der Kamera interagieren müssen. Bevor Sie ein Video einreichen, schauen Sie es sich deshalb noch einmal an. Wie wirken Sie? Schauen Sie offen in die Kamera? Im Zweifelsfall nehmen sie eine Passage neu auf, wenn diese Option besteht.

Welche Fragen werden im Videointerview gestellt?

Ebenso wie sich das live geführte Videointerview kaum vom klassischen Vorstellungsgespräch unterscheidet, unterscheiden sich die Fragen nicht. Üblich ist eine kurze Selbstpräsentation, bevor es an den Frage-Antwort-Teil geht. Am häufigsten wollen Personaler Informationen zu den Stärken und Schwächen der Kandidatinnen und Kandidaten, zum beruflichen Werdegang sowie zu Zukunfts- und Gehaltsvorstellungen. Nicht zu unterschätzen ist die Frage, ob Ihrerseits offene Fragen bestehen. Darauf gibt es nur eine Antwort: Ja. Wenigstens eine Rückfrage sollten Sie vorbereitet haben. Ansonsten bekommen die Gesprächspartner den Eindruck, Sie seien uninteressiert am Unternehmen oder der ausgeschriebenen Stelle.

Wie für das normale Bewerbungsgespräch, so gilt auch für das Skype-Interview: Befassen Sie sich in der Vorbereitung für das Online-Vorstellungsgespräch intensiv mit der angestrebten Position. Recherchieren Sie relevante Infos zu Berufsbild, Unternehmen, Branche und Marktposition. Sind Sie hier nicht vorbereitet, so kann das naiv und inkompetent ankommen. Deswegen sind auch derart allgemeine Fragen tabu. Erlaubt ist hingegen, Fragen zu aktuell anstehenden oder besonderen Herausforderungen des neuen Jobs zu stellen. Fragen zum Team oder zum Berichtsweg sind ebenfalls erlaubt und erwünscht, zeigen Sie doch ein gesteigertes Interesse an der ausgeschriebenen Stelle.

Anhand der geplanten Dauer des Online-Vorstellungsgesprächs können Sie im Übrigen abschätzen, welche und wie viele Fragen in etwa auf Sie zukommen werden. Sind für das Erstgespräch nur 20 Minuten angesetzt, so werden Ihre Gesprächspartner wahrscheinlich nur Basisinfos zu Ihrer Person erfragen und einige Rückfragen zum Lebenslauf stellen, zum Beispiel zu Lücken in der Vita. Sind für das Gespräch 60 oder gar 90 Minuten angesetzt, so sollten Sie sich auf ein umfassendes und intensives Online-Vorstellungsgespräch vorbereiten – mit Fragen zu Schwächen, Stärken, Teamfähigkeit, Motivation, Persönlichkeit, Kostenbewusstsein, Führungserfahrung, Plänen und Zielen.

Bereiten Sie sich für das Online-Vorstellungsgespräch auf Fragen vor, die auch für das klassische Gespräch typisch sind. Und legen Sie sich entsprechende Antworten zurecht. Häufige Fragen sind zum Beispiel:

  1. Was ist aus Ihrer Sicht Ihre größte Stärke?
  2. Was ist Ihre größte Schwäche?
  3. Erzählen Sie uns etwas über sich?
  4. Warum bewerben Sie sich auf diese Stelle?
  5. Weshalb sind Sie der oder die Richtige für den Job?
  6. Wie reagieren Sie auf Belastung und Stress?
  7. Aus welchem Grund haben Sie im letzten Unternehmen aufgehört bzw. wollen Sie in Ihrem aktuellen Unternehmen aufhören?
  8. Wie sehen Ihre Gehaltsvorstellungen aus?
  9. Wo wollen Sie beruflich in fünf bis zehn Jahren stehen?
  10. Welche Fragen haben Sie an uns?

