Karrierechancen erkennen 22.12.2014, 12:01 Uhr

Viele Möglichkeiten für Ingenieure im Maschinen- und Anlagenbau

Der Maschinen- und Anlagenbau ist in Deutschland wichtig. Es wird zum Jahresende viel zurück- und ausgeblickt. So sei mir an dieser Stelle ein Blick zurück auf diese für unser Land und gleichsam für mich besondere Branche erlaubt. Wie sieht sie aus, und warum ist sie überhaupt so erfolgreich?

Maschinen- und Anlagenbau bietet viele Möglichkeiten.

Maschinen- und Anlagenbau bietet viele Möglichkeiten.

Foto: panthermedia.net/auremar

Nur einmal zur Erinnerung: Der deutsche Maschinenbau ist (pauschal geurteilt) weltweiter Technologieführer. Keine Branche konnte bislang den Maschinen- und Anlagenbau als
bedeutendste industrielle Branche in Deutschland ablösen, zumindest, was die Anzahl der Unternehmen und die Anzahl der Beschäftigten angeht. Der VDMA spricht von 183.000 Ingenieuren und Informatikern, die hier tätig sind.

Ein Welthandelsanteil von 16,5 Prozent macht die Branche zum führenden Anbieter von Maschinen weltweit, vor Japan und den USA. In 15 von 33 international vergleichbaren Fachzweigen ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau Weltmarktführer. So liest es sich bescheiden beim VDMA. Es ist mir zu wenig, hier nur von der technologischen „Königsbranche“ der deutschen Wirtschaft zu sprechen.

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Ingenieure liefern Perfektion beim Maschinen- und Anlagenbau

Für mich persönlich sind der Maschinen- und Anlagenbau und seine Ingenieure besonders, weil ich wohl wie wenige Menschen vom ersten Augenaufschlag an mit der Branche verbunden bin. Der Blick von meinem Kinderbett aus in Düsseldorf verlief direkt durch ein Fenster auf eine der Werkhallen der weltweit führenden Deutsche Maschinenbau-Aktiengesellschaft (DEMAG) zu. Kräne, Großbagger, Hafen(förder)anlagen verließen damals wie am Fließband das Werk … Nein, das ist nicht richtig und das Wort Fließband völlig fehl am Platze! Wie heißt es so schön – jedes Produkt ein Unikat und die von der DEMAG waren Unikate von teilweise angsteinflößender Größe und wirkliche heavy machinery. So lernte ich den Maschinen- und Anlagenbau kennen.

Viele Arbeiter, viele Techniker und wenige Ingenieure lieferten bei diesem Maschinen- und Anlagenbau Hand in Hand perfektes und kreatives Handwerk ab. Technische Talente konnten sich überall im Werk oder in den Büros „austoben“. Und global war das Spielfeld ohnehin. Bewunderung fand daher der Vater meines besten Schulfreundes. Er war einer der wenigen Ingenieure und weltweit auf Montage. 1968 kehrte er allerdings von seinem Einsatz im australischen Port Headland nach einem Flugzeugabsturz nicht mehr zurück. Die Solidarität war groß und noch viele Wochen und Monate blieb das Unglück in aller Munde.

Der Maschinen- und Anlagenbau gehört zur deutschen Geschichte

Die DEMAG breitete sich über das gesamte Düsseldorf-Benrath aus und wurde liebevoll „unser aller Werk“ genannt. Als Sohn einer Kranfahrerin und eines Maschinenschlossers lagen für mich die Berufswünsche automatisch mit in der Wiege. Noch vor der Einschulung wurden Kräne mit dem legendären Märklin-Stabilbaukasten gebaut, die mein Vater so perfektionierte, dass sie den großen Vorbildern jenseits der Fabrikmauer im Maschinen- und Anlagenbau in wenig nachstanden.

Später wurden die Modelle noch entscheidend vergrößert, auf Schienen gesetzt, elektrifiziert mit entsprechenden Gewichten fixiert und so weiter. Letzteres fand aber schon in einer Zeit statt, da mein Vater (als kleines Mathematiktalent entdeckt) von der Schlosserei ins Konstruktionsbüro aufgestiegen war. Rechenschieber, Logarithmentafel, die Kurbelrechenmaschine und so manche technische Zeichnung und statische Berechnung fanden sich nun auf dem Wohnzimmertisch, und ich kam dem Maschinen- und Anlagenbau noch näher.