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Fragen. Beispiele – von den Klassikern über Stressfragen und Brainteaser bis zu unzulässigen Fragen – haben wir mitsamt der Antwortmöglichkeiten im Artikel Fragen im Vorstellungsgespräch zusammengefasst. Schätzen Sie hier ein, welche der Fragen für Ihr Online-Vorstellungsgespräch relevant sein könnten und bereiten Sie sich entsprechend vor. Außerdem gilt es für das Gesprächsende selbst einige Fragen vorzubereiten. Wie beim persönlichen Vorstellungsgespräch, wird man Sie zum Schluss fragen, ob Sie Rückfragen haben. Und die sollten Sie immer haben. Zum einen können Sie wichtige Informationen erfragen und zum anderen gesteigertes Interesse zeigen.

Was brauche ich für eine Ausrüstung? Kamera, Ton, Licht  

Neben der Software benötigen Sie für Videointerviews eine vernünftige technische Ausrüstung. Auch, wenn es nach dem ersten Online-Bewerbungsgespräch mit dem Traumjob klappt, sind Videokonferenzen im beruflichen Alltag aufgrund der Erfahrungen während der Corona-Pandemie längst üblich. Da schadet es nicht, gut ausgerüstet zu sein.

Laptops bieten häufig eine integrierte Webcam. Liefert diese scharfe und hochaufgelöste Bilder, dürfen Sie sie verwenden. Ist das nicht der Fall, können Sie am tragbaren Gerät eine externe Kamera installieren. Für einen stationären Rechner ist das ohnehin nötig. HD-Auflösung ist Pflicht, Full HD Kür. Einfache HD-Webcams gibt es ab 20 Euro aufwärts. Gute Belichtung und Farbwiedergabe sind dabei nicht garantiert. Wer sich bestmöglich präsentieren will, sollte zu hochwertigen Geräten ab 100 Euro aufwärts greifen. Nicht nur das Bild, auch der Ton sollte exzellente Qualität bieten. Investieren Sie dafür in ein gutes Headset.

Rücken sie sich ins rechte Licht! Natürliches Licht von vorn ist am besten, doch nicht jeder hat die Möglichkeit, den Schreibtisch am Fenster zu platzieren. Eine Alternative zu natürlichen Lichtquellen sind Ringlichter, die neben oder über der Kamera am Monitor befestigt werden. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass Sie kaltes oder warmes Licht einstellen können. Künstliches Licht aus Halogenstrahlern oder Neonröhren lässt die Haut blau- oder gelbstichig wirken. Kommt das Licht von oben, sorgt es für Schatten unter den Augen sowie Schattenwurf von Nase und Kinn.

Die Kamera: Tatsächlich empfiehlt es sich, in eine hochwertige Kamera zu investieren, wenn eine solche nicht bereits auf Ihrem Computer oder Notebook angebracht beziehungsweise integriert ist. Das Bild sollte für das Online-Vorstellungsgespräch per Video scharf und kontrastreich sein, denn ein schlechtes, pixeliges Bild könnte sich unbewusst auf Ihre Beurteilung übertragen. Für die Kameraposition gilt: Sie führen das Gespräch im wahrsten Sinne des Wortes auf Augenhöhe. Sonst muss Ihr Gesprächspartner je nach Kameraposition entweder zu Ihnen aufschauen oder auf Sie hinabblicken, was sich ebenfalls unbewusst auswirken kann. Sie können übrigens auch Ihre Smartphone-Kamera für das Online-Vorstellungsgespräch nutzen, aber bitte auf einem Stativ platzieren. Sonst wird es anstrengend und das Bild wackelig.

Innerhalb des Kamerablickwinkels sollten Sie außerdem für Ordnung und Struktur sorgen. Entfernen Sie deswegen für Videointerviews peinliche (Privat-)fotos und räumen Sie Ihren Schreibtisch auf. Wählen Sie den Videoausschnitt so, dass der Hintergrund im Idealfall neutral und frei von störenden Elementen ist. Zur Ablenkung tragen Poster und Spiegel ebenso bei wie Zimmerpflanzen und schmutzige Wandbereiche. Machen Sie sich bewusst: Alles, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, wird von Ihren Gesprächspartnern bemerkt und lenkt gegebenenfalls von Ihrer Person und Expertise ab. Probieren Sie im Vorfeld des Online-Vorstellungsgesprächs ruhig verschiedene Kameraausschnitte aus und sehen Sie sich diese kritisch an: Sieht alles professionell und neutral ist? Gibt es störende Elemente? Und falls ja, welche sind das? Lassen Sie sich entfernen?

Der Ton: Noch wichtiger als die Kamera ist allerdings ein Headset mit einem guten Mikrofon. Hier eignen sich besonders kabellose Headsets mit Bluetooth-Verbindung. Wichtig ist dabei, dass die Akkus vollständig geladen sind. Ohrstöpsel und Kopfhörer wirken wenig seriös und kontrastieren Ihr ansonsten professionelles Auftreten in Anzug und Krawatte. Wenn Bild und Akustik einwandfrei sind, schaffen sie die Basis für eine angenehme Atmosphäre für alle beteiligten Gesprächspartner. Schließlich sollen weder Ihr Bild noch Ihre Stimme verzerrt oder krakelig rüberkommen und den Gesprächspartner von den Inhalten des Bewerbungsgesprächs ablenken.

Die Beleuchtung: Auch für eine passende Beleuchtung gilt es in Vorbereitung auf das Online-Vorstellungsgespräch zu sorgen. Hierfür setzen Sie das Licht von vorne und etwas von unten. Verwenden Sie als Lichtquelle diffuses oder indirektes Licht, jedoch keine direkten Strahler. Diese Art der Beleuchtung schmeichelt dem eigenen Videoauftritt. Übrigens können Sie Strahler wie zum Beispiel LED-Leuchten leicht in eine diffuse Lichtquelle verwandeln, indem Sie Pergamentpapier davor kleben. Männer sehen markanter aus, wenn das Licht etwas von der Seite kommt. Frauen wirken hingegen weiblicher, wenn das Licht frontal von vorne kommt.

Unbedingt vermeiden sollten Sie:

  1. Beleuchtung von hinten, denn dann sind Sie für Ihren virtuellen Gegenüber kaum noch zu sehen
  2. Beleuchtung von oben: Sie erzeugt unschöne Schlagschatten im Gesicht, vor allem unter den Augen und bei Brillenträgern ist der Effekt noch stärker
  3. Beleuchtung vollständig von der Seite: Diese Art der Beleuchtung ist zu theatral
  4. zu schwache Beleuchtung: Dimmen Sie keinesfalls das Licht. Auch sollten keine Kerzen angezündet sein. Darunter leidet die Bildqualität und es wird eine Atmosphäre geschaffen, die dem Anlass in keiner Weise angemessen ist.

Welchen Hintergrund beim Vorstellungsgespräch?

Nicht vergessen: Es sind nicht nur Sie als Gesprächspartner im Bild. Achten Sie deshalb auf eine seriöse Umgebung. Müssen Sie das Videointerview in Ermangelung eines Arbeitszimmers im Wohnzimmer führen, entfernen sie Familienfotos und allzu private Dekorationen aus dem Hintergrund. Der Bereich, den die Kamera erfasst, sollte aufgeräumt und sauber sein. Am besten eignen sich weiße oder hell gestrichene Wände, auch Bücherregale sind in Ordnung. Natürlich gefüllt mit beruflicher Fachliteratur, nicht mit der Sammlung trivialer Liebesromane.  

Viele Programme für Videointerviews bieten die Option, einen neutralen oder weichgezeichneten Hintergrund zu erzeugen. Das ist beim Bewerbungsgespräch nur eine Notlösung, falls Ihnen keine neutrale Fläche zur Verfügung steht. Zum einen wirken Haare und Gesichtskonturen vor einem verschwommenen Hintergrund kantig oder unvollständig, zum anderen könnten Gesprächspartner den Eindruck bekommen, Sie wollten etwas verstecken. 

Wie probe ich ein Videointerview?

Ein wichtiger Punkt für das Videointerview ist die Körpersprache. Personaler achten auf Mimik und Gestik der Bewerber. Geschulte Beobachter merken, wenn eine Kandidatin oder ein Kandidat verkrampft ist. Sie wissen jedoch auch, dass sich videounerfahrene Personen vor der Kamera nicht immer natürlich verhalten. Das lässt sich trotz Übung nicht immer abstellen. Sie können sich jedoch bemühen, eine positive Körperhaltung einzunehmen und abwehrende Gesten zu vermeiden, beispielsweise vor der Brust verschränkte Arme (dadurch wird unbewusst eine Barriere geschaffen). Am besten sitzen Sie aufrecht und schauen etwa in Augenhöhe in die Kamera. Andere Winkel, etwa leicht von unten oder oben, lassen das Gesicht verzerrt und unnatürlich wirken. Ganz wichtig: Lächeln Sie leicht, denn lächeln macht sympathisch.