Ingenieure müssen im Maschinen- und Anlagenbau genau sein

Im Maschinen- und Anlagenbau kam es für die Ingenieure auf den hundertstel Millimeter an und … auf logisches Denken. Da war es für mich als 9-Jähriger einfacher, die Logik des Fußballs zu durchblicken. Kein Wunder, denn der heimische VFL Benrath, das war eine große Nummer in Deutschland – damals. Und die Idole, die traf man auf der Straße – zum Anfassen. So etwa den ehemaligen Fußballnationalstürmer und WM-Dritten Karl Hohmann mit seinem Sportgeschäft in einer Holzbaracke, gleich nebenan.

Beenden wir die Nostalgie. Gereicht hat es weder zum Ingenieur im Maschinen- und Anlagenbau noch zum Techniker und erst recht nicht zum Fußballstar. Immerhin konnte ich eine sehr ordentliche Diplomarbeit in Operations Research abliefern und meine Simulationsmodelle waren garantiert nicht schlecht. Was den Maschinen- und Anlagenbau angeht, hat sich viel verändert.

Gute Ingenieure sind beim Maschinen- und Anlagenbau gefragt

Sicherlich sind heutige Unternehmen, Manager und Ingenieure aus anderem Holz geschnitzt als ihre Vorgänger im Maschinen- und Anlagenbau. Die Uhren ticken in allen Köpfen schneller, die Konkurrenz ist groß, die Moral liegt in Gewinn und Einkommen. Doch eines ist geblieben: Die weltweite Vormachtstellung des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus aufgrund einer unbändigen, technologischen Innovationskraft.

Eigentlich scheint die Geschichte so weiterzugehen, wäre da nicht die Sorge um den Nachwuchs an Ingenieuren. Denn Talente im Anlagen- und Maschinenbau sind knapp und die Unternehmen der Branche nicht unbedingt Top-Favoriten bei den Ingenieuren. Andererseits scheint nicht jeder Bewerber weltmeisterlich qualifiziert. Doch wo die vielen Weltmarktführer, die namentlich niemand kennt, finden? Die heute gängigen Rekrutierungsinstrumente taugen nicht unbedingt für eine Branche, die mittelständisch geprägt ist und zum überwiegenden Teil aus Arbeitgebern mit weniger als 100 Mitarbeitern besteht.

Ingenieure sollten offener auf Stellen im Maschinen- und Anlagenbau achten

Einzelne Stellenanzeigen für Ingenieure dieser „unbekannten“ Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau verlieren sich im Dschungel der Online-Stellenmärkte. Die werden von Großunternehmen und Ingenieurdienstleistern dominiert. Recruiting-Events für Unternehmen, die vereinzelt Ingenieur-Positionen im Jahr besetzen – wo liegt da der Sinn? Abgesehen davon, dass wahrscheinlich weder Zeit noch Personal für eine solche „Direkt“-Veranstaltung im Mittelstand vorhanden sind. Die Print-Stellenmärkte haben ihre Bedeutung verloren. Hier würden Stellenausschreibungen am ehesten gefunden werden und Response bringen.

Fazit: Die Türen und Tore im Maschinen- und Anlagebau stehen für die Karriere von technologiegetriebenen Ingenieuren weit offen. Sicherlich werden viele Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsingenieure mit starker Affinität zum Maschinen- und Anlagenbau von Einstellern beziehungsweise deren Personalberatern direkt angesprochen. Andererseits bietet sich Ingenieuren mit gezielten Initiativbewerbungen die große Chance, automatisierten Auswahlverfahren und einer hohen Zahl von Mitbewerbern zu entgehen und ihre Einzigartigkeit zu präsentieren.

www.andersch-consulting.de

 

Ein Beitrag von:

  • Bernd Andersch

    Bernd Andersch ist Karriere-Coach, Sachbuchautor und Spezialist für Bewerbungsstrategien.

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