Lesen Sie auch: Typische Fehler im Telefoninterview

Ein wichtiger Punkt für das Videointerview ist die Körpersprache. Personaler achten auf Mimik und Gestik der Bewerber. Geschulte Beobachter merken, wenn eine Kandidatin oder ein Kandidat verkrampft ist. Sie wissen jedoch auch, dass sich videounerfahrene Personen vor der Kamera nicht immer natürlich verhalten. Das lässt sich trotz Übung nicht immer abstellen. Sie können sich jedoch bemühen, eine positive Körperhaltung einzunehmen und abwehrende Gesten zu vermeiden, beispielsweise vor der Brust verschränkte Arme (dadurch wird unbewusst eine Barriere geschaffen). Am besten sitzen Sie aufrecht und schauen etwa in Augenhöhe in die Kamera. Andere Winkel, etwa leicht von unten oder oben, lassen das Gesicht verzerrt und unnatürlich wirken. Ganz wichtig: Lächeln Sie leicht, denn lächeln macht sympathisch.  

Über unsere Stimme und unsere Sprache senden wir Signale. Wer heiser wird und gepresst spricht, kommt ganz anders an, als jemand, der ruhig und gelassen artikuliert. Sprechtrainerin Katharina Padleschat gibt im Gespräch mit den Moderatoren Peter Sieben und Wolfgang Schmitz spannende Tipps in dieser Ausgabe unseres Karriere-Podcasts Prototyp:

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Welche Fehler kann ich machen?

Folgende Punkte sind No-Gos bei einem Videointerview:

  • Nutzen Sie weder Tablet oder Smartphone für das Gespräch. Im schlechtesten Fall müssen Sie das Gerät die ganze Zeit in der Hand halten. Das führt zu einer verkrampften Haltung. Selbst wer ein Stativ nutzt, hat mit den mobilen Kameras ein schlechteres Bild als mit einer hochwertigen Webcam.
  • Tippen Sie nicht auf der Tastatur herum. Es ist sinnvoll und erlaubt, sich während des Videointerviews Notizen zu machen. Das zeigt Ihrem Gesprächspartner, dass Ihnen die Informationen wichtig sind. Benutzen Sie dafür Block und Stift, die sie sich neben der Tastatur bereitlegen.
  • Beachten Sie den Dresscode. Es versteht sich von selbst, dass Sie beim virtuellen Vorstellungsgespräch die gleiche Kleidung tragen, die Sie vor Ort angezogen hätten. Um unschöne Effekte vor der Kamera zu vermeiden, verzichten Sie auf gestreifte, großflächig bunt gemusterte und kleinkarierte Stoffe.
  • Halten Sie Blickkontakt. Das ist einfacher gesagt als getan. Denn Blickkontakt bedeutet im Videointerview, dass Sie in die Kamera schauen und nicht ins Gesicht ihrer Gesprächspartner auf dem Monitor. Das wirkt für Ihr Gegenüber so, als würden sie nach unten oder an ihr oder ihm vorbeischauen. Da der Blick in die Kamera statt auf den Bildschirm ungewohnt ist, sollten Sie das vor dem Termin üben.
  • Vermeiden Sie Störungen. Informieren Sie Partner, Kinder oder Mitbewohner über den Termin, damit sie nicht unaufgefordert ins Zimmer platzen. Im Zweifelsfall schließen sie ab. Sperren Sie zudem Haustiere aus. Nichts ist unpassender als die Katze, die während des Videointerviews nach Streicheleinheiten bettelt.
  • Ein bisschen Nervosität ist normal. Wenn die Aufregung überhand nimmt, kann sich das aber negativ auswirken und Sie fühlen sich nicht mehr wohl. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber Nervosität im Vorstellungsgespräch

Ein Beitrag von:

  • Julia Klinkusch

    Julia Klinkusch ist freiberufliche Texterin und Medizinautorin.

